15.11.2023

Glyphosat: Zulassung trotz Leukämieverdachts?

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) werden wohl am 16.11. darüber entscheiden, ob der Unkrautvernichter Glyphosat weitere zehn Jahre auf hiesigen Äckern versprüht werden darf. In einer aktuellen Langzeitstudie mit Ratten haben Herbizide mit diesem Wirkstoff in mehreren Fällen Leukämie ausgelöst. Und zwar in Dosierungen, die bisher von den Genehmigungsbehörden für unbedenklich gehalten wurden. Grund genug, die Notbremse zu ziehen? Seit mehreren Jahren arbeitet das italienische Ramazzini Institut zusammen mit mehreren internationalen Forschungseinrichtungen an einer umfassenden Glyphosat-Studie, der Global Glyphosate Study (GGS). Auf ei

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14.11.2023

Großes Interesse an kostengünstigen An- und Umbaulösungen für Anbindeställe

Großes Interesse gab es an dem AbL-Infoabend zum Thema „Kostengünstige An- und Umbaulösungen für Anbindeställe“. Rund 70 interessierte Teilnehmer:innen, vorwiegend Bäuerinnen und Bauern aber auch viele Vertreter:innen der Agrar,-Umwelt- und Tierschutzverbände, aus Politik und Behörden sowie die agrarpolitische Fachpresse waren am 9.11. online dabei. Beim Überblick zum Stand des Umbaus der Tierhaltung wurde der BMEL-Prozess zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz mit den verpflichtenden 5 Stufen dargestellt, verbunden mit der Kritik, dass vor allem Haltungskriterien, aber kaum Tierwohlkriterien formuliert sind. Die angekündigten Kennzeichnungsregeln für

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14.11.2023

Das Kartenhaus wankt: Appell für mehr internationale Solidarität

Im Vorfeld der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2024 appelliert der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) eindringlich an die Bundesregierung, von Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe abzusehen. „Die geplanten Kürzungen sind nicht nur kurzsichtig, sondern auch unverantwortlich“, erklärt Åsa Månsson, Geschäftsführerin von VENRO. „Sie gefährden das gesamte System der internationalen Zusammenarbeit.“ Mit einem sechs Meter hohen einstürzenden Kartenhaus protestierte heute ein breites Bündnis aus Organisationen im Rahmen der von Save the Children initiierten Kampagne #LuftNachOben vor dem Branden

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14.11.2023

Breites Bündnis fordert starkes Klimaschutzgesetz

Ein breites Bündnis aus 50 Klima-, Umwelt-, Sozial-, Entwicklungs-, Landwirtschafts- und Jugendverbänden sowie Gewerkschaften und religiösen Gemeinschaften appelliert an die Abgeordneten des Bundestages, das Bundes-Klimaschutzgesetz deutlich zu stärken. Kurz vor der zweiten Lesung warnen die Verbände vor der geplanten Abschwächung und stellen ihre Forderungen für ein Gesetz vor, mit dem Deutschland seine Klimaziele sicher einhält. Unterlassener Klimaschutz belaste vor allem benachteiligte Gruppen. Zu den Unterzeichnern des Appells der Klima-Allianz gehören unter anderem die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bioland, die Katholische Landjug

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09.11.2023

Verbände-Plattform übergibt Ziele, Forderungen und Vorschläge für die GAP nach 2027 an BMEL und BMUV und benennt notwendige Schritte des Übergangs

Wie kann eine zukunftssichernde Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union im Jahr 2027 aussehen? Die Verbände-Plattform zur GAP, eine Gemeinschaft von Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur-, Klima-, Verbraucher- und Tierschutz sowie der Entwicklungszusammenarbeit hat heute Ziele, Forderungen und Vorschläge sowie notwendige Schritte des Überganges vorgestellt. Die dazugehörige Broschüre mit dem Titel „Zukunft Gestalten“ wurde an die beiden Parlamentarischen Staatssekretärinnen Claudia Müller (Bundeslandwirtschaftsministerium) und Dr. Bettina Hoffmann (Bundesumweltministerium) übergeben. In ihrer Stellungnahme sprech

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08.11.2023

Staatliche Förderung für Tierwohlschweine wird konkreter

Marktbeobachtungen von Hugo Gödde +++ Nun liegen sie auf dem Tisch – die Fach-Berechnungen, die das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in Auftrag gegeben hat, um die Förderbedingungen und die Förderhöhen für Schweine in den Tierwohlstufen 3 (Außenklima), 4 (Auslauf) und 5 (Bio) zu begründen. Ende Oktober ließ das Ministerium die Ergebnisse des Thünen-Instituts und der KTBL vorstellen. Das Echo fiel entsprechend vielfältig aus. Von „endlich konkret“ bis „völlig falsch gerechnet“ reichten die ersten Kommentare. Das Ministerium kocht die Erwartungen und Emotionen herunter. Es seien „nur“ Berechnungen, keine endgültige Fördersätze. Außerdem müsse d

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08.11.2023

Düngung: Mehr Honorierung statt pauschaler Sanktionierung!

Anlässlich der Überarbeitung der Düngegesetzgebung hat sich die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) im Vorfeld einer Anhörung im Bundestag in einer Stellungnahme dafür ausgesprochen, die anstehende Anpassung der Gesetzgebung nicht nur für eine einseitige Verschärfung des Ordnungsrechtes zu nutzen. Es müsse endlich auch der Grundstein dafür gelegt werden, dass Bäuerinnen und Bauern, die schon heute aktiv zur Reinhaltung von Wasser und Luft beitragen, hierfür auch entlohnt werden. Die ebenfalls anstehende Weiterentwicklung der GAP-Gesetzgebung bietet hierfür nach Ansicht der AbL eine optimale Gelegenheit. „Die bisherige Pauschalhaftung

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08.11.2023

Verbot von Lebensmittel-Einkauf unter Produktionskosten wird weiter geprüft

Die Bundesregierung prüft weiterhin, ob der Einkauf von Lebensmitteln unter Produktionskosten unterbunden werden sollte. Bei der Vorstellung des Agrarpolitischen Berichts 2023 des BMEL betonte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir laut Lebensmittelzeitung (LZ) auf Nachfrage der LZ: "Der Auftrag gilt nach wie vor." In dem Agrarpolitischen Bericht heißt es unter der Überschrift „Faire Preise und Wettbewerb für landwirtschaftliche Betriebe“: „Ziel ist der Erhalt tragfähiger landwirtschaftlicher Betriebe, die hochwertige Erzeugnisse in einem nachhaltigen System produzieren. Die Wettbewerbsposition der Landwirtinnen und Landwirte wird wesentlich von

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08.11.2023

„Unions-Parteien wollen Verbraucher und Bauern entmündigen“

Die im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) erhobenen Forderungen von Unionsvertretern innerhalb der konservativen Fraktion (EVP) zur Deregulierung Neuer Gentechniken haben scharfe Kritik von Bioland und dem grünen EU-Abgeordneten Martin Häusling ausgelöst. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Unions-Parteien den Willen der gesamten Bio-Branche komplett ignorieren, weiterhin gentechnikfrei wirtschaften zu können. Peter Liese, EVP-Sprecher für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, fordert besonders offensiv und vorbehaltlos die komplette Deregulierung Neuer Gentechniken, auch im Ökolandbau. Damit tritt er auch den Verbraucherschutz

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07.11.2023

Irreführende Berechnung: EU-Pläne zur Pestizidreduktion gefährdet

Bis 2030 soll laut Entwurf einer EU-Verordnung der Pestizideinsatz halbiert werden. Überprüft werden soll das Ziel mit der Verkaufsmenge der Pestizide. Aus Sicht des Umweltbundesamtes (UBA) ist die dabei verwendete Methode irreführend, da nicht mehr genehmigte Wirkstoffe rückwirkend und zu hoch gewichtet werden. Abnehmende Verkaufszahlen würden so eine Trendabnahme anzeigen, die auf dem Acker nicht stattfindet. Am 24. Oktober 2023 stimmte der Umweltausschuss des EU-Parlaments über eine neue Verordnung ab, die den Pestizideinsatz bis 2030 halbieren soll (Sustainable Use Regulation – SUR). Dazu ⁠UBA⁠-Präsident Dirk Messner: „Der Erhalt der Artenvielfa

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07.11.2023

Agrarnaturschutz: Kooperation für mehr Biodiversität

Die Umweltschutzorganisation WWF, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und sieben weiteren Organisationen erproben in einem Projekt gemeinsam die betriebsübergreifende Umsetzung agrarökologischer Maßnahmen. In Deutschland ist die biologische Vielfalt stark bedroht – auch in der Agrarlandschaft. Der Schutz von Arten, Wasser, Klima oder Boden erfordert eine überbetriebliche Herangehensweise. Das Verbundprojekt KOMBI im Bundesprogramm Biologische Vielfalt will die Zusammenarbeit von Landwirt:innen im Agrarnaturschutz fördern. In Kooperation mit Naturschützer:innen und weiteren lokalen Akteure

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07.11.2023

FAO: Versteckte Kosten der globalen Agrar-und Ernährungssysteme in Höhe von mindestens 10 Billionen Dollar

Unsere derzeitigen Agrar- und Ernährungssysteme verursachen enorme versteckte Kosten für unsere Gesundheit, die Umwelt und die Gesellschaft, die sich laut einer Analyse der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die 154 Länder umfasst, auf mindestens 10 Billionen Dollar pro Jahr belaufen. Dies entspricht fast 10 Prozent des gesamten globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). "Angesichts der eskalierenden globalen Herausforderungen - Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von Lebensmitteln, Klimakrise, Verlust der biologischen Vielfalt, Konjunkturabschwächung und Abschwung, zunehmende Armut und andere sich ü

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02.11.2023

AbL fordert schnelle und unbürokratische Zwischenfinanzierung für später ausgezahlte Agrarbeihilfen

Am 26. Oktober teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie den Landwirtschaftsbetrieben des Freistaats mit, dass die EU-Agrarfördermittel nicht wie üblich im Dezember ausgezahlt werden können. Der Grund seien Softwareprobleme bei der Umsetzung der EU-Vorgaben in der neuen Förderperiode. Es geht um insgesamt 241 Millionen Euro für 7000 sächsische Betriebe. Auch das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg kündigte eine Verschiebung der Auszahlung an. In Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt gilt die Einhaltung der üblichen Auszahlungstermine als unsicher. Josephine Moog, Landwirtin aus Lommatzsch u

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02.11.2023

Schweinehochhäuser in China: Ausbeutung für Mensch und Tier

Marktbeobachtungen von Hugo Gödde +++ China ist der größte Schweinemarkt der Welt. Jedes zweite Schwein weltweit lebt dort. Nach der gigantischen Vernichtung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) 2019/ 2020, während der bis zu 200 Mio. Schweine starben bzw. gekeult wurden, ist die chinesische Schweineproduktion wieder auf Wachstumskurs und zum Erstaunen vieler Experten innerhalb kurzer Zeit wieder auf dem Stand vor der ASP. Mit dem wachsenden Wohlstand ist auch der Fleischkonsum, vor allem von Schweinefleisch, massiv gestiegen. „Schwein haben“ gilt wirklich als Zeichen von Glück und Erfolg. 60 kg Fleisch verzehrt jeder Chinese und jede Chinesin im

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02.11.2023

Mit Biodiversität – Wege in die Regionalvermarktung

„Mit Biodiversität – Wege in die Regionalvermarktung“ – unter diesem Titel stand die Abschlussveranstaltung des Projektes „Ackervielfalt – vom Feld bis in den Einkaufskorb“ der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) NRW, die jetzt auf Schloss Türnich in Kerpen stattfand. Angesichts des dramatischen Rückgangs der Biodiversität hatte sich die AbL NRW mit dem Projekt für die Förderung biologischer Vielfalt auf Ackerflächen und die Inwertsetzung entsprechend erzeugter Produkte eingesetzt. Diese Themenschwerpunkte standen auch im Fokus der Tagung, einer Kooperation mit dem Landesverband Regionalbewegung NRW. Karsten Möring, Vorstandsvorsitze

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02.11.2023

Thünen-Institut erwartet Rückgang von über 300.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche

In den letzten Jahrzehnten hat Deutschland kontinuierlich Landwirtschaftsfläche verloren, im Durchschnitt mehr als 50 Hektar pro Tag – oder 70 Fußballfelder. Im Gegenzug nahmen Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie Waldgebiete zu. Auch wenn dies die Nahrungsversorgung des Landes nicht akut gefährdet, so ist Landwirtschaftsfläche eine kostbare und schützenswerte Ressource. Das teilt das Thünen-Institut mit. Gerade in Mitteleuropa seien die Flächen fruchtbarer und ertragreicher als in den meisten anderen Regionen der Welt. Daher trage auch Deutschland eine globale Verantwortung für den Schutz fruchtbarer Ackerflächen zur Nahrungsproduktion und sollte eine

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01.11.2023

Upländer Milchbauern forschen für mehr Klimaschutz

Ein neues EU-Projekt, ClieNFarms genannt, will Landwirte auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen. Mit elf Demonstrationsbetrieben beteiligen sich die Lieferanten der Upländer Bauernmolkerei an dem Forschungsvorhaben. ClieNFarms steht für Climate Neutral Farms. 36 Institutionen in 16 Ländern arbeiten gemeinsam in dem EU-Forschungsvorhaben. In Fallstudien entlang 20 verschiedener landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten werden Klimaschutzmaßnahmen dokumentiert, bewertet und optimiert. Als Lehr- und Versuchsbetrieb der Uni Gießen ist der Gladbacherhof, der die Upländer Bauernmolkerei beliefert, als deutscher Partner für die Koordination im Be

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01.11.2023

Stengele: "Der Erhalt von Streuobstwiesen ist ein Zukunftsprojekt"

Mit einer Baumpflanzung bei Hermstedt/ Landkreis Weimarer Land endete jetzt ein großes Streuobstwiesen-Förderprojekt in Thüringen, an dem auch der Förderverein Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland e.V. beteiligt war und anlässlich der Pflanzaktion eine langfristige Unterstützung für diese Kulturarbeit forderte. Seit 2021 förderte das Umweltministerium mit über 1,4 Millionen Euro aus dem Sonderfonds Insektenschutz den Erhalt wertvoller Streuobstwiesen und das Anpflanzen neuer Bäume – zum Abschluss des Projektes einen Apfelbaum Seebaer Borsdorfer, die Thüringer Sorte des Jahres. Mit dem Wurzelballen kam eine Zeitkapsel mi

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01.11.2023

Crispr-Hühner: Pandemierisiko statt Gripperesistenz

Britische Forschende wollten Legehennen mit Hilfe des neuen gentechnischen Verfahrens Crispr/Cas resistent gegen einen Stamm des Vogelgrippevirus machen, berichteten sie kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications. Doch die Viren überwanden die Resistenz schnell und mutierten so, dass sie perspektivisch auch Menschen gefährlich werden könnten. Für die Studienautoren ist damit klar, dass diese Hühner für die Landwirtschaft nicht geeignet sind. Ein unbeteiligter Wissenschaftler nannte die Versuche eine „akademische Fingerübung“. Um sich zu vermehren nutzt der Vogelgrippevirus in den Tieren ein Protein mit der Bezeichnung ANP32A. Die Forschen

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01.11.2023

Risiken von Pflanzen aus ‚Neuer Gentechnik‘ komplexer als angenommen

Eine neue Publikation im wissenschaftlichen Journal ‚Frontiers in Bioengineering and Biotechnology‘ befasst sich umfassend mit unbeabsichtigten genetischen Veränderungen, die durch die Verfahren der Neuen Gentechnik (NGT) bei Pflanzen verursacht werden. Die AutorInnen kommen zu dem Schluss, dass die Risiken von NGT-Pflanzen bisher oft unterschätzt werden. Das teilt das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie Testbiotech mit. Die aktuelle Studie wertet zahlreiche publizierte Ergebnisse zu den Auswirkungen der Neuen Gentechnik auf molekularer Ebene aus. Demnach kann sie unbeabsichtigte genetische Veränderungen verursachen, die

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Milcherzeugerpreise auf Rekordniveau prägten die zweite Jahr