15.09.2022

Punkten mit Umbau Tierhaltung

Fast die Hälfte, 41 Prozent, der schweinehaltenden Betriebe haben in den letzten zehn Jahren aufgegeben und die wirtschaftliche Situation ist anhaltend miserabel. Setzt sich dieser Trend fort, muss sich fast jeder zweite Schweinehalter in der kommenden Dekade fragen: „Bin ich der Nächste?“ Die bäuerlichen Nerven liegen blank. Immer wieder höre ich von Bäuerinnen und Bauern: „Wir können und wollen Klimaschutz und Tierwohl, aber die Bezahlung und die Preisbildung müssen stimmen und langfristige Perspektiven müssen vorliegen.“ Die Betriebe sind also bereit und es gibt beim Umbau der Tierhaltung nicht die üblichen Grabenkämpfe zwischen den Verbänden. Vielm

weiter lesen...


15.09.2022

Absetzbewegungen vom Tierwohl

Es war einmal der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium (WBA), der 2015 ein Gutachten vorlegte mit dem wohlklingenden Titel: „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“. Darin stand im Prinzip, dass die Tierhaltung in Deutschland ein zwar wirtschaftlich sehr erfolgreicher Sektor mit allerdings erheblichen Defiziten in Sachen Tier- und Umweltschutz sei. Gepaart mit einer veränderten Mensch-Tier-Beziehung führe das zu einer verringerten gesellschaftlichen Akzeptanz. Die Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere seien nicht zukunftsfähig. Wörtlich heißt es in der Zusammenfassung: „Angesic

weiter lesen...


15.09.2022

Viel zu trocken

Halb Europa ist diesen Sommer durch die Dürre bedroht. Hierzulande hat die Trockenheit Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais besonders schlimm getroffen, ebenso die Grünlandbetriebe. Viele Bäuerinnen und Bauern müssen bereits seit Mitte Juli ihr Winterfutter füttern, da auf dem Grünland nicht genug nachwächst. Auch wenn es große regionale Unterschiede und in den letzten Wochen teils starke Regenfälle gab, ist es nach wie vor viel zu trocken. Die Bodenfeuchte konnte sich bereits seit dem letzten Jahr nicht erholen, dafür hat es auch im Winter schon viel zu wenig geregnet. Doch auch ein einfacher Ausgleich des Regendefizits würde noch keine Abhilfe schaffen:

weiter lesen...


15.09.2022

Gelingt ein Systemwechsel im zweiten Anlauf?

Es ist ein heißes Eisen, dessen ist man sich in der EU-Kommission bewusst. Als sie vor knapp zehn Jahren versuchte, die Saatgutgesetzgebung zu überarbeiten, scheiterte ihr Vorschlag am parteiübergreifenden Widerstand der EU-Parlamentarier, bäuerlicher Interessenvertreter, Saatguterhaltungsinitiativen und ökologischer und alternativer Züchtungsunternehmen. Diese hatten entsprechend vorher ihre Ablehnung deutlich gemacht. Wäre der damalige Vorschlag der Kommission unverändert als Gesetz angenommen worden, so hätten sich einmal mehr die Interessen der internationalen Pflanzenzüchtungskonzerne durchgesetzt. Maßgeblich für sie scheint das jetzt geltende Rec

weiter lesen...


18.07.2022

Anders gipfeln

Die Bauern und Bäuerinnen gehören mit an die Verhandlungstische. Sie sind es, die die Welt ernähren, sie sind es vor allem in den Ländern des globalen Südens aber auch im Norden, die eine enorme Verantwortung tragen und im Moment mit Knappheiten und extremen Kostensteigerungen kämpfen, sich anpassen müssen an zum Teil dramatische Veränderungen der natürlichen Ressourcen – ihrer Wirtschaftsgrundlagen – und gleichzeitig allzu selten Preise für ihre Erzeugnisse erzielen, die sie fair entlohnen. Aber sie waren nicht im Schloss in Elmau um mit den Staatenlenkern der wichtigsten Industrienationen die Welternährungskrise zu besprechen. Sie durften nur abseits

weiter lesen...


18.07.2022

Globale Ernährungskrise droht: Koordiniertes Handeln ist überfällig

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind die Warnungen vor einer drohenden Hungerkrise nicht mehr aus den Schlagzeilen wegzudenken. Verstärkte Aufmerksamkeit erhält das Thema auch von Seiten der Politik: Über eine mögliche Freigabe der ökologischen Vorrangflächen entstand hierzulande eine ebenso hitzige Debatte wie international über die Ankündigung Indiens, Weizenexporte zu stoppen, um die Ernährung der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten. Aufgrund einer anhaltenden Hitzewelle befürchtet Indien deutliche Ertragseinbrüche. Während Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir diese Entscheidung scharf kritisierte, sprechen sich Hilfswerke w

weiter lesen...


18.07.2022

Ein Anfang, Ackerbau anders zu denken

Der Striegel blieb stehen. Eigentlich wollten Horst Seide und Henning Harms auf dem Feldtag Ende Mai losfahren und zeigen, wie er wirkt, aber das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. Morgens hatte es in Damnatz an der Elbe im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg 20 mm geregnet, deswegen machten die Bauern nachmittags freudige Gesichter. Denn vielleicht noch ein bisschen wichtiger als die Tatsache, dass man wegen des Regens nun keine Striegelvorführung machen konnte, wog, dass in dieser sensiblen Wachstumsphase endlich einmal Feuchtigkeit in den Boden und an die Pflanzen kam. „Wasser kostet gerade richtig was“, so Henning Harms, der h

weiter lesen...


18.07.2022

Nicht der große Wurf

Vier Jahre schon beschäftigt sich Erwin Oberndörfer mit dem Neubau eines Sauenstalls. Der Schweinehalter und Ackerbauer aus dem baden-württembergischen Gemmhagen bei Schrozberg macht den Betrieb gemeinsam mit seinem Sohn und Familie, aber wie genau es weiter gehen soll, lässt sich kaum festlegen. Das liegt an der Abhängigkeit von behördlichen Genehmigungen, aber auch daran, dass es an verlässlichen Rahmenbedingungen mangelt. Gesetzlich hat es lange gedauert, bis die Nutztierhaltungsverordnung beschlossen wurde, und gekommen ist sie auch nur deshalb, weil das gerichtliche Urteil zum Kastenstand in der Sauenhaltung Anpassungen erforderte. Das eine ist di

weiter lesen...


20.06.2022

Gemeinwohlverpachtung jetzt!

Der Druck auf landwirtschaftliche Flächen steigt immer mehr. Geplante Infrastrukturprojekte, außerlandwirtschaftliche Investoren, die Land seit Mitte der 2000er Jahre für sich entdeckt haben, und neue Photovoltaikanlagen drängen alle auf den Acker. Steigende Bodenpreise sind Ausdruck dessen. Landwirt:innen in Deutschland haben es immer schwerer, ihren Boden zu sichern oder an neues Land zu kommen. Die AbL Mitteldeutschland fordert daher: „Ackerland in Bäuer:innenhand – jetzt!“ Um dies umzusetzen, hat sich die AbL Mitteldeutschland für 2022 einiges vorgenommen. Das zentrale Anliegen ist die gemeinwohlorientierte Verpachtung landwirtschaftlicher Nutzf

weiter lesen...


20.06.2022

Spekulation statt Ernährungssicherung

Viel Aufmerksamkeit kommt gerade der Verfügbarkeit von Lebensmitteln und der Rohstoffversorgung zu. Der Angriffskrieg in der Ukraine hat ganz plötzlich gezeigt, wie wichtig landwirtschaftliche Produktion für die Ernährung der Menschen und das Funktionieren von Gesellschaften ist. Dabei sind es allem voran die Lieferwege, die durch diesen Krieg blockiert sind. Der Boden als Ort des Wachstums ist größtenteils unbeeinträchtigt und wird sogar weiter bestellt. Ein ganz anderes Bild zeigt sich, wenn man die globalen Entwicklungen der landwirtschaftlichen Böden betrachtet. Denn durch Wind- und Wassererosion, Versalzung und Abholzung werden Böden weltweit so w

weiter lesen...


20.06.2022

Acker ist Widerstand

In der Ukraine liegen Getreide- und Gemüsefelder entlang der Frontlinien, und die Bauern tragen bei ihrer Arbeit Schutzwesten und kugelsichere Helme, die vom ukrainischen Militär ausgegeben wurden. Oft liegen Überreste von Raketen und Landminen auf den Feldern. Die Landwirte stehen in der zweiten Reihe der Front – so drückt es ein Bauer aus, der zwei Hektar Ackerland besitzt, auf dem Erbsen, Gerste, Raps und Weizen wachsen. In der Oblast Saporischschja, in der er Landwirtschaft betreibt, sind 85 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Russland besetzt. Es ist nicht klar, wohin die Erzeugnisse aus den landwirtschaftlichen Betrieben in den von Ru

weiter lesen...


20.06.2022

„Die Klimakrise ist längst da!“

„Die Klimakrise ist da, und wir haben noch dieses Jahrzehnt, um das Notwendige zu tun, damit sie nicht komplett zerstörerisch wird“, so Kläger Ulf Allhoff-Cramer. Der Bauer weiß genau, wovon er spricht, denn sein Wald ist während der Dürre in den Trockenjahren komplett vernichtet worden. „Ich will den Hof in ein paar Jahren übernehmen, dafür muss ich aber auch wirtschaften können. Das wird nur funktionieren, wenn die Klimakrise gestoppt wird“, ergänzt Sohn Hendrik Allhoff-Cramer. Also klagt Ulf Allhoff-Cramer zusammen mit Greenpeace und der Umweltanwältin Roda Verheyen gegen VW, den zweitgrößten Autohersteller der Welt. „VW emittiert so viel wie ganz A

weiter lesen...


11.05.2022

Welternährungskrise gemeinsam lösen

Welternährungskrise – ein monströses Wort. Und schrecklich sind auch die Auswirkungen auf jeden Menschen, den es trifft, denn das bedeutet noch mehr Menschen, die sich nicht ausreichend und gesund ernähren können. Und damit wird nach wie vor das Menschenrecht auf Nahrung täglich gebrochen. Denn es gibt genug Lebensmittel für alle, viele Hungernde können sie sich einfach nicht leisten. Wir stolpern, oder eher taumeln wir seit Jahrzehnten von einer Ernährungskrise in die nächste – so blieb in der Öffentlichkeit eher unbeachtet, dass es über 116 Millionen mehr Hungernde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie gab. Der Krieg in der Ukraine bringt das

weiter lesen...


11.05.2022

Landwirtschaftliche Spezialoperation und Frieden

Große Macht korrumpiert. Die Abhängigkeit von ihr tötet. Wie ukrainische Klimaforscher betonen, hat die Abhängigkeit der Welt von fossilen Brennstoffen – und zwar von den fossilen Brennstoffen aus Russland – zu den größten Herausforderungen der modernen Welt geführt. Der Klimawandel und der russische Krieg gegen die Ukraine gehen weiter und gefährden die globale Ernährungssicherheit. Während es offensichtlich ist, dass die Welt die fossilen Brennstoffe ablehnen muss, um den Krieg zu beenden, um das bösartige Regime zu stoppen, müssen wir eine andere Lektion lernen, um der Menschheit eine Chance zu geben. Wir müssen neu definieren, was Stärke bedeutet,

weiter lesen...


11.05.2022

Getreideproduktion im Zangengriff dreier Krisen

Für die Getreideproduktion kommt es ganz dicke. Gleich von mehreren Seiten sind die Märkte für Weizen, Mais und Futtergetreide unter Druck gesetzt – und das bereits seit fast zwei Jahren. Der Krieg in der Ukraine setzt der schon vorher sehr sprunghaften („volatilen“, wie man heute sagt) Entwicklung die Krone auf. Die fehlende Exporte aus den Kornkammern Europas (Russland, Ukraine) treiben die Getreidepreise in nie gekannte Höhen. Sie treffen vor allem die auf Brotgetreide angewiesenen Länder Afrikas und des Nahen Ostens, lassen aber auch die hiesigen Märkte erbeben. Plötzlich wird wieder über Versorgungsfragen diskutiert, nachdem jahrelang der Export a

weiter lesen...


11.05.2022

Klimaziele sind unverrückbar

Zur Demo in Lützerath, rund um den Hof von Bauern Eckhard Heukamp, kommen Ende April viele tausend Menschen. Die Forderungen sind klar: Stopp dem Klimawandel, Kohle im Boden lassen und alle Dörfer bleiben!. Was hier gerade, aber eigentlich ja schon seit Jahrzehnten immer wieder, zerstört wird, ist zu einem ganz wesentlichen Teil die Heimat von Menschen. Auf dem Weg zu dem kleinen Weiler Lützerath, in dem RWE schon ein Drittel der Häuser abgerissen hat, ganz offensichtlich, um den kämpferischen Eckard Heukamp zu zermürben und zum Verkauf zu zwingen, kommt man durch Dörfer, die ebenfalls den Baggern weichen sollen. Straßenzüge, in denen viele Häuser leer

weiter lesen...


30.03.2022

Innehalten und zusammenstehen

Ach, hätten doch die Mitglieder des Deutschen Bundestages nach der bewegenden Video-Botschaft des ukrainischen Präsidenten Selenskij geschwiegen. Einfach mal an die Menschen in der Ukraine gedacht, an die vielen Opfer des brutalen russischen Aggressionskrieges, an die Menschen auf der Flucht und an das unendliche Leid. Statt in einer Geschäftsordnungsdebatte übereinander herzufallen, einfach mal innegehalten. Haben wir das schon verlernt durch das Wegsehen in Bosnien, Ruanda, Myanmar, Irak, Syrien, Jemen, …? Die Botschaft meiner Generation „Nie wieder Krieg“ – mal wieder zerbombt. Die „Lehnstuhlhelden“ kommen aus allen Ecken. Sie erklären uns die Welt,

weiter lesen...


30.03.2022

Frieden schaffen, Ernährungssouveränität sichern, Lebensgrundlagen erhalten

Schon Ende Februar, nur wenige Tage nach dem Beginn des Überfalls auf die Ukraine durch Russland, wurde in ersten Kommentaren in Fachmedien und Pressemitteilungen von Landwirtschaftsverbänden gefordert, eine Abkehr von der Farm-to-Fork-Strategie und vom Green Deal zu vollziehen. Die Ernährungssouveränität in Deutschland sei gefährdet. Man müsse sich aus anfälligen Lieferketten lösen, Abhängigkeiten beseitigen. Gleichzeitig, und das offenbarte die Doppelzüngigkeit dieser Vorstöße, solle man in Deutschland die geplante, zaghafte Ökologisierung der neuen GAP zugunsten einer Produktionssteigerung auch auf Stilllegungsflächen aufgeben, um so Länder des glob

weiter lesen...


30.03.2022

Saisonarbeitsbedingungen jetzt verbessern!

Osteuropa ist im Ausnahmezustand und der Spargel wächst trotzdem. Rund eine viertel Million Menschen kommen jedes Jahr nach Deutschland, um als Saisonarbeitskräfte auf Gemüse- und Obstbaubetrieben zu ernten, zu pflegen, zu packen, dafür zu sorgen, dass die meist empfindliche Frischware saisonal und regional auf unsere Esstische kommt. Die meisten dieser Saisonkräfte kommen aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn, aber mittels staatlicher Anwerbeabkommen auch aus Nicht-EU-Ländern wie der Republik Moldau, Georgien oder eben auch der Ukraine. Nachdem bereits die vergangenen zwei Jahre die Corona-Pandemie viele Unsicherheiten und auch rechtliche Verschle

weiter lesen...


30.03.2022

Die Düngeverordnung – mit dem bisherigen Ansatz sind die Probleme nicht zu lösen.

Die Landwirte haben es schon längst gemerkt – die bisherigen Änderungen der Düngeverordnung (DÜV) haben „die Kuh nicht vom Eis geholt“, nicht für die Landwirte, aber erst recht nicht für die Politik. Zwar steht die Einteilung in „rote Gebiete“ immer noch im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen (einschließlich des aktuellen Gerichtsurteils in Mecklenburg-Vorpommern), es gibt aber viel mehr Baustellen. Leider wird immer noch nicht darüber nachgedacht, wie denn eine DÜV aussehen würde, die Bauern und Bäuerinnen als Unterstützung und nicht als Bedrohung wahrnehmen könnten. Dringend erforderlich sind jetzt zum einen eine Entlastung der vielen Betriebe, dere

weiter lesen...


Sie sehen Artikel 1 bis 20 von 398

Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: nuernberger[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-20
Telefax: 02381-49-22-21

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Lesen Sie auch unseren Nachrichtenbrief

20.09.2022

Viele Milcherzeuger/innen würden gern mehr „Tierwohl“ auf ih