05.01.2023

Wir sind noch nicht am Ziel

Eigentlich waren wir in den letzten Jahren frohen Mutes, als unsere Forderungen nach einer Agrarwende aufgenommen und in konkreten Konzepten ausgearbeitet wurden, dass wir nun den Umbau der Landwirtschaft Punkt für Punkt abarbeiten können. Die Zukunftskommission Landwirtschaft und die Borchert-Kommission hatten hierfür ein Mandat aus dem Landwirtschaftsministerium und damit auch eines einer CDU-geführten Bundesregierung. Was sollte da noch schief gehen. Die Ergebnisse liegen bei der Borchert-Kommission seit drei Jahren und bei der Zukunftskommission seit eineinhalb Jahren auf dem Tisch. Umgesetzt wurde bisher nichts. Und das, obwohl nicht nur fast a

weiter lesen...


05.01.2023

KWS-Patente gefährden Pflanzenzucht in Europa

Am 6. Dezember demonstrierte „Keine Patente auf Saatgut!“ in Einbeck (Niedersachsen) anlässlich der Jahreshauptversammlung der Firma KWS (Kleinwanzlebener Saatzucht). Diese hat in den letzten Jahren vermehrt Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen angemeldet. Diese Patente gefährden das gesetzlich garantierte Züchterprivileg für konventionell gezüchtete Pflanzen, das die freie Zucht mit allen auf dem Markt befindlichen Pflanzensorten erlaubt. Aus Anlass der Jahrestagung veröffentliche „Keine Patente auf Saatgut!“ einen Bericht zu den Patenten der Firma KWS, in dem gezeigt wird, welche Risiken von derartigen Patenten für die Pflanzenzucht ausge

weiter lesen...


05.01.2023

Gentechnikfreiheit sichern!

Weil in der aktuellen Diskussion um die Aufweichung der europäischen Gentechnikgesetze die bäuerlichen Interessen nicht berücksichtigt werden, hat sich ein bundesweites Netzwerk von Bäuerinnen und Bauern formiert, um ihre Kolleg:innen in einem Brandbrief über die Brisanz der Lage zu informieren. Vielen Betrieben und auch vielen Verbänden ist noch gar nicht klar, wie existenzbedrohend die Änderung der Gentechnikgesetze für gentechnikfrei anbauende und vermarktende Bauern und Verarbeiter sein würden. Um das zu verhindern, müssen sie wesentlich lauter werden und ihre Argumente in die öffentliche Diskussion einbringen. Dazu dient dieser Brandbrief: J

weiter lesen...


05.01.2023

Verzehrswende jetzt!

Der Klimawandel und seine Auswirkungen werden mit jedem Dürrejahr und jedem Hochwasserereignis deutlicher. Dennoch ist die Bedrohung, die er für uns darstellt, im Alltag kaum greifbar. Und trotzdem muss uns allen klar sein: Wenn wir das Überleben unserer Kinder und Kindeskinder auf diesem Planeten sichern wollen, muss sich etwas verändern – auch in der Landwirtschaft und insbesondere in der Nutztierhaltung, die, je nach Berechnung, zwischen 14,5 und 51 Prozent der weltweiten menschengemachten Treibhausgasemissionen verursacht. Welche Möglichkeiten haben wir also? Was ist die Lösung? Gibt es die Lösung überhaupt? Fünf Tage (vom 22. bis 26. November)

weiter lesen...


07.12.2022

Für ein neues Leitbild

In Deutschland gibt es viele Anforderungen von Wissenschaft und Gesellschaft an die Art und Weise, wie Landwirtschaft in Zukunft ablaufen soll. Zentral genannt werden der Erhalt der Biodiversität, der Schutz des Grundwassers und mehr Tierschutz in den Ställen. Die Bedeutung landwirtschaftlicher Betriebe und regionaler Strukturen für die Ernährungssouveränität und einen lebendigen ländlichen Raum ist seit Corona und dem Überfall auf die Ukraine noch einmal stärker geworden. Für eine lange Zeit gab es scheinbar unüberwindbare Gräben zwischen den Vorstellungen der Landwirtschaft und einem Großteil der Gesellschaft. In den vergangenen Jahren sind, wenn auc

weiter lesen...


07.12.2022

Schweden drei

Rund ein Jahr ist es her, da war ich zusammen mit meinem Sohn Peer zuletzt in Schweden. Im Oktober des letzten Jahres hatte er begonnen, bei uns auf dem Hof zu arbeiten, und ich hatte gedacht, es wäre cool, zum Einstand zusammen ein paar Tage nach Schweden zu fahren, nur wir, Vadder und Sohn. Peer hatte direkt nach seiner landwirtschaftlichen Lehre 2016/17 ein Jahr in Schweden als Landwirt gearbeitet, auf zwei Demeter-Betrieben in Nyköping und in Järna. Wir machten vier Tage lang eine kleine Rundreise durch Schweden und luden uns ganz frech bei den beiden Bauernfamilien zum Kaffee ein. In und um Järna herum gibt es ein anthroposophisches Zentrum von

weiter lesen...


07.12.2022

Fressen, Moral oder gleich der Bioreaktor?

Der Eindruck, den die Eurotier hinterlässt, ist in vielerlei Hinsicht zwiespältig. Der verheißungsvolle Titel der „Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung“ lautete: „Transforming Animal Farming“. Aber wohin transformiert werden soll, ist keineswegs ausgemacht. In Deutschland – vor allem in wissenschaftlichen und politischen Zusammenhängen – wird der Umbau der Tierhaltung in Richtung mehr Tierwohl kaum noch in Frage gestellt, Initialzündung war 2015 das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung, der der Nutztierhaltung ein gesellschaftliches Akzeptanzproblem attestiert hatte. Spätestens seitdem begannen Stallbaueinrichter auch al

weiter lesen...


07.12.2022

Stillstand für Milchautomaten?

Seit Jahren gibt es für interessierte Milchviehbetriebe eine Einstiegsform in das Thema Direktvermarktung der eigenen Milch, nämlich Rohmilch direkt ab Hof über Milchautomaten zu verkaufen und damit Wertschöpfung der Produktion auf den Höfen zu generieren. Diese Art des Verkaufs findet bei vielen Konsumenten Anklang. Interessierte bekommen darüber hinaus einfacher Kontakt zu bäuerlichen Familien und ihrer Wirtschaftsweise ganz nach dem Motto: Wissen, wo es herkommt. Bons drucken 2017 wurde in Deutschland die europäische Messgeräterichtlinie umgesetzt. Es traten neue Regelungen für das Eichwesen in Kraft. Zudem wurde in diesem Zusammenhang geforde

weiter lesen...


08.11.2022

Gesellschaftliche Akzeptanz und finanzielle Perspektive

Jetzt ist sie durchs Bundeskabinett, die verbindliche Haltungskennzeichnung für Fleisch. Zwar erstmal nur für Schweinefleisch, und hier auch nur für Frischfleisch, und das Schweineleben wird auch nur zur Hälfte abgebildet, nämlich erst ab der Mast. Sauenhaltung und Ferkelaufzucht werden außen vor gelassen, vorerst jedenfalls. Man könnte jetzt sagen, besser als gar nichts, haben doch die Vorgängerinnen und Vorgänger im Landwirtschaftsministerium außer viel heißer Luft nichts umgesetzt. Aber dennoch ist die Kritik, die von allen Seiten im Anhörungsverfahren zum Gesetz und zur Verordnung kam, sehr berechtigt. Bis auf den BÖLW, der sich mit der Forderun

weiter lesen...


08.11.2022

Leitplanken gefordert!

Die von so vielen geforderte Tierzahlreduktion findet längst statt. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), aber vor allem die marktwirtschaftlichen Entwicklungen sorgen seit Jahren dafür, dass sich der Strukturwandel immer noch beschleunigt. Besonders in diesem Strudel beschleunigt wird die Aufgabe tierhaltender Betriebe. Was also jenen, die zu Recht eine drastische Reduktion der Tiere aufgrund des voranschreitenden Klimawandels fordern, in die Hände spielt und vielleicht zum Teil zumindest im Verborgenen auch Genugtuung in ihren Reihen auslöst, ist nichts anderes als die Transformation der Landwirtschaft nach roher Marktlogik. Wer diese rahmenlos laufen l

weiter lesen...


08.11.2022

Backgetreide im Futtertrog

Fahren die Schiffe eigentlich noch, die ukrainisches Getreide aus der Kriegsregion transportieren? Ist die akute Hungerkrise in den Ländern des Südens gestoppt? Welche Konsequenzen hatten die Erfahrungen mit Abhängigkeiten von Getreideexporten, die noch im Frühjahr auch die deutsche Öffentlichkeit bewegt hatten, für die hiesige Politik? Anfang September berichtet agrarheute: „Nach Angaben der ukrainischen Regierung haben im Rahmen des unter UN-Schirmherrschaft ausgehandelten Abkommens über den sicheren Getreideexport seit Anfang August insgesamt 86 Schiffe mit rund 2 Mio. t Agrarerzeugnissen das Land verlassen.“ Die Hungerkrisen in vielen Ländern kö

weiter lesen...


08.11.2022

Den Bio-Markt nicht schlechtreden

Bis 2030 strebt die Bundesregierung 30 Prozent Bio an. „Vollständig illusorisch“, kann Götz Rehn, der Chef der größten deutschen Bio-Kette Alnatura, die Nr. 19 unter den LEH-Größen, nur den Kopf schütteln. Alnatura ist seit Jahren zweistellig gewachsen. Doch jetzt warnt er vor dem „schlimmsten Einbruch seit 35 Jahren“. Als Gründe nennt er – wie viele andere in der Branche – neben der Inflation die Verlagerung der Kundschaft vom Naturkosthandel zum Discount und von den Markenherstellern zu den Handelsmarken des LEH. Auch die AMI-Bioexpertin Diana Schaack teilt diese Einschätzung. Sie rechnet für 2022 mit einem Rückgang von fünf Prozent für den Bio-Ma

weiter lesen...


03.11.2022

Besser einen Tag unromantisch als später arm

Am 22. September stellten die beteiligten Wissenschaftlerinnen in Berlin die Ergebnisse der bundesweiten Studie „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ vor. Die letzte Erhebung zur Situation von Frauen in der Landwirtschaft fand vor der Wiedervereinigung statt. Die nun von der Uni Göttingen und dem Thünen-Institut für Betriebswirtschaft über drei Jahre durchgeführte Studie, mit über 7.000 befragten Frauen schafft eine solide Datengrundlage. Gefördert wurde die Studie vom BMEL und unterstützt vom Deutschen LandFrauenverband. Die Studie befasst sich mit den vielfältigen Rollen von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben, dokumentiert die vorherrschende Geschl

weiter lesen...


03.11.2022

Wertschöpfungsketten im Krisenmodus

Beginnen wir beim Jungbauern Jan Gonne Thams von Pellworm. Er hat dieses Jahr richtig Glück gehabt mit dem Wetter – und genauso mit den gefräßigen Wildgänsen. In den vergangenen drei Jahren waren die Überschwemmungen und Dürreperioden besonders lang. Das Land stand oft bis April unter Wasser, und dann kam monatelang kein Regen. Außerdem bleiben die Wildgänse seit einigen Jahren zu zehntausenden von Oktober bis April auf der Insel und grasen alles ab. Wintergetreide geht deshalb gar nicht mehr. Diesen Sommer haben die Wildgänse Jan Gonnes Getreide aber in Ruhe gelassen, vielleicht weil die Bestände besonders hoch stehen. Dort hinein landen sie ungern.

weiter lesen...


15.09.2022

Punkten mit Umbau Tierhaltung

Fast die Hälfte, 41 Prozent, der schweinehaltenden Betriebe haben in den letzten zehn Jahren aufgegeben und die wirtschaftliche Situation ist anhaltend miserabel. Setzt sich dieser Trend fort, muss sich fast jeder zweite Schweinehalter in der kommenden Dekade fragen: „Bin ich der Nächste?“ Die bäuerlichen Nerven liegen blank. Immer wieder höre ich von Bäuerinnen und Bauern: „Wir können und wollen Klimaschutz und Tierwohl, aber die Bezahlung und die Preisbildung müssen stimmen und langfristige Perspektiven müssen vorliegen.“ Die Betriebe sind also bereit und es gibt beim Umbau der Tierhaltung nicht die üblichen Grabenkämpfe zwischen den Verbänden. Vielm

weiter lesen...


15.09.2022

Absetzbewegungen vom Tierwohl

Es war einmal der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium (WBA), der 2015 ein Gutachten vorlegte mit dem wohlklingenden Titel: „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“. Darin stand im Prinzip, dass die Tierhaltung in Deutschland ein zwar wirtschaftlich sehr erfolgreicher Sektor mit allerdings erheblichen Defiziten in Sachen Tier- und Umweltschutz sei. Gepaart mit einer veränderten Mensch-Tier-Beziehung führe das zu einer verringerten gesellschaftlichen Akzeptanz. Die Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere seien nicht zukunftsfähig. Wörtlich heißt es in der Zusammenfassung: „Angesic

weiter lesen...


15.09.2022

Viel zu trocken

Halb Europa ist diesen Sommer durch die Dürre bedroht. Hierzulande hat die Trockenheit Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais besonders schlimm getroffen, ebenso die Grünlandbetriebe. Viele Bäuerinnen und Bauern müssen bereits seit Mitte Juli ihr Winterfutter füttern, da auf dem Grünland nicht genug nachwächst. Auch wenn es große regionale Unterschiede und in den letzten Wochen teils starke Regenfälle gab, ist es nach wie vor viel zu trocken. Die Bodenfeuchte konnte sich bereits seit dem letzten Jahr nicht erholen, dafür hat es auch im Winter schon viel zu wenig geregnet. Doch auch ein einfacher Ausgleich des Regendefizits würde noch keine Abhilfe schaffen:

weiter lesen...


15.09.2022

Gelingt ein Systemwechsel im zweiten Anlauf?

Es ist ein heißes Eisen, dessen ist man sich in der EU-Kommission bewusst. Als sie vor knapp zehn Jahren versuchte, die Saatgutgesetzgebung zu überarbeiten, scheiterte ihr Vorschlag am parteiübergreifenden Widerstand der EU-Parlamentarier, bäuerlicher Interessenvertreter, Saatguterhaltungsinitiativen und ökologischer und alternativer Züchtungsunternehmen. Diese hatten entsprechend vorher ihre Ablehnung deutlich gemacht. Wäre der damalige Vorschlag der Kommission unverändert als Gesetz angenommen worden, so hätten sich einmal mehr die Interessen der internationalen Pflanzenzüchtungskonzerne durchgesetzt. Maßgeblich für sie scheint das jetzt geltende Rec

weiter lesen...


18.07.2022

Anders gipfeln

Die Bauern und Bäuerinnen gehören mit an die Verhandlungstische. Sie sind es, die die Welt ernähren, sie sind es vor allem in den Ländern des globalen Südens aber auch im Norden, die eine enorme Verantwortung tragen und im Moment mit Knappheiten und extremen Kostensteigerungen kämpfen, sich anpassen müssen an zum Teil dramatische Veränderungen der natürlichen Ressourcen – ihrer Wirtschaftsgrundlagen – und gleichzeitig allzu selten Preise für ihre Erzeugnisse erzielen, die sie fair entlohnen. Aber sie waren nicht im Schloss in Elmau um mit den Staatenlenkern der wichtigsten Industrienationen die Welternährungskrise zu besprechen. Sie durften nur abseits

weiter lesen...


18.07.2022

Globale Ernährungskrise droht: Koordiniertes Handeln ist überfällig

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind die Warnungen vor einer drohenden Hungerkrise nicht mehr aus den Schlagzeilen wegzudenken. Verstärkte Aufmerksamkeit erhält das Thema auch von Seiten der Politik: Über eine mögliche Freigabe der ökologischen Vorrangflächen entstand hierzulande eine ebenso hitzige Debatte wie international über die Ankündigung Indiens, Weizenexporte zu stoppen, um die Ernährung der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten. Aufgrund einer anhaltenden Hitzewelle befürchtet Indien deutliche Ertragseinbrüche. Während Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir diese Entscheidung scharf kritisierte, sprechen sich Hilfswerke w

weiter lesen...


Sie sehen Artikel 1 bis 20 von 412

Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: nuernberger[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-20
Telefax: 02381-49-22-21

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21