Kommentar: Wirken in Köpfen, Strukturen und Herzen!

Ganz enthusiastisch sind wir Anfang des UN-Jahres der Frauen in der Landwirtschaft gestartet. Die Erklärung „Nicht nur ackern, auch entscheiden!“ wurde verfasst und von einem breiten Verbändebündnis und über Social Media „gespielt“. Die AbL Niedersachsen/Bremen schaffte es – in einer Kooperation mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und der Konföderation der evangelischen Kirchen – zwei tolle Tage bzw. Tagungen und ein Rahmenprogramm für internationale Gästinnen auf die Beine zu stellen. Aber hat das für die Bäuerinnen irgendwas…

weiter lesen...


Als Bäuerin durch's Tun überzeugend

Ada Fischer ist froh, dass der Ökolandbau als bäuerliche Wirtschaftsweise sie und ihren Betrieb bis heute getragen hat. Seit 1987 ist Ada Fischer Betriebsleiterin ihres Hofes hinter dem Nordseedeich im Dorf Arensch in Cuxhaven. Den von den Eltern neu angesiedelten Betrieb pachtete sie damals zunächst, stellte auf ökologische Bewirtschaftung um und übernahm den Hof 1995 komplett – inklusive der noch abzuzahlenden Ansiedlungskosten. Aus der Milchkuhherde wurde Mutterkuhhaltung mit Ochsenhaltung und eigener Fleischvermarktung. Von 1994 bis 1998…

weiter lesen...


Klagebündnis: Gentechnik bedroht die unternehmerische Freiheit!

Unternehmen und Verbände ziehen gegen die EU-Deregulierungsverordnung vor Gericht. Die Geschichte der gentechnikfreien Erzeugung in Europa ist inzwischen eine mehrere Dekaden alte und erfolgreiche Wirtschaftsgeschichte. Europa konnte sich mit dem Aufbau gentechnikfreier Wertschöpfungsketten ein Alleinstellungsmerkmal aufbauen und dessen Wachstum sichern. Allein in Deutschland werden mit Produkten ohne Gentechnik 36 Mrd. Euro im Jahr umgesetzt. Für die Mehrzahl der Molkereien gehört eine gentechnikfreie Milchviehfütterung zum Portfolio, eine…

weiter lesen...


Mexikanische Kooperative Mazolco als Perspektive vor Ort

Junge Mexikaner nehmen die Zukunft ihres Dorfes in die Hand. San Mateo Ozolco ist ein malerisches Dorf in den Ausläufern der Bergkette, zu der auch der Popocatépetl gehört. Wie die meisten Gehöfte ist auch das von Fernando Hernandez zur Straße hin durch eine hohe Mauer geschützt. Dahinter liegt ein gepflasterter, teilweise überdachter Hof, auf dem im Dezember die Maisernte zum Trocknen ausgelegt ist. Die schwarzen, roten und weißen Kolben werden sortiert und in Säcke verpackt, zur Weiterverarbeitung im Ort oder zum Verkauf in Mexico City. Paty…

weiter lesen...


Kommentar: Weidehaltung – das Auslaufmodell mit Zukunft?

Unter diesem Titel hat die AbL Niedersachsen/Bremen schon 2018 eine Tagung in der Weideregion Ammerland veranstaltet – damals noch mit Ausrufezeichen.  Damals wie heute gab und gibt es eigentlich nur Befürworter der Weidehaltung von Kühen, Rindern und kleinen Wiederkäuern. Naturschutz, Klimaschutz, Landschaftserhalt, Förderung von Biodiversität, Verbesserung des Tierwohls – all das und noch viel mehr kann Weide, können weidende Tiere leisten. Folgerichtig ist auch das Image der Weide bei Bevölkerung, Medien, Politikern und auch Verbraucherinnen…

weiter lesen...


Weide muss man wollen

Ökonomisch wird es für die Weidehaltung von Milchkühen immer schwieriger zu bestehen. Im Schatten der Wallhecken, jener traditionsreichen Landschaftselemente auf der ostfriesischen Geest, liegen die Kühe von Steffen Hinrichs in diesem Hitzesommer sehr gerne. Sie umfrieden die Weiden, machen eine Fläche von 1,5 Hektar aus, wollen auch gepflegt werden. Sie zahlen auf das ein, was Steffen Hinrichs sowieso schon „ideologisch“ nennt, die Weidehaltung von Milchkühen. Die ist schon lange auch in den klassischen Grünlandregionen wie Ostfriesland nicht…

weiter lesen...


Arla: Und die Gewinnbeteiligung für Bäuerinnen und Bauern?

Kaum Wechselmöglichkeiten für Arla-Lieferanten und intransparentere Strukturen.    „Gemeinsam können wir den Wert der Milch unserer Landwirte weiter maximieren“, das wurde etwa den Bäuerinnen und Bauern der Arla-Molkerei auf Infoveranstaltungen vor der Fusion mit der größten Molkerei im Bundesgebiet, Deutsches Milch Kontor (DMK), versprochen. Eine Mitgliederabstimmung gab es nicht, lediglich die Vertreter:innen durften ihre Stimme wirksam machen. Die Fusion zur neuen Arla ab Juni 2026 wurde von der Fusionskontrollbehörde der EU genehmigt und…

weiter lesen...


Kommentar: Widerstand als Selbstermächtigung

Wenn man von historischen Tagen spricht, dann nimmt seit vielen Jahren der 17. Juni einen denkwürdigen Platz in meinem Gedächtnis ein. Über eine Million Menschen beteiligten sich 1953 an dem Volksaufstand, welcher in die Reihe der großen revolutionären Erhebungen in Deutschland gehört. Die sowjetische Besatzungsmacht beendete den Streik brutal mit dem größten Militäreinsatz der europäischen Nachkriegsgeschichte. Der Druck, dem die Menschen damals in vielen Bereichen ihres Lebens ausgesetzt waren, verbunden mit eingeschränkten Rechten,…

weiter lesen...


Klimabilanzen in der Milchproduktion: Wohin führt der Weg?

Aus einem lobenswerten Ansatz entstehen kontraproduktive Entwicklungen. Zunehmend wird im Milchsektor die Erstellung von Klimabilanzen von den Milchbauern und -bäuerinnen eingefordert, insbesondere durch Molkereien, Handelspartner und Finanzinstitutionen. Klimabilanzen sind inzwischen teilweise auch für Kredite relevant. Gleichzeitig führt die Vielzahl an Akteuren und Anforderungen zu einer kaum überschaubaren Anzahl unterschiedlicher Tools, die von den privaten Akteuren verlangt werden. Das ursprüngliche Ziel solcher Bilanzen war eigentlich,…

weiter lesen...


Kommentar: Wasserknappheit made in Germany

Die Dürre 2018 hat sich bei mir eingebrannt. Vom 25. Mai bis weit in den November fiel bei uns in Franken praktisch kein nennenswerter Niederschlag mehr. Ein Drittel unseres Waldes ist abgestorben, der Rest erholt sich bis heute nur mühsam. Das war kein „besonderes Jahr“ – es war ein Vorgeschmack. Und trotzdem handeln wir politisch noch immer so, als wäre Wasserknappheit ein Randthema. Während sich die Realität auf den Flächen längst verändert hat, steckt die Wasserpolitik vielerorts noch im Denken der vergangenen Jahrzehnte fest: entwässern,…

weiter lesen...


Kommentar: Land in Sicht?

Als Junglandwirtin gehöre ich in Deutschland und EU-weit zu einer Minderheit. Nicht nur als FLINTA-Person, sondern auch, weil wir unter 40-Jährigen nur zwölf Prozent der europäischen Landwirt*innen ausmachen. Die EU-Kommission unter Agrarkommissar Christophe Hansen hat den Generationenwechsel zum Kernthema gemacht. In ihrer Strategie zum Generationenwechsel schlug die Kommission im Herbst 2025 umfangreiche Maßnahmen vor, um Junglandwirt*innen den Einstieg in die Landwirtschaft zu erleichtern oder ermöglichen. Es ist bekannt, dass die…

weiter lesen...


Bodenmarkt: Überforderte Politiker, clevere Lobbyisten

Warum stoppen die Bundesländer die Bodenspekulation nicht? In Thüringen bietet ein Photovoltaik-Projektierer für 80-Punkte-Böden 6.000 Euro Pacht pro Hektar und Jahr. Als die Bodeneigentümerin sich weigert, werden 60.000 Euro – die gesamte Pacht für zehn Jahre – gleich bei Vertragsabschluss angeboten. PV-Projektierer realisieren derzeit Renditen, die noch nicht mal im Drogenhandel im Straßenverkauf in Berlin erzielt werden. In Nordrhein-Westfalen versuchte die Landwirtschaftskammer durch zwei Gerichtsinstanzen den Verkauf von 5,5 ha Ackerland…

weiter lesen...


„Zu befürchten ist, dass wir in der fossilen Welt verharren!“

Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien kritisiert aktuelle Entwicklungen. Unabhängige Bauernstimme: Angesichts der derzeitigen Krisen in der Welt rücken die erneuerbaren Energien einmal mehr in den Fokus. Sind wir in Deutschland gut aufgestellt? Ursula Heinen-Esser: Das ist ein weites Feld! Wir erleben jetzt schon zum zweiten Mal in viereinhalb Jahren eine fossile Preiskrise, wir sind wieder von geopolitischen Konflikten betroffen und immer noch von fossiler Energie abhängig. Aber es gibt einen Unterschied:…

weiter lesen...


Kommentar: Selbstwirksamkeit für Milchbauern

Die aktuelle Situation am Milchmarkt bleibt angespannt, da die Anlieferungsmengen weiter über den Vorjahreslinien liegen, die Erlösentwicklung auf globaler Ebene stagniert und die Talfahrt der konventionellen Milcherzeugerpreise von den politisch Verantwortlichen noch nicht als besorgniserregend angesehen wird. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Zukunft kommt allerdings aus Brüssel: Ein Ergebnis der Trilog-Verhandlungen zur gemeinsamen Marktordnung auf EU-Ebene ist, dass Verträge über die Lieferkonditionen nach Art. 148 der GMO zwischen…

weiter lesen...


Wirtschaften wie ein Unternehmer

Was bedeutet die EU-Entscheidung für eine Vertragspflicht für Bäuerinnen und Bauern? Auf EU-Ebene wurde die EU-weite Vertragspflicht vor Lieferung eingeführt. Positiv ist, dass Länder mindestens für Milch die Vertragspflicht nicht umgehen können, allerdings sind im Prozess einige Abschwächungen vorgenommen worden – vor allem, weil in Deutschland der Deutsche Bauernverband vehement eine Vertragspflicht zu verhindern versucht. Ein Gespräch mit Elisabeth Waizenegger, Bio-Milchbäuerin im Allgäu und Mitglied im Bundesvorstand der…

weiter lesen...


Leseprobe

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Christine Etienne

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: etienne[at]bauernstimme.de
Telefon: 0157-736-891-27
Telefax: 02381-49-22-21

Lesen Sie auch unseren Nachrichtenbrief