03.03.2020

Ein jegliches hat seine Zeit

Jahrzehntelang waren die Niederlande Sehnsuchtsort der deutschen Schweinebauern und Berater. Reisen dorthin waren Exkursionen in die Zukunft der Tierhaltung. Auch ich habe in den 60ern an einer solchen Reise teilgenommen. Es war eine Begegnung der zweiten Art, zur dritten fehlten uns die Aliens. Ställe auf Gülle mit langen Reihen angebundener Sauen waren ein völlig ungewohntes Bild. Zu Hause wurde dann der Zollstock das wichtigste Betriebsmittel, um in den eigenen Ställen auszumessen und zu prüfen, wie sie umgebaut werden könnten. Es dauerte Jahre, bis ich in meinen Ställen mit fester Fläche und Stroheinstreu Güllekanäle ausgebuddelt hatte und auch mei

weiter lesen...


03.03.2020

Ja zum Umbau der Tierhaltung mit Finanzierung der Mehrkosten

In der Agrarpolitik sind Versuche, große Problemlagen durch ein Gesamtkonzept lösen zu wollen, mindestens selten. An Konflikten und Zündstoff gibt’s kein Mangel, aber an konstruktiven Lösungen umso mehr, ganz besonders, wenn sie im Konsens widerstreitender Interessen entstehen. Umso mehr Beachtung verdienen die Empfehlungen zum grundlegenden Umbau der deutschen Nutztierhaltung, die jetzt das „Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung“ unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert (CDU) vorlegt und an Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) übergeben hat. In der „Borchert-Kommission“ haben seit April 2019 Verbände aus Land- und

weiter lesen...


03.03.2020

Reinen Wein zu reinem Wasser

Die Gelsenwasser AG ist eine der Großen, wenn es um die Versorgung mit Trinkwasser in Deutschland geht. Der Ursprung und die Firmenzentrale des Unternehmens mit inzwischen über 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt immer noch in Gelsenkirchen im östlichen Ruhrgebiet. Längst gibt es aber Beteiligungen im gesamten Bundesgebiet und in den Nachbarländern. Entsprechend gut ist auch Ulrich Peterwitz vernetzt, der in dem Unternehmen unter anderem für Wasserkooperationen mit der Landwirtschaft zuständig ist. Netze sind es schließlich auch, um die sich gerade viele Debatten in der Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Düngeverordnung drehen. „Die Disku

weiter lesen...


03.03.2020

Ein Bild von Landwirtschaft der Zukunft entwerfen

„Wir haben einen ganz konventionellen Ackerbaubetrieb“, sagt Tilo von Donner und stellt die Biomilch der Hamfelder Bauernmolkerei zum Kaffee auf den Tisch. Sie kauften die, weil man so was doch unterstützen müsse. Von Donner lässt sich nicht in eine Schublade stecken, mehr noch, er will mit dem Schubladendenken aufräumen. Der Holsteiner lebt mit seiner Frau und drei kleinen Kindern in den sanften Hügeln zwischen glitzernden Seen in der Nähe von Plön am Ende einer Betonspurbahn in einem klassisch großzügigen Backsteinensemble. Typisch gerade für die Osthälfte Schleswig-Holsteins sind die Knicks, Gehölzsäume um die Acker- und Grünlandflächen, ursprünglic

weiter lesen...


04.02.2020

Dran bleiben!

Wie mutig und vorausschauend war es, als einige Bäuerinnen und Bauern, konventionell und biologisch wirtschaftend, vor 40 Jahren die AbL e.V. als bäuerliche Interessenvertretung gründeten. Vier Jahrzehnte mit unzähligen Diskussionen, Analysen, Veranstaltungen, Aktionen, Demonstrationen, Hoch- und Tiefpunkten. Das kommt uns heute zugute. In der aktuellen Protestbewegung von „Land schafft Verbindung“ (LsV) gibt es Rufe, alles agrarpolitisch wieder auf null zu setzen und die Reset-Taste zu drücken, wie ein Sprecher auf der Kundgebung in Hamburg unter Beifall sagte. Realistisch ist dies nicht. Das bewusste Ignorieren von jahrzehntelangen agrarpolitischen V

weiter lesen...


04.02.2020

„Der Berufsstand ist im Aufbruch“

Zum zehnten Mal mit dem Trecker nach Berlin. Zum zehnten Mal demonstrieren Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen, Natur- und Umweltschützer gemeinsam mit Tierschützern und Eine-Welt-Organisationen anlässlich der Grünen Woche für eine andere, ökologischere, sozialere Agrarpolitik. Immer wieder dasselbe, könnte man denken, denn längst ist bei vielen Teilnehmern die Wir-haben-es satt-Demo im Januar zu einem festen Termin im Jahresverlauf geworden. Ein Datum, an dem man nach Berlin fährt, runterkommt vom eigenen Hof, rausgeht aus der eigenen Wohnung, auf die Straße, ins Regierungsviertel nach Berlin. Und doch ist in diesem Jahr vieles anders. Denn obwoh

weiter lesen...


04.02.2020

Die Rache langjährig falscher Entscheidungen

Es ist eine Gemengelage – nicht nur das, was auf Mistplatten und in Güllepötten zusammenkommt, sondern auch, was jetzt im Zusammenhang mit der Düngeverordnung bei den Bauernprotesten, in Diskussionsrunden und auf den Höfen diskutiert wird: Kläranlagen, Verschwörungstheorien, die Funktionsfähigkeit von Messstellen, der Sinn oder Unsinn von bestimmten Messstellenstandorten, das Prozedere der Meldung an Brüssel. Das alles soll hier nicht Thema sein. Schließlich wird nicht erst seit gestern gemessen und nicht nur von offiziellen Stellen, sondern auch von den Wasserversorgern. Dabei entstand letztlich über Jahrzehnte ein genaues Bild, das Handlungen zur R

weiter lesen...


04.02.2020

Es bleibt ein Eiertanz

Deutschland und Frankreich wollen sich gemeinsam auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass das massenhafte Töten männlicher Küken in Brütereien beendet wird. Das bestätigten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ihr Amtskollege Didier Guillaume Mitte Januar auf einer Tagung in Berlin. Klöckner will dafür auch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, die Mitte 2020 beginnt. Man werde „Zwischenetappen festlegen und auch kontrollieren“, kündigte Klöckner an. Deutschland und Frankreich müssten „der Motor sein und entschlossen vorangehen“, bekräftigte Guillaume. In Deutschland werden derzeit pro Jahr rund 45 Millionen männliche Küken getötet. Laut

weiter lesen...


23.12.2019

Am 18. Januar für gemeinsame Lösungen!

Als ich Anfang Oktober damit begann, die Planungen für die Treckerkolonne zur Demo „Wir haben Agrarindustrie satt!“ am 18. Januar 2020 voranzutreiben, fuhren parallel tausende Berufskollegen mit ihren Traktoren durch die Republik. Ihre Demos vermittelten mir den Eindruck, dass sie Veränderungen in der Landwirtschaft ablehnten. Mehr Umwelt- und Tierschutz, Fehlanzeige! Ich war verunsichert. Schließlich war es immer mein Anspruch, mit unserer Januardemo möglichst die ganze Breite des Berufsstandes zu erreichen. Viele Kolleginnen und Kollegen riefen mich an und teilten meine Sorge: „Macht es wirklich noch Sinn, zur Grünen Woche wieder auf den Trecker zu

weiter lesen...


23.12.2019

Treckerfahren ist politisch!

Der Trecker ist das Symbol des bäuerlichen Widerstands. Bäuerinnen und Bauern haben mit Treckern bereits den Atomausstieg angeschoben, den Milchmarkt boykottiert, Importe blockiert und Bündnisse ins Rollen gebracht. Treckerfahren ist also mehr als Ackern, Füttern und Anhänger ziehen – Treckerfahren ist politisch! Ich werde meinen Trecker, mein Symbol des bäuerlichen Widerstands, im Januar zur „Wir haben es satt“-Demo nach Berlin fahren. Aus meiner Sicht ist es auch 2020 wichtig zu zeigen, dass wir Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit der Gesellschaft auf die Straße gehen – für unsere Höfe, für gutes Essen, für gutes Leben auf dem Land und für einen ag

weiter lesen...


23.12.2019

China rockt den deutschen Schweinepreis

Zwei Ereignisse kennzeichnen den deutschen Schweinemarkt kurz vor Weihnachten. Die Notierung für Schweine ist erstmals seit der BSE-Krise von 2001 über 2 Euro/kg gestiegen. Damit können die Schweinehalter nicht nur mal wieder eine ordentliche Rendite erwirtschaften. Auch die Verluste aus dem letzten Jahr – laut Situationsbericht des Bauernverbandes etwa 20 % – können allmählich ausgeglichen werden. Wenn nicht – und vor diesem Ereignis fürchten sich alle – die Schweinepest die polnisch-deutsche Grenze überschreitet. Die Impulse für die hohen Schweinepreise kommen nicht vom heimischen Markt. Die Schlachtzahlen sind 2019 zwar um etwa 3,5 % gefallen, aber

weiter lesen...


07.12.2019

Orientierungsfahrten im ganzen Land

Es war jahrelang ziemlich ruhig bei den Ackerbauern im Land, sie säten und pflegten und ernteten ihre Feldfrüchte, die Agrarpolitik überließen die meisten aber den Vertretern und Mitarbeitern vom Bauernverband. Lediglich die Milchbauern sind vor über 10 Jahren aus diesem System ausgebrochen und haben öffentlich kund getan, was die Zukunft ihrer Höfe gefährdet. Doch mit den seit Jahren aufgeschobenen Neuordnungen bei Düngung und Spritzmitteleinsatz, die nun in kürzester Zeit umgesetzt werden sollen, sehen viele Bauern aus allen Produktionsrichtungen eine Existenzgefahr für ihre Höfe. Was bis dahin aus Sicht sehr vieler Bauern einfach nur richtig und gu

weiter lesen...


07.12.2019

Mauern einreißen und Bauern mitnehmen

Drei Tage vor dem 9. November, am Brandenburger Tor wird gerade eine futuristische Bühnenkonstruktion für die Feierlichkeiten aufgebaut, an einer Häuserecke hinterm Hauptbahnhof hängt ein riesiges Werbebanner von Coca Cola mit dem Spruch: „Die Welt braucht mehr Menschen, die keine Mauern wollen.“ Nur einen Steinwurf weiter bietet die Stadtmission Berlin gestrandeten Menschen erste Hilfe, daneben kommen zwei kleine Jungs mit Schulranzen auf dem Rücken arabisch plappernd offensichtlich nach Hause in eine Flüchtlingsunterkunft. Im inklusiven Hotel Rossi noch einmal hundert Meter die Lehrter Straße runter beschäftigt sich der Bundesverband Ökologische Lebe

weiter lesen...


07.12.2019

Nachbaufähiger Mais ist wertvoll

Seit ein paar Jahren sind in Deutschland erstmals wieder Maispopulationen auf dem Markt, die im Gegensatz zu Hybridsorten nachbaufähig sind! Gezüchtet wurden sie von ökologischen Züchtern vom Dottenfelder Hof und der Getreidezüchtung Peter Kunz aus der Schweiz sowie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Bayern). Erhältlich sind die offen abblühenden Populationen namens Evolino, Bogdan, Almito, Weihenstephaner 1-3 beim Dottenfelderhof, Sativa, Bioland HG, Naturland Marktgesellschaft und FarmSaat. Barbara Eder, die an der LfL Bayern Maispopulationen entwickelt, berichtet von den Nachbaumöglichkeiten: „Es gibt einige Landwirte, die ‚Herr’

weiter lesen...


07.12.2019

Von Kälbern und Kanarienvögeln

„Kälber billiger als Kanarienvögel“ – auf diese plakative, aber wirkungsvolle Schlagzeile reduzierte der Spiegel ein Problem, das seit Monaten allen Milchviehhaltern bekannt ist: Bullkälber, die zur Mast verkauft werden, sind im Preis sehr gefallen, und Kuhkälber, die sich zur Zucht nicht eignen, wie kleine Färsenkälber oder Zwicken aus Zwillingspärchen sind im Grunde gar nichts mehr wert. Kleine, leichte Kälber nehmen die Viehhändler in Norddeutschland überhaupt nicht mehr mit, der Bauer muss sehen, wo er damit bleibt. Die Schlagzeile traf offenbar einen Nerv in unserer Mediengesellschaft, denn viele Zeitungen nahmen das Thema auf und berichteten über

weiter lesen...


11.11.2019

Bundesrat lehnt verpflichtende Tierwohlkennzeichnung mehrheitlich ab

Im Rahmen seiner Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung und Verwendung eines Tierwohlkennzeichens (Tierwohlkennzeichengesetz - TierWKG) hat der Bundesrat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung eines verpflichtenden Tierwohllabels mehrheitlich abgelehnt. Er ist damit der Empfehlung des federführenden Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz nicht gefolgt. Dieser hatte die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels zwar grundsätzlich begrüßt, allerdings auch geäußert, „dass ein freiwilliges Label weder geeignet ist, eine hohe Marktdurchdringung zu erzielen, noch Märkte außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels umfassend zu er

weiter lesen...


29.10.2019

Bäuerlicher Protest

„Wir Bauern kriegen nicht den Hintern hoch und wehren uns nicht.“ Oft habe ich das auf Veranstaltungen gehört. Jetzt haben sie sich gewehrt. Zehntausende waren mit und ohne Trecker an vielen Orten unterwegs, allein hier in Bonn 10.000 mit 1.600 Treckern. Sie haben den 22.Oktober 2019 zu einem bemerkenswerten Protesttag gemacht. Beflügelt von großen Aktionen in den Niederlanden und in Frankreich, hat eine kleine Gruppe von Aktiven über die sozialen Netzwerke zu Protesten in vielen Städten aufgerufen. Die Botschaft verbreitete sich in Windeseile: Rausgehen. Den berechtigten Respekt für bäuerliche Arbeit nicht nur am Computer, sondern auf der Straße einfo

weiter lesen...


29.10.2019

„Die Bauern erwarten zu Recht die Unterstützung der Gesellschaft für ihre Leistungen“

Herr Aeikens, es brodelt unter den Bauern und Bäuerinnen, Düngeverordnung und Agrarpaket scheinen jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wie geht’s Ihnen damit, wenn sich Existenzsorgen, Frust und das Gefühl nicht anerkannt zu werden nun in Demos und Aktionen Bahn bricht? Die aktuellen Sorgen unserer Bauern und Bäuerinnen nehmen wir sehr ernst. Wir setzen uns deshalb in allen Verhandlungen für praktikable Lösungen ein. Aber angesichts des Urteils des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2018 kommen wir nicht um Nachbesserungen bei der Düngeverordnung herum. Die Europäische Kommission hat zwar unsere bisherigen Anstrengungen gewürdigt

weiter lesen...


29.10.2019

Staatliche Stellen werden nicht STV-Erfüllungsgehilfen

Jetzt ist es amtlich: Das Amt muss keine pauschalen STV-Anfragen beantworteten! Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erneut ein weises Urteil im Sinne der Bauern und Bäuerinnen in den Auseinandersetzungen um den Nachbau gesprochen. Noch mal von vorne: Die Saatgut-Treuhandverwaltungs-GmbH (STV) hatte an das Landesverwaltungsamt in Thüringen, welches für die Abwicklung der EU-Förderung zuständig ist, eine Anfrage gestellt, um sämtliche Anbaudaten der landwirtschaftlichen Betriebe im Land zu erhalten. Sie berief sich auf ihr Recht auf Information, um ihre Ansprüche auf Nachbaugebühren durchsetzen zu können. Die thüringischen Beamten weigerten sich, Date

weiter lesen...


29.10.2019

„Bis weißer Rauch aufsteigt“

Endlich einmal etwas tun zu können, den ganzen Frust und die Ohnmacht in Aktion zu wandeln und dann noch in so eine: Jeder, der schon mal mit einem Trecker auf einer Demo mit anderen Treckern unterwegs war, weiß, wie sich das anfühlt, wenn man als Könige der Landstraße im Konvoi hoch oben den Straßenverkehr dominiert. Meist winken noch lachende Passanten aufmunternd am Straßenrand. Für viele Bauern und Bäuerinnen, die am 22. Oktober zu tausenden in ganz Deutschland auf ihre Trecker gestiegen sind, um zu einem der dezentralen Aktionsorte oder nach Bonn zur zentralen Kundgebung der Bewegung „Land schafft Verbindung“ zu fahren, war das Ganze sicher ein be

weiter lesen...


Sie sehen Artikel 1 bis 20 von 291

Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: nuernberger[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-20
Telefax: 02381-49-22-21

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21