07.12.2019

Orientierungsfahrten im ganzen Land

Es war jahrelang ziemlich ruhig bei den Ackerbauern im Land, sie säten und pflegten und ernteten ihre Feldfrüchte, die Agrarpolitik überließen die meisten aber den Vertretern und Mitarbeitern vom Bauernverband. Lediglich die Milchbauern sind vor über 10 Jahren aus diesem System ausgebrochen und haben öffentlich kund getan, was die Zukunft ihrer Höfe gefährdet. Doch mit den seit Jahren aufgeschobenen Neuordnungen bei Düngung und Spritzmitteleinsatz, die nun in kürzester Zeit umgesetzt werden sollen, sehen viele Bauern aus allen Produktionsrichtungen eine Existenzgefahr für ihre Höfe. Was bis dahin aus Sicht sehr vieler Bauern einfach nur richtig und gu

weiter lesen...


07.12.2019

Mauern einreißen und Bauern mitnehmen

Drei Tage vor dem 9. November, am Brandenburger Tor wird gerade eine futuristische Bühnenkonstruktion für die Feierlichkeiten aufgebaut, an einer Häuserecke hinterm Hauptbahnhof hängt ein riesiges Werbebanner von Coca Cola mit dem Spruch: „Die Welt braucht mehr Menschen, die keine Mauern wollen.“ Nur einen Steinwurf weiter bietet die Stadtmission Berlin gestrandeten Menschen erste Hilfe, daneben kommen zwei kleine Jungs mit Schulranzen auf dem Rücken arabisch plappernd offensichtlich nach Hause in eine Flüchtlingsunterkunft. Im inklusiven Hotel Rossi noch einmal hundert Meter die Lehrter Straße runter beschäftigt sich der Bundesverband Ökologische Lebe

weiter lesen...


07.12.2019

Nachbaufähiger Mais ist wertvoll

Seit ein paar Jahren sind in Deutschland erstmals wieder Maispopulationen auf dem Markt, die im Gegensatz zu Hybridsorten nachbaufähig sind! Gezüchtet wurden sie von ökologischen Züchtern vom Dottenfelder Hof und der Getreidezüchtung Peter Kunz aus der Schweiz sowie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Bayern). Erhältlich sind die offen abblühenden Populationen namens Evolino, Bogdan, Almito, Weihenstephaner 1-3 beim Dottenfelderhof, Sativa, Bioland HG, Naturland Marktgesellschaft und FarmSaat. Barbara Eder, die an der LfL Bayern Maispopulationen entwickelt, berichtet von den Nachbaumöglichkeiten: „Es gibt einige Landwirte, die ‚Herr’

weiter lesen...


07.12.2019

Von Kälbern und Kanarienvögeln

„Kälber billiger als Kanarienvögel“ – auf diese plakative, aber wirkungsvolle Schlagzeile reduzierte der Spiegel ein Problem, das seit Monaten allen Milchviehhaltern bekannt ist: Bullkälber, die zur Mast verkauft werden, sind im Preis sehr gefallen, und Kuhkälber, die sich zur Zucht nicht eignen, wie kleine Färsenkälber oder Zwicken aus Zwillingspärchen sind im Grunde gar nichts mehr wert. Kleine, leichte Kälber nehmen die Viehhändler in Norddeutschland überhaupt nicht mehr mit, der Bauer muss sehen, wo er damit bleibt. Die Schlagzeile traf offenbar einen Nerv in unserer Mediengesellschaft, denn viele Zeitungen nahmen das Thema auf und berichteten über

weiter lesen...


11.11.2019

Bundesrat lehnt verpflichtende Tierwohlkennzeichnung mehrheitlich ab

Im Rahmen seiner Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung und Verwendung eines Tierwohlkennzeichens (Tierwohlkennzeichengesetz - TierWKG) hat der Bundesrat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung eines verpflichtenden Tierwohllabels mehrheitlich abgelehnt. Er ist damit der Empfehlung des federführenden Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz nicht gefolgt. Dieser hatte die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels zwar grundsätzlich begrüßt, allerdings auch geäußert, „dass ein freiwilliges Label weder geeignet ist, eine hohe Marktdurchdringung zu erzielen, noch Märkte außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels umfassend zu er

weiter lesen...


29.10.2019

Bäuerlicher Protest

„Wir Bauern kriegen nicht den Hintern hoch und wehren uns nicht.“ Oft habe ich das auf Veranstaltungen gehört. Jetzt haben sie sich gewehrt. Zehntausende waren mit und ohne Trecker an vielen Orten unterwegs, allein hier in Bonn 10.000 mit 1.600 Treckern. Sie haben den 22.Oktober 2019 zu einem bemerkenswerten Protesttag gemacht. Beflügelt von großen Aktionen in den Niederlanden und in Frankreich, hat eine kleine Gruppe von Aktiven über die sozialen Netzwerke zu Protesten in vielen Städten aufgerufen. Die Botschaft verbreitete sich in Windeseile: Rausgehen. Den berechtigten Respekt für bäuerliche Arbeit nicht nur am Computer, sondern auf der Straße einfo

weiter lesen...


29.10.2019

„Die Bauern erwarten zu Recht die Unterstützung der Gesellschaft für ihre Leistungen“

Herr Aeikens, es brodelt unter den Bauern und Bäuerinnen, Düngeverordnung und Agrarpaket scheinen jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wie geht’s Ihnen damit, wenn sich Existenzsorgen, Frust und das Gefühl nicht anerkannt zu werden nun in Demos und Aktionen Bahn bricht? Die aktuellen Sorgen unserer Bauern und Bäuerinnen nehmen wir sehr ernst. Wir setzen uns deshalb in allen Verhandlungen für praktikable Lösungen ein. Aber angesichts des Urteils des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2018 kommen wir nicht um Nachbesserungen bei der Düngeverordnung herum. Die Europäische Kommission hat zwar unsere bisherigen Anstrengungen gewürdigt

weiter lesen...


29.10.2019

Staatliche Stellen werden nicht STV-Erfüllungsgehilfen

Jetzt ist es amtlich: Das Amt muss keine pauschalen STV-Anfragen beantworteten! Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erneut ein weises Urteil im Sinne der Bauern und Bäuerinnen in den Auseinandersetzungen um den Nachbau gesprochen. Noch mal von vorne: Die Saatgut-Treuhandverwaltungs-GmbH (STV) hatte an das Landesverwaltungsamt in Thüringen, welches für die Abwicklung der EU-Förderung zuständig ist, eine Anfrage gestellt, um sämtliche Anbaudaten der landwirtschaftlichen Betriebe im Land zu erhalten. Sie berief sich auf ihr Recht auf Information, um ihre Ansprüche auf Nachbaugebühren durchsetzen zu können. Die thüringischen Beamten weigerten sich, Date

weiter lesen...


29.10.2019

„Bis weißer Rauch aufsteigt“

Endlich einmal etwas tun zu können, den ganzen Frust und die Ohnmacht in Aktion zu wandeln und dann noch in so eine: Jeder, der schon mal mit einem Trecker auf einer Demo mit anderen Treckern unterwegs war, weiß, wie sich das anfühlt, wenn man als Könige der Landstraße im Konvoi hoch oben den Straßenverkehr dominiert. Meist winken noch lachende Passanten aufmunternd am Straßenrand. Für viele Bauern und Bäuerinnen, die am 22. Oktober zu tausenden in ganz Deutschland auf ihre Trecker gestiegen sind, um zu einem der dezentralen Aktionsorte oder nach Bonn zur zentralen Kundgebung der Bewegung „Land schafft Verbindung“ zu fahren, war das Ganze sicher ein be

weiter lesen...


04.10.2019

Zeit zu handeln

So ein bisschen erinnert mich der Beginn der „Fridays for future“-Bewegung an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Eigentlich wissen wir alle seit Jahren, dass wir den Klimaschutz nicht ernst nehmen, aber doch muss eine 15-jährige Schwedin jeden Freitag vors Parlament ziehen und mit einem Pappschild für Klimaschutz streiken, damit wir aufwachen. Ich bin im Wendland Widerstand gegen die Atompolitik gewohnt, aber dennoch bin ich zutiefst beeindruckt, was die Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahres weltweit auf die Beine gestellt haben. Niemand kann das Thema glaubhafter rüberbringen als eine Generation, die die Klimafolgen massiv zu spüren

weiter lesen...


04.10.2019

"Ein bäuerliches Zeichen setzen"

In Brake am Hafen kommt alles zusammen. Als die Bauern und Bäuerinnen nach eineinhalb Stunden ihre Treckerblockade des größten deutschen Futtermittelhafens beenden, rollen an die 100 LKW in beide Richtungen durch das einzige Zufahrtstor. Wie eine Stampede wütender Elefantenherden in der Savanne donnern die Transporter vorbei. Plötzlich wird deutlich, dass es hier nicht nur um Soja aus abgebranntem Regenwald in Brasilien geht, um ein Handelsabkommen, das bäuerliche Existenzen dies- und jenseits des Atlantiks gefährdet, sondern auch um Transporte auf der Straße, um Energie und um Arbeitsbedingungen. Wie unter einem Brennglas konzentriert sich alles in de

weiter lesen...


04.10.2019

Trockenheit führt zu Fichtensterben

Es geht um Produktionsflächen für Holz oder natürliche CO2-Speicher. Es geht um Klimawandel, Borkenkäfer und sterbende Wälder. In erster Linie geht es aber um einen Waldumbau – weg von einseitig auf Ertrag ausgerichteten Monokulturen, vor allem von Fichten. Ökologisch sind diese meist dunklen, extrem artenarmen Bestände noch nie besonders schützenswert gewesen. Aber das heranwachsende Fichtenholz ist, wenn die Bäume ihre Erntereife erreichen, ein begehrter Rohstoff in der Bauindustrie. Bauen mit Holz, das bedeutet, sieht man von der Möbelproduktion ab, in den meisten Fällen Bauen mit Fichte. Dass der Wald neben dem Erholungs- vor allem auch ein Wirtsch

weiter lesen...


04.10.2019

Entsolidarisierung auf dem Dorf

In Gesprächen mit Bauern in Ostdeutschland landet man immer bei der LPG. Sie ist für viele Landbewohner der ehemaligen DDR nach wie vor Hassobjekt oder Sehnsuchtsort oder auch beides gleichzeitig, für Ökonomen Grundstein eines agrarstrukturellen Erfolgsmodells, für Soziologen der Anfang vom Ende des Niedergangs bäuerlicher Kultur. Die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der ehemaligen DDR entstanden dadurch, dass landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Menschen und Orten in übergeordnete ökonomische Strukturen gezwungen wurden. Den freien Bauern, der seinen Beruf liebte, weil er individuell Entscheidungen selbst treffen, seine Verantwortung

weiter lesen...


09.09.2019

30 Jahre Mauerfall

Erinnere ich mich an den Tag des Mauerfalls, verspüre ich trotz der unterschiedlichsten Erlebnisse und Erfahrungen, die die letzten 30 Jahre mit sich gebracht haben, ein unbändiges Gefühl der Befreiung und der Erleichterung. Als junger Mensch erlebte ich das System des „real existierenden Sozialismus“ als stark eingrenzend und freiheitsberaubend. Zugleich prägt mich bis heute die Erfahrung einer starken solidarischen Gemeinschaft Andersdenkender in der DDR, die sich im täglichen Leben unterstützten, sich gegenseitig Mut zusprachen, Alternativen entwickelten und sich zivilgesellschaftlich engagierten. Die Entwicklung nach der Wende, speziell im länd

weiter lesen...


09.09.2019

Ost-Agrarstruktur ist kein Zufall

Schlechte Stimmung, der Aufstieg rechter Parteien, ungleiche Lebensverhältnisse mit besonders abgehängten ländlichen Räumen, entvölkerte Dörfer, wenige Bauern, höchstens bei fernen Investoren angestellte landwirtschaftliche Arbeiter, ausgeräumte Landschaften, in denen noch mehr Arten verloren gehen als in kleinteiliger Agrarstruktur – viel wird derzeit über den Osten Deutschlands geschrieben. Weder gibt es „den“ Osten, noch ist alles nur negativ. Und doch gibt es gerade in der Agrarpolitik Zusammenhänge, die bestimmte Entwicklungen begünstigt haben. Wo gilt es anzufangen? Vor 30 Jahren, als die friedliche Revolution vielleicht gerade auch auf dem Lan

weiter lesen...


09.09.2019

Bäume, Forst und Wald – Klimawandel im Brennglas

Die sommerliche Radtour von Norddeich Richtung Münster führte uns durch das als Hochburg der Tierhaltung bekannte Emsland – überall trockene Eichen oder Birken. Auch eine Auto- oder Bahnfahrt aus dem Sauerland Richtung Kassel, Bergisches Land oder Richtung Frankfurt ist nicht nur frustrierend aufgrund des immer stärker werdenden Verkehrs, sondern als Waldbesitzer auch wegen des überall sichtbaren Baum- und Waldsterbens: Trockene Kronen, braune Nadelholzbestände, wohin das Auge blickt. Das Sterben der Bäume Deutschland- und europaweit das gleiche Bild, überall rattern die Motorsägen und Waldbesitzer*innen kämpfen um ihre Existenz. Dutzende Millionen

weiter lesen...


09.09.2019

Mercosur: Klima und Käse

Diesen Sommer unterzeichneten die EU-Kommission und die Länder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay die politischen Eckpunkte des Mercosur-Freihandelsabkommens. Die konkreten Verträge werden im Detail noch ausgearbeitet, bevor das Abkommen in die europäische Abstimmung geht. Der EU-Rat, das EU-Parlament und alle EU-Mitgliedsstaaten müssen diesen Freihandelsvertrag ratifizieren. Auf siebzehn Seiten hat die EU-Kommission Knackpunkte festgehalten. Demnach muss Europa 99.000 Tonnen Rindfleisch jährlich importieren zu einem reduzierten Zollsatz von 7,5 Prozent. Diese Importquote entspricht 1,2 Prozent der gesamten EU-Rindfleischproduktion. Das kli

weiter lesen...


05.08.2019

Gemeinsam für die Vielfalt

Bei Fahrten über Land fällt mir dieses Jahr auf, dass noch an vielen Stellen Heu steht. Streifen an Rainen, Böschungen und Straßenrändern, aber auch kleine Inseln in vielen Hausgärten. Ebenso die vielen Ecken, Winkel oder Bachränder, die noch nicht gemäht worden sind. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die Themen Artenschutz und Artenvielfalt momentan sehr präsent sind. Das Schöne daran ist, dass die Menschen dies alles tun, ohne dass es bis jetzt irgendeine Regelung dazu gibt. Natürlich wird man auch im Naturschutzbereich um Vorschriften nicht herumkommen. Ein Beispiel sind die Gewässerabstandsflächen, die nur so flächendeckend durchzusetzen sein w

weiter lesen...


05.08.2019

Volksbegehren in der Republik

Erst war es nur in Bayern, dann kamen sie auch in Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg: Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt. „Rettet die Bienen“ war der eingängige Slogan in Bayern, mit dem es den Initiatoren gelang, 18,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Unterschrift zu animieren. Die Details der inzwischen in Gesetzen festgeschriebenen Regelungen und vor allem ihre Auswirkungen auf die Landwirte traten während des Prozesses hinter dem Slogan zurück. Wer wollte auch kein Bienenretter sein? Ohne die konkreten Umsetzungen nochmals zu beleuchten (siehe BS 3/19), zeigt der Ablauf die große, auch emotionale, Anteilnahme an dem Volksbegehren in B

weiter lesen...


05.08.2019

Schön gerechnet und allein gelassen

Existenzbedrohend, so der Deutsche Bauernverband, sei die in den Nachbesserungen zur neuen Düngeverordnung (DüV) 2017 getroffene Regelung zu einem 20-prozentigen Abschlag in den roten Gebieten. Hintergrund waren die Nachforderungen der EU-Kommission, die in der DüV 2017 keine ausreichende Umsetzung sah, um vor allem in den roten Gebieten eine Verbesserung der Grundwasserqualität zu erreichen. Man „verlasse aber das Grundprinzip der Bedarfsdeckung landwirtschaftlicher Kulturen mit Nährstoffen“, so der Präsident des DBV, Joachim Rukwied, und drückte damit vorsichtig aus, was manch anderer als das bewusste Verhungernlassen von Pflanzen bezeichnete. Wie fa

weiter lesen...


Sie sehen Artikel 1 bis 20 von 280

Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: nuernberger[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-20
Telefax: 02381-49-22-21

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Lesen Sie auch unseren Nachrichtenbrief

13.12.2019

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieh