Kommentar: Geschichten von Mut

In Vorbereitung auf den Jubiläumsschwerpunkt zum 50-jährigen Bestehen der Unabhängigen Bauernstimme im UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft sitze ich in meinem ehemaligen Kinderzimmer im alten Bauernhaus meiner Eltern und blättere nicht zum ersten Mal im Archiv der Bauernstimme, das hier inzwischen untergebracht ist. Und wie so oft bleibe ich länger hängen als geplant. Ich suche nach den Frauen* in diesen Ausgaben und nach dem, was sie zu sagen hatten und haben. Beim Lesen wird mir bewusst, wie wichtig es ist, Erfahrungen aufzuschreiben und…

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„Wenn man was will, muss man es tun“

Interview mit Maria Heubuch, Bäuerin und ehemalige AbL-Bundesvorsitzende im Allgäu: Unabhängige Bauernstimme: Du bist 1980 als Quereinsteigerin auf einen landwirtschaftlichen Betrieb gekommen. Wie wurden Frauen in der Landwirtschaft damals wahrgenommen? Maria Heubuch: Die Rollenverteilung war eindeutig: Kinder, Küche, Kirche – je nach Betrieb auch die Kühe – lagen in der Verantwortung der Frauen. Der Betrieb selbst war reine Männersache. Ich war meist die einzige Frau auf Bauernversammlungen. Als 1982 für unseren Betrieb die…

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Mehr Unkraut wagen?

Biodiversität in der Fläche steht und fällt mit politischen Rahmenbedingungen.  Am Anfang war bei den Initiatoren die Skepsis groß, ob sich überhaupt 60 Betriebe in Niedersachsen finden würden, die beim Finka-Projekt mitmachen. Niedersachsen betitelt sich gern als Agrarland Nummer eins, der Ackerbau ist oft intensiv, die Ökolandbaurate liegt unter dem Bundesschnitt. 2020 wurde im Bundesprogramm Biologische Vielfalt des Bundesumweltministeriums ein Projekt aufgelegt, was es so noch nicht gegeben hatte. „Finka“ steht für Förderung von Insekten im…

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Kommentar: Haltung zeigen – Rücken stärken

Fast schon reflexhaft reden alle über „die Zahl“ – sprich: Wieviele Menschen waren dieses Jahr bei der „Wir haben es satt!“ Demonstration? Wieviele Trecker? Und ist der Fakt, dass es vor Jahren mal deutlich mehr waren, ein Zeichen dafür, dass die Demo sich erübrigt hat, quasi ausgelaufen? Ein totgerittenes Pferd, an dem manche sich verzweifelt festklammern?  Auf einer Weihnachtsfeier sagte mir jemand mehr oder weniger im Vorbeigehen: „Hoffnung ist eine politische Entscheidung“. Dieser Satz fuhr mir mitten ins Herz. Zugegeben in ein…

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Angstfaktor im Machtgefälle

Wie kommen Bauern und Bäuerinnen zu einer besseren Stellung in der Wertschöpfungskette? Alle Jahre wieder demonstrieren Bauern und Bäuerinnen vor Handelsunternehmen und blockieren die Auslieferungslager des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Alle Jahre wieder liefern sich die Handelskonzerne einen Preiskampf um Butter, Milch, etc. Kurz vor Weihnachten nun bekamen es die Bauern und Bäuerinnen von offizieller Stelle bestätigt: die Monopolkommission der Bundesregierung – so etwas wie der wissenschaftliche Beirat auf Wettbewerbsebene – konstatierte…

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„Wer macht uns den Hof?“

Ein Fachtag zum Thema Existenzgründung und Hofnachfolge in der Landwirtschaft Peter Schön gründete 2024 selbst einen kleinbäuerlichen Betrieb im Burgenland in Österreich und engagiert sich seither im europäischen Netzwerk von Via Campesina. Ihm zufolge sind die größten Hindernisse für landwirtschaftliche Existenzgründungen in Europa die Preise, Einkommen und die aktuellen Arbeitsbedingungen sowie Zugang zu Land. In den nächsten zehn Jahren gehe EU-weit die Hälfte der Betriebsinhaber in Rente. Bei den meisten sei die Nachfolge ungeklärt.  Dieser…

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Kommentar: Ministerium muss jetzt arbeiten!

Es ist nichts Neues, dass in eine neue Bundesregierung erstmal viel Hoffnung gesteckt wird. So hatten das Bekenntnis zu den Zielen der Borchert-Kommission und die Ankündigung im Koalitionsvertrag, zusätzlich 1,5 Milliarden Euro für den Umbau der Tierhaltung zur Verfügung zu stellen, den Eindruck erweckt, die Arbeit der letzten Jahre sei für die beteiligten Verbände nicht umsonst gewesen. Anfang September kam dann aber, für alle überraschend, die Ankündigung des Ministers, dass das Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung ersatzlos gestrichen…

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"Anschub für andere Art Tierhaltung strahlt aus"

Sauenhalter Alexander Nienhaus setzt auf Neuland, hält sich flexibel Wege offen und sieht enormen Druck bei der Vermarktung. Er erlebt reges Interesse: „Ich sollte langsam Eintritt nehmen“, scherzt der Raesfelder Neuland-Sauenhalter Alexander Nienhaus, der in diesem Jahr einen ganz besonderen Sauenstall gebaut und Ende August mit seinen Tieren bezogen hat. Im Abferkelbereich hält er jetzt die Sauen mit ihren Ferkeln in Gruppen. Stroheinstreu, viel Platz mit Auslauf sowie Ringelschwänze gehören auch im Deckzentrum, im Wartebereich und in der…

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Kommentar: Gentechnik-Kennzeichnung ist ein Problem für die Konzerngewinne

Was die Unterhändler im Trilog zur Gentechnik verhandelt haben, ist für mich als Bäuerin ein Skandal – ökonomisch, ökologisch und politisch. Es schadet Europa und dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die EU. Es belastet Bäuerinnen und Bauern mit unlösbaren Koexistenz-Problemen, Unsicherheiten und Risiken. Es gefährdet unsere Märkte, die eine Gentechnikfreiheit fordern – und damit auch unsere Existenzen. Wir würden unsere Selbstbestimmtheit verlieren, wie wir wirtschaften wollen, denn Gentechnik würde uns aufgezwungen. "Die Trilog-Entsch…

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Kommentar: Längst überfällig

Eigentlich, dachte ich, liefe mir der Kommentar zum UN-Jahr der Bäuerinnen 2026 locker von der Feder. Mir ist schon lange bekannt, wie sich die Situation von Frauen im landwirtschaftlichen Kontext darstellt. Doch das Thema ist nicht nur sehr komplex und vielschichtig, sondern auch stark emotional aufgeladen. Das rührt daher, dass sich gerade in der Geschichte der Landwirtschaft die strukturelle Benachteiligung, Abhängigkeit und Traumatisierung von Frauen über Jahrhunderte widerspiegelt und diese im historischen Kontext sowie im Zusammenhang der…

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Nur Mut!?

Was Frauen in der Landwirtschaft auf dem Weg zur Gleichberechtigung wirklich brauchen. Fast 90 Prozent der Höfe werden von Männern geführt. Daran hat sich in den letzten 20 Jahren nur sehr wenig geändert – der Frauenanteil stieg lediglich um zwei Prozentpunkte. Genauso wenig geändert hat sich eine Strategie des Umgangs mit diesem Gendergap: Immer wieder lassen sich Veröffentlichungen und Veranstaltungen von Akteur*innen des Agrarbereichs finden, in denen Frauen Mut zugesprochen wird, das Berufsfeld Landwirtschaft zu betreten oder Führungsrollen…

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Gerichte treiben Düngepolitik

Bauern und Bäuerinnen müssen vor die Welle kommen Das Thema ist seit Jahren gesetzt, die unterschiedlichen Facetten allerdings schillern ähnlich bunt wie die Fliegen auf einem Kuhfladen. Deutschland hat ein – noch – wachsendes Nitratproblem im Grundwasser. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung konstatierte vor zwei Jahren hohe soziale und ökologische Kosten als Folge der Nitratverschmutzung des Grundwassers und forderte, das Problem auf der politischen Agenda weiter nach oben zu rücken. Aktuell meldete Schleswig-Holstein eine…

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Kommentar: Wachsen, um erfolgreich zu sein?

Manchmal frage ich mich, ob als einziger und wichtigster Gradmesser für landwirtschaftlichen Erfolg wirklich die ständige Steigerung von Umsatz und Fläche und Produktivität zählt. Oder erliegen wir oftmals nur einer bequem gewordenen Illusion?  Jahrzehntelang wurde uns das Dogma des „Wachsens oder Weichens“ gepredigt. Uns wurde eingeredet, dass hohe Schulden der Preis für Innovation und modernes Wirtschaften seien. Das Ergebnis sind immer größere Höfe, immer höhere Schuldenberge, Überlastung und eine wachsende Abhängigkeit von globalen Märkten,…

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Wachsen oder weichen? Macht mal langsam!

Vielfalt, viel Arbeit und viel wirtschaftliche Unabhängigkeit Unser Hof hat eine für das Sauerland typische Vergangenheit: Historisch gewachsen als „Vollsortimenter“ mit Kühen, Schweinen, Hühnern, viel Grünland und allen gängigen Ackerkulturen außer Mais, aber beengt in der Dorflage, siedelten Jürgens Eltern bei ihrem Einstieg in den 35-ha-Betrieb 1962 die Hofstelle an eine günstige Lage inmitten der eigenen Flächen aus. Es wurden ein großes Wohnhaus für mehrere Generationen, ein Anbindestall auf Stroh mit Eimermelkanlage für 25 Kühe, mehrere…

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„Man muss auch mal zufrieden sein“

Finanziell nicht zu stark abhängig sein, vieles selber machen - aber nicht jeden Wertschöpfungsschritt  Der Hof von Wilhelm und Karin Eckei ist ein konventioneller Gemischtbetrieb mit Neuland-Tierhaltung im nordrhein-westfälischen Fröndenberg östlich des Ruhrgebiets.  Unabhängige Bauernstimme: Beschreibe mal euren Betrieb, wie seid ihr aufgestellt? Wilhelm Eckei: Wir haben einen mittleren Familienbetrieb, den ich zur Zeit mit meiner Frau und einem Mitarbeiter mit halber Stelle sowie einer Hilfskraft bewirtschafte. Unser jüngster Sohn Mathis…

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Leseprobe

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Christine Etienne

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: etienne[at]bauernstimme.de
Telefon: 0157-736-891-27
Telefax: 02381-49-22-21

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