26.11.2018

Tierhaltung 4.0

Als ich vor zehn Jahren im November 2008 zur Eurotier fuhr, bekam ich am Einlass einen Messeprospekt in die Hand gedrückt. Fast alle Artikel beschäftigten sich mit dem Thema Tierschutz. Ich war voller Hoffnung, dass sich etwas bewegt. Auf der Messe allerdings waren wenig echte Innovationen im Stallbereich zu sehen. Auch in diesem Jahr bin ich Mitte November nach Hannover gefahren. Wieder zur Eurotier. Diesmal gibt es zwar keinen Prospekt, aber dafür lässt der Titel der Messe: „Tierhaltung 4.0“ Veränderungen vermuten. Gespannt gehe ich durch die Hallen, um die Veränderungen im Stallbaubereich zu bestaunen. Allerdings muss man schon suchen, um neue tie

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26.11.2018

Digital Animal Farming

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) freut sich über eine erfolgreiche Messewoche: „2.597 Aussteller aus 62 Ländern präsentierten ihre Neuheiten und Konzepte für die landwirtschaftliche Praxis weltweit. Digitale Lösungen mit Elektronik, Steuerungs- und Regeltechnik, Datenmanagement sowie Innovationen aus den Bereichen Stallbau, Fütterungs- und Haltungstechnik und Züchtung setzen neue Impulse für Effizienz und Tierwohl.“ Mehr Effizienz, das überrascht nicht. Ist sie doch in fast allen Lebensbereichen das Ziel. Sie waren in allen Hallen vor allem bei den großen Herstellern zu finden: Ein Melkkarussell mit zentralem Bedienterminal, das dem Melk

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26.11.2018

Sonderklagerechte für Saatgutkonzerne

Das Recht auf Nachbau für Bäuerinnen und Bauern kann durch die neuen Handelsabkommen noch stärker unter Druck geraten. Zu dem Schluss kommen die Autoren der in den Niederlanden ansässigen Organisation „Both Ends“ in ihrer im Oktober veröffentlichten Studie: „UPOV 91 and trade agreements“. In dieser beschreiben die Autoren, dass in dem neuen Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) explizit darauf verwiesen wird, dass beide Länder „kooperieren sollen, um den Schutz der Pflanzenvielfalt zu stärken und voranzutreiben“ und zwar auf Basis von UPOV 91. Solche Formulierungen stellen deshalb eine besondere Gefahr dar, so die Autoren der Studie, da etw

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26.11.2018

Rechts(d)ruck im ländlichen Raum?

Anfang Oktober in einer Odenwälder Kleinstadt: Die Alternative für Deutschland (AfD) veranstaltete ein Bürgergespräch. Eine Gegendemonstration wurde daraufhin angemeldet. Unter den Demonstrierenden waren Nicole Denk und Gerd Arras, die einen Biokreis-Betrieb im Ort bewirtschaften. Sie hatten ihren Trecker mit einem Banner mit der Aufschrift „Nein zur AfD # Wir sind mehr“ bei der Demo geparkt und teilten ein Foto davon auf ihrer Facebook-Seite. In den nächsten Tagen prasselten Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen auf die Bäuerin und den Bauern ein. „Uns wurde mit Brandanschlägen gedroht und zum Boykott unseres Milchautomats aufgerufen. Die früheren

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05.11.2018

Neue Wege suchen

Vor fünfundzwanzig Jahren gab es in unserem Stadtteil Kassels fußläufig erreichbar noch drei Bäckereien und drei bis vier Metzgereien. Heute sind dort: ein Tatoostudio, ein Tanzstudio, ein Architekturbüro, ein Frisör und ein Hundefutterladen. Wir kaufen Fleisch bei Tegut oder holen uns das Biofleisch direkt vom Landwirt. Oft backe ich Brötchen selbst oder hole das Brot vom Biobäcker auf dem Wochenmarkt am Freitag. Manchmal fühle ich mich schuldig: Auch ich hatte zu selten eingekauft bei den Metzgern und Bäckern. Wir haben weniger Fleisch gegessen oder wollten andere Qualitäten – ich erinnere mich nicht mehr so genau, wann das angefangen hat und wann g

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05.11.2018

Ökologisierung des Mainstreams oder Konventionalisierung der Ökos?

Veränderung ist wohl auch im Zusammenhang mit der nun vertraglich beschlossenen und veröffentlichten Zusammenarbeit vom Bio-Anbauverband Bioland und einem der beiden großen Discounter im Lebensmitteleinzelhandel – Lidl – das meist benutzte Wort. In einer sich verändernden Welt geraten Dinge in Bewegung. Und Dinge kommen zusammen, die noch vor 15, 20 Jahren kaum jemand für zusammen gangbar gehalten hätte. Speziell unter den Discountern herrscht ein erheblicher Konkurrenzdruck – auch durch den wachsenden Onlinehandel – um eine Verbraucherschaft, die zwar immer weniger selber kocht, aber immer genauer wissen will, wo die Lebensmittel im Supermarktregal he

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05.11.2018

Fair gehandelt – gut behandelt

Vielleicht sind es die Aktionen von NGO’s, vielleicht tragen die großen Demonstrationen in Berlin dazu bei, vielleicht ist es die Erkenntnis einer gesellschaftlichen Mitverantwortung oder vielleicht geht es doch nur darum, sich gegenüber den Mitbewerbern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Vorteile zu verschaffen: In einzelnen, wenn auch noch kleinen Marktsegmenten findet bei Discountern und Filialisten ein Umdenken in der Unternehmenskultur statt. Die Nachhaltigkeitsabteilungen in der Branche wandeln sich von Alibieinrichtungen zu immer einflussreicheren Bereichen des Managements. Dabei greifen sie zunehmend auf bestehende Erzeugungsstrukturen einer an

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30.09.2018

Eine Lösung im Sinne der Tiere und der Bauern

Fünf Sekunden dauert die betäubungslose Ferkelkastration bei erfahrenen FerkelerzeugerInnen. Ältere Schweine reagieren wesentlich deutlicher auf Schmerz als Ferkel. Bleiben Reaktionen nach der Kastration bei jungen Ferkeln aus, könnte man meinen, sie haben den Eingriff bald schon wieder vergessen. Bedeutet das Ausbleiben von starken Schmerzreaktionen auch, dass keine Schmerzen vorhanden sind? Nein, denn der Schmerz ist der gleiche. Gemäß Tierschutzgesetz darf ein schmerzhafter Eingriff bei Wirbeltieren nicht ohne Betäubung erfolgen. Dass ein Verbot kommen würde und jetzt praktisch in drei Monaten vor der Tür steht, war allen bekannt – den ErzeugerInnen

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30.09.2018

Wege aus der Apfel-Inzucht

Beim Betrachten der Züchtungsstammbäume moderner Apfelsorten kann man Parallelen zu Stammbäumen europäischer Königshäuser der letzten Jahrhunderte ziehen – irgendwie ist jeder mit jedem verwandt. Durch die Verwendung von besonders krankheitsanfälligen Elternsorten sind im Erwerbsanbau zahlreiche Probleme entstanden: diverse Pilzkrankheiten wie Schorf, Mehltau oder Obstbaumkrebs oder der durch Bakterien verursachte Feuerbrand. Bei seinen Nachforschungen entdeckte der Pomologe Hans-Joachim Bannier, dass sich in den Stammbäumen beinahe aller modernen Apfelsorten des Erwerbsanbaus die äußerst krankheitsanfälligen Elternsorten Golden Delicious, Cox Orange,

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30.09.2018

Einfach nichts passiert

Schon seit mehreren Jahren ist das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum Ende dieses Jahres bekannt. Unverständlich ist daher das hektische Agieren vieler Lobbyisten und Politiker drei Monate vor dem angekündigten Ende. Natürlich ist der Schweinemarkt kompliziert. Das System hat immer weiter spezialisierte Betriebe hervorgebracht: Sauenhalter, Ferkelmäster, Mäster. Dabei ist schon der Bereich der Ferkelproduktion manchmal auf mehrere Betriebe verteilt. Warte-, Beleg- und Abferkelstall liegen dann auf verschiedenen Betrieben, die eng kooperieren. Aber vor allem ist die Schweinehaltung nicht national begrenzt. Auch in den Niederlanden und in D

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07.09.2018

Wasser ist Leben und auch ein Verteilungsproblem

Ohne auskömmliche Mengen von Wasser wächst keine Pflanze! Ohne auskömmliches Pflanzenwachstum überlebt kein Mensch! Zwei Gewissheiten, nach denen Bäuerinnen und Bauern schon immer handeln und arbeiten und die jeder bewusst denkende Mensch kennt! Die letzten Monate haben in vielen Regionen Deutschlands im besonderen Maße die Folgen von zu wenig Wasser, das Jahr 2017 dagegen die Folgen von zu viel Wasser ins Bewusstsein aller gebracht. Obwohl eine Veränderung des Klimas in Richtung extremer Wetterereignisse nach jahrzehntelanger Vernachlässigung des Klimaschutzes niemanden mehr wirklich überraschen dürfte, sind die Folgen dieser letzten Jahre in ihrem e

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07.09.2018

Neuland betritt Vermarktungsneuland

Für die einen ist es der Pakt mit dem Teufel, für die anderen ein geradezu notwendiger Schritt, um das Versinken von Neuland in der Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Ab Ende August liefert die Neuland Fleischvertriebs GmbH im westfälischen Bergkamen Neuland-Schweine über den Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück, aus denen dann Teile als abgepackte Ware – Hack, Schnitzel, Nackensteaks, Geschnetzeltes, ... – in Aldi-Filialen landen. Unter der Aldi-Eigenmarke „Fair und Gut“ bietet der Discounter dann Schweinefleisch aus artgerechter Tierhaltung im Premiumsegment und in ausgewählten Regionen mit dem Neuland-Label an. Bedingung der Neuland-Vermarkter w

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07.09.2018

Die Gesellschaft muss es vorantreiben

Seit der Gründung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist Frankreich Empfänger des größten Anteils des GAP-Budgets. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 bekommt Frankreich durchschnittlich 9,1 Milliarden Euro pro Jahr. Das Land nutzt das Geld zu 84 % (nämlich 7,7 Milliarden) für die erste Säule, während nur 1,4 Milliarden in die zweite Säule gehen. Da die aktuelle GAP ein Subsidiaritätsniveau zugunsten der EU-Mitgliedsstaaten eingeführt hat, unterscheidet sich die Aufteilung des Budgets innerhalb jeder Säule zwischen Deutschland und Frankreich deutlich. Die Finanzausstattung Frankreichs für die erste Säule der GAP ist zur Zeit folgendermaßen aufgeteilt: 3

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07.09.2018

Hofabgabeklausel muss weg!

Frau Sieverdingbeck-Lewers, die von Ihnen vertretenen Kläger waren vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich. In seinem Beschluss erklärt das Gericht das Gesetz zur Alterssicherung der Landwirte für in Teilen verfassungswidrig. Um welche Teile handelt es sich hierbei und was wird hier geregelt? Jutta Sieverdingbeck-Lewers: Bislang mussten Landwirte ihren landwirtschaftlichen Betrieb abgeben, wenn sie eine Altersrente oder andere Renten nach dem Gesetz zur Alterssicherung erhalten wollen. Ein Landwirt durfte dann maximal 8 ha Ackerfläche selbst bewirtschaften. Diese in § 11 Abs.1 Nr. 3 i.V.m. § 21 ALG normierte Verpflichtung zur Abgabe des landwirts

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29.06.2018

GAP-Reform für Bauern und Gesellschaft

Licht und Schatten hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner in den Vorschlägen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der nächsten Jahre gesehen. Ähnlich ging es der AbL, wobei wir zum Teil dort mehr Licht gesehen haben, wo die Ministerin Schatten ausgemacht hat. Die EU-Kommission hat nämlich einen alten AbL-Vorschlag aufgenommen und eine Obergrenze für die Direktzahlungen bei 100.000 Euro je Betrieb und Jahr vorgeschlagen, um die ungerechte Verteilung der Gelder abzumildern. Oberhalb dieser Grenze können Lohnkosten dafür genutzt werden, diese Kürzungen zu vermeiden. Allerdings schlägt die Kommission vor, dass 100 % der Lohnkosten angerechnet werden

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29.06.2018

Zauberer aus Stahl

Mechanische Unkrautbekämpfung ist ein Zukunftsthema Hacken sind gerade der heiße Scheiß, könnte man meinen. Auf den DLG-Feldtagen im sachsen-anhaltinischen Bernburg war der Andrang groß, wenn bei den Maschinenvorführungen mechanische Unkrautbekämpfung auf dem Programm stand. Dabei war dort auf einem ziemlich unkrautfreien Rübenacker eher wenig Wirkung von Striegel und Hacke zu sehen, geschweige denn große Unterschiede. In den letzten Jahren hat es in dem Segment viel Bewegung in Sachen technischer Innovationen gegeben. Offenbar ermöglicht das nicht nur Technikfreaks einen Zugang, ohne eventuelle Berührungsängste mit der Ökoecke haben zu müssen. Der er

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29.06.2018

Gentechnik-Kommunikationsleitfaden der Industrie

Die Gentechnikindustrie und die ihr nahestehenden Wissenschaftler haben sich aufgestellt. Ziel ist es, die Regierungen zu überzeugen, dass Produkte (Pflanzen und Tiere), die mittels „Genom-Editing“-Verfahren, wie beispielsweise CRISPR/Cas, erzeugt wurden, keine Risikobewertung und Zulassungsverfahren durchlaufen sollen. Am liebsten global, um Handelshemmnisse, wie bei der alten Gentechnik – Zulassungsverfahren, Kennzeichnung, Nulltoleranz für nicht zugelassene GVO und Rückverfolgbarkeit – zu vermeiden. Dies geht aus einem internen Kommunikationsleitfaden hervor, den die ISF (International Seed Federation) entwickelt hat. Die konzernkritische Organisati

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07.06.2018

27 mal EU-Agrarpolitik

Das Gemeinsame an Europas Politik für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung droht zu verschwinden. Die EU-Kommission legt für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nur noch allgemeine Ziele, einen groben Rahmen für Maßnahmenbereiche und Grundanforderungen sowie wenig wirksame Indikatoren zur Ergebniskontrolle vor. Sowohl für die verschiedenen Direktzahlungen als auch für die Förderbereiche der ländlichen Entwicklung (2. Säule) übergibt die Kommission die Verantwortung nun weitgehend in die Hände der Mitgliedstaaten. Den gleichen Weg bereitet sie auch im Bereich der Marktbezogenen Maßnahmen vor. Je weniger es in der EU-Agrarpolitik um gemeinsame Marktor

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07.06.2018

Milch gegen Maschinen

EU-Freihandelsgespräche mit Australien und Neuseeland Die Handelsminister, in Deutschland vertreten durch das Wirtschaftsministerium, haben entschieden: Die EU-Kommission beginnt Freihandelsgespräche mit Neuseeland und mit Australien. Ozeanien hat ein klares Interesse daran, Milch- und Fleischprodukte, vor allem von Rindern und Schafen, zu exportieren. Nur im Gegenzug einer entsprechenden Marktöffnung werden sie ihre Märkte für Maschinen, Chemikalien oder verarbeitete Lebensmittel aus Europa öffnen – Auge um Auge, Zahn um Zahn. Was es bedeuten könnte, bzw. welche Exportpotentiale Ozeanien hat, zeigen Berechnungen des Thünen-Institutes. Im Falle eine

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07.06.2018

Bald 27 verschiedene EU-Agrarpolitiken

Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten ab 2021 die Auswahl und Ausgestaltung der Maßnahmen überlassen. Nur die Kappung will sie selbst regeln Für die 1. Juni hat die EU-Kommission die Veröffentlichung der Verordnungsentwürfe für die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) angekündigt. Die vor Redaktionsschluss einsehbaren Entwürfe bestätigen die Brüsseler Absicht, den Mitgliedsstaaten noch stärker als bisher die Verantwortung nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Auswahl und Ausgestaltung der Förderung zu übertragen. Im Folgenden beschreiben wir wesentliche Punkte der Kommissionsvorschläge: Strategischer GAP-Förderplan Ähnli

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„Liebe Regierungschefs, es muss endlich Fairness in der Gem