11.05.2022

Welternährungskrise gemeinsam lösen

Welternährungskrise – ein monströses Wort. Und schrecklich sind auch die Auswirkungen auf jeden Menschen, den es trifft, denn das bedeutet noch mehr Menschen, die sich nicht ausreichend und gesund ernähren können. Und damit wird nach wie vor das Menschenrecht auf Nahrung täglich gebrochen. Denn es gibt genug Lebensmittel für alle, viele Hungernde können sie sich einfach nicht leisten. Wir stolpern, oder eher taumeln wir seit Jahrzehnten von einer Ernährungskrise in die nächste – so blieb in der Öffentlichkeit eher unbeachtet, dass es über 116 Millionen mehr Hungernde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie gab. Der Krieg in der Ukraine bringt das

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11.05.2022

Landwirtschaftliche Spezialoperation und Frieden

Große Macht korrumpiert. Die Abhängigkeit von ihr tötet. Wie ukrainische Klimaforscher betonen, hat die Abhängigkeit der Welt von fossilen Brennstoffen – und zwar von den fossilen Brennstoffen aus Russland – zu den größten Herausforderungen der modernen Welt geführt. Der Klimawandel und der russische Krieg gegen die Ukraine gehen weiter und gefährden die globale Ernährungssicherheit. Während es offensichtlich ist, dass die Welt die fossilen Brennstoffe ablehnen muss, um den Krieg zu beenden, um das bösartige Regime zu stoppen, müssen wir eine andere Lektion lernen, um der Menschheit eine Chance zu geben. Wir müssen neu definieren, was Stärke bedeutet,

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11.05.2022

Getreideproduktion im Zangengriff dreier Krisen

Für die Getreideproduktion kommt es ganz dicke. Gleich von mehreren Seiten sind die Märkte für Weizen, Mais und Futtergetreide unter Druck gesetzt – und das bereits seit fast zwei Jahren. Der Krieg in der Ukraine setzt der schon vorher sehr sprunghaften („volatilen“, wie man heute sagt) Entwicklung die Krone auf. Die fehlende Exporte aus den Kornkammern Europas (Russland, Ukraine) treiben die Getreidepreise in nie gekannte Höhen. Sie treffen vor allem die auf Brotgetreide angewiesenen Länder Afrikas und des Nahen Ostens, lassen aber auch die hiesigen Märkte erbeben. Plötzlich wird wieder über Versorgungsfragen diskutiert, nachdem jahrelang der Export a

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11.05.2022

Klimaziele sind unverrückbar

Zur Demo in Lützerath, rund um den Hof von Bauern Eckhard Heukamp, kommen Ende April viele tausend Menschen. Die Forderungen sind klar: Stopp dem Klimawandel, Kohle im Boden lassen und alle Dörfer bleiben!. Was hier gerade, aber eigentlich ja schon seit Jahrzehnten immer wieder, zerstört wird, ist zu einem ganz wesentlichen Teil die Heimat von Menschen. Auf dem Weg zu dem kleinen Weiler Lützerath, in dem RWE schon ein Drittel der Häuser abgerissen hat, ganz offensichtlich, um den kämpferischen Eckard Heukamp zu zermürben und zum Verkauf zu zwingen, kommt man durch Dörfer, die ebenfalls den Baggern weichen sollen. Straßenzüge, in denen viele Häuser leer

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30.03.2022

Innehalten und zusammenstehen

Ach, hätten doch die Mitglieder des Deutschen Bundestages nach der bewegenden Video-Botschaft des ukrainischen Präsidenten Selenskij geschwiegen. Einfach mal an die Menschen in der Ukraine gedacht, an die vielen Opfer des brutalen russischen Aggressionskrieges, an die Menschen auf der Flucht und an das unendliche Leid. Statt in einer Geschäftsordnungsdebatte übereinander herzufallen, einfach mal innegehalten. Haben wir das schon verlernt durch das Wegsehen in Bosnien, Ruanda, Myanmar, Irak, Syrien, Jemen, …? Die Botschaft meiner Generation „Nie wieder Krieg“ – mal wieder zerbombt. Die „Lehnstuhlhelden“ kommen aus allen Ecken. Sie erklären uns die Welt,

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30.03.2022

Frieden schaffen, Ernährungssouveränität sichern, Lebensgrundlagen erhalten

Schon Ende Februar, nur wenige Tage nach dem Beginn des Überfalls auf die Ukraine durch Russland, wurde in ersten Kommentaren in Fachmedien und Pressemitteilungen von Landwirtschaftsverbänden gefordert, eine Abkehr von der Farm-to-Fork-Strategie und vom Green Deal zu vollziehen. Die Ernährungssouveränität in Deutschland sei gefährdet. Man müsse sich aus anfälligen Lieferketten lösen, Abhängigkeiten beseitigen. Gleichzeitig, und das offenbarte die Doppelzüngigkeit dieser Vorstöße, solle man in Deutschland die geplante, zaghafte Ökologisierung der neuen GAP zugunsten einer Produktionssteigerung auch auf Stilllegungsflächen aufgeben, um so Länder des glob

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30.03.2022

Saisonarbeitsbedingungen jetzt verbessern!

Osteuropa ist im Ausnahmezustand und der Spargel wächst trotzdem. Rund eine viertel Million Menschen kommen jedes Jahr nach Deutschland, um als Saisonarbeitskräfte auf Gemüse- und Obstbaubetrieben zu ernten, zu pflegen, zu packen, dafür zu sorgen, dass die meist empfindliche Frischware saisonal und regional auf unsere Esstische kommt. Die meisten dieser Saisonkräfte kommen aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Ungarn, aber mittels staatlicher Anwerbeabkommen auch aus Nicht-EU-Ländern wie der Republik Moldau, Georgien oder eben auch der Ukraine. Nachdem bereits die vergangenen zwei Jahre die Corona-Pandemie viele Unsicherheiten und auch rechtliche Verschle

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30.03.2022

Die Düngeverordnung – mit dem bisherigen Ansatz sind die Probleme nicht zu lösen.

Die Landwirte haben es schon längst gemerkt – die bisherigen Änderungen der Düngeverordnung (DÜV) haben „die Kuh nicht vom Eis geholt“, nicht für die Landwirte, aber erst recht nicht für die Politik. Zwar steht die Einteilung in „rote Gebiete“ immer noch im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen (einschließlich des aktuellen Gerichtsurteils in Mecklenburg-Vorpommern), es gibt aber viel mehr Baustellen. Leider wird immer noch nicht darüber nachgedacht, wie denn eine DÜV aussehen würde, die Bauern und Bäuerinnen als Unterstützung und nicht als Bedrohung wahrnehmen könnten. Dringend erforderlich sind jetzt zum einen eine Entlastung der vielen Betriebe, dere

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30.03.2022

Ich halte die Luft an!

Syrien, 2013: Ich halte die Luft an. Das Raunen in der Luft kündigt den nächsten Schlag an. Ich bin im Bad des alten Hauses, wollte mich gerade waschen und halte einfach nur die Luft an. Ich fühle mich in diesem fensterlosen Bad besonders angreifbar. Mit zu wenig Kleidung an, bereue ich meine Entscheidung, ganz schnell mal mich wenigstens etwas zu waschen. Was auf das Raunen folgt ist unweigerlich der Einschlag. Hier, nah oder ferner. Während es in der Luft dröhnt, weißt Du noch nicht, wo es treffen wird. Dort, wo es einschlägt, ist auch klar: die Wucht ist unermesslich. Wer es erlebt hat wird es nie wieder vergessen. Es frisst sich in Deine Seele.

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30.03.2022

Klimaschutz geht nicht von allein

Keine Bäuerin und kein Bauer, die oder der auch morgen noch Landwirtschaft betreiben will, glaubt ernsthaft, dass dies ohne Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Betrieb möglich sein wird. Wir wissen, dass der Sektor Landwirtschaft massiv zu der Klimakrise beiträgt und unsere Treibhausgas(THG)-Emissionen die Intensität und das Ausmaß der Klimawandelfolgen verstärken. Dabei stehen wir nicht nur in der Pflicht, unsere eigenen THG-Emissionen zu reduzieren. Nebenbei sollen wir auch noch so viel CO2 wie möglich aus der Atmosphäre in unsere Böden bringen und dort speichern. Im besten Falle so viel, dass es auch noch für andere Branchen reicht, ihre THG-

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30.03.2022

Ein zielführendes Geschäftsmodell?

Carbon Farming und Humuszertifikate, das ist die Idee einer klimapositiven Landwirtschaft, in der Bäuerinnen und Bauern durch ihre Arbeit Kohlenstoff im Boden speichern, für ihre Klimaschutzleistungen honoriert werden und ganz nebenbei auch noch die Klimasünden anderer ausgleichen. Dazu sind die sogenannten Humuszertifikate immer mehr in der Diskussion. Die Bewertungen der Humuszertifikate in der Agrar- und Umweltszene gehen dabei von „Endlich finanziert uns Bauern jemand den Klimaschutz“ bis zu „Greenwashing“. In den aktuellen politischen Verhandlungen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene sind sie jedenfalls eins der Top-Themen. Frankr

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30.03.2022

Pestizidreduktion ist nötig – und möglich

Die schädlichen Auswirkungen von Pestiziden sind vielfältig: Verlust von Biodiversität, Beeinträchtigung der Bestäubungsleistung, Belastung von Wasser und Luft, Schädigung der Bodenfruchtbarkeit, Gefahren für die menschliche Gesundheit. Hinzu kommen die ökonomischen Einbußen in der ökologischen Landwirtschaft durch Pestizidverunreinigungen, die durch Abdrift und Ferntransport entstehen. Im globalen Süden hat der Einsatz von Pestiziden besonders drastische Konsequenzen für Umwelt und Landarbeiter*innen. Trotz all dieser Schädigungen steigt der Pestizideinsatz weltweit an. Menge und Risiken von Pestiziden deutlich zu hoch Seit 1990 hat sich der Ein

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30.03.2022

Bei UV-Licht sterben die männlichen Embryonen

Das Töten männlicher Küken ist ein großes ethisches Problem. Allein in Deutschland wurden bisher jedes Jahr etwa 45 Millionen männliche Hühnerküken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Die weiblichen entwickeln sich zu Legehennen. Für die Mast werden andere Linien verwendet, die auf schnelle Zunahmen gezüchtet worden sind. Am 1. Januar 2022 traten Veränderungen im Tierschutzgesetz in Kraft: Kein Eintags­küken darf mehr wegen seines Geschlechts getötet werden. Eine Lösung ist die Bestimmung des Geschlechts im Brutei. Dazu wurden endokrinologische (Nachweis über Hormone oder DNA) und spektroskopische (Streuung des Lichts) Verfahren, sowie ein Verfahre

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02.02.2022

Einmischen ist gefragt

Die erste bäuerliche Demonstration in diesem Jahr vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Eine Delegation von 30 Bäuerinnen und Bauern mit ihren Treckern, Jugendblock mit Schubkarren, klare politische Botschaften. Eine Kundgebung, organisiert von der AbL, im Namen der Wir-haben-es-satt- Demonstration. Redner:innen des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, der Kampagne Meine Landwirtschaft und der AbL machen den Ernst der Lage klar, tragen Erwartungen und Positionen vor. Der Bundesminister, begleitet von allen drei Staatssekretärinnen, nimmt sich mitten auf der Wilhelmstraße Platz, umringt von sehr vielen Medienvertretern, geht auf die Forderunge

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02.02.2022

Noch geht es nicht um die Wurst

Es hätte sicher in der Vergangenheit wie auch unter den potentiellen Kandidaten nach der jetzigen Bundestagswahl Landwirtschaftsminister:innen gegeben, die sich insgeheim mehr über die Absage der Internationalen Grünen Woche gefreut hätten als Cem Özdemir. Der kokettiert gerne mit seinem schwäbischen Hang zur Geselligkeit, was ihm auf der ernährungs- und agrarpoltischen Krönungsmesse sicher zupassgekommen wäre. Nun musste er sich ohne Schwätze, Spätzle und Bier durch agrarpolitische Diskussionsformate vor wenig oder keinem Präsenz-, aber viel Online-Publikum schlagen. Wobei von Schlagen nun wirklich keine Rede sein kann. So viel Harmonie war selten. Da

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02.02.2022

Afrikanische Schweinepest kommt und wird bleiben

Es ist ein Zustand angespannten Abwartens, der seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Mastbetrieb im Landkreis Rostock im November vergangenen Jahres herrscht. Wie wird sich der Erreger weiter ausbreiten? Wann wird er die Elbe als natürliche Barriere, zumindest für Wildschweine, überquert haben? Wie kann man den eigenen Betrieb vor einem Eintrag schützen? Die offiziellen Empfehlungen raten dazu, die Biosicherheitsmaßnahmen, Schmutzschleusen, Desinfektionsmatten, Betriebseinzäunung, usw. zu kontrollieren und gegebenenfalls zu optimieren. Wer einen geschlossenen Stall hat, versucht, das System weiter abzuschotten, mögliche Eintragswege

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02.02.2022

Strom aus der Fläche

Mitte Januar hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seine Pläne für die Energiewende vorgestellt. Die ambitionierten Ziele machen deutlich, dass die neue Bundesregierung die Bedrohung durch den Klimawandel verstanden hat, es mit dem Kohleausstieg ernst meint und ein Zurück zur Atomenergie kategorisch ausschließt. In der Konsequenz soll der Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem aus Wind und Sonne, deutlich beschleunigt werden. In nur acht Jahren will der Wirtschaftsminister den Zubau von Wind- und Solaranlagen in Deutschland vervier- bis verfünffachen. Zwei Prozent der Fläche der Bundesrepublik sollen für Windenergieanlagen ausgewiesen werden

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11.01.2022

Die Konzepte liegen vor

Nun ist es klar, wie sich die neue Hausspitze im BMEL zusammensetzt. Cem Özdemir ist sicherlich eine Überraschung als Landwirtschaftsminister, die die wenigsten auf dem Schirm hatten. Ist er doch bisher nicht mit Agrarpolitik aufgefallen. Mit den beiden neuen Staatssekretärinnen,Silvia Bender und Ophelia Nick, kommen aber zwei Frauen ins Ministerium, die nicht nur die Auseinandersetzungen in der Agrarpolitik, sondern auch bäuerliche Positionen gut kennen. Wir gratulieren der neuen Hausspitze und wünschen viel Energie, denn es liegen keine leichten Aufgaben vor ihnen. Sie können vieles sehr viel besser machen als ihre Vorgänger:innen. Ob Ilse Aigner, Ch

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11.01.2022

„Ich erkenne einen neuen Weg“

Interview mit Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) zur GAP Der DVL ist Dachverband der 188 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland. Die Philosophie des DVL ist die gleichberechtige Kooperation von Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Besonders verpflichtet fühlt sich der DVL den Landwirt:innen, welche Nutzung und Wertschöpfung mit Klimaschutz und dem Erhalt von Lebensräumen verbinden. Aus dieser Haltung heraus ist auch die Gemeinwohlprämie entstanden. Unabhängige Bauernstimme: Herr Metzner, wie bewerten Sie die sich abzeichnende Reform der GAP? Jürgen Metzner: Ich erkenne einen neuen Weg,

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11.01.2022

Hitze, Dürre, Feuer – Kaliforniens Landwirtschaft in der Krise

Der Süden Kaliforniens ist für milde Winter und heiße Sommer bekannt, Wasser ist knapp und kostbar. Ein weit verzweigtes Kanalnetz verbindet den regenreicheren Norden des Staates mit dem trockenen Süden und dort werden 80 Prozent des Wassers für die Landwirtschaft gebraucht. Dank des mediterranen Klimas und der hervorragenden Böden ist der südliche Teil des Central Valley, das San-Joaquin-Tal, eine der landwirtschaftlich produktivsten Regionen der Welt. Kalifornien produziert zwei Drittel aller in den USA verzehrten Früchte und Nüsse sowie ein Drittel allen Gemüses. Mehr als 80 Prozent der Weltmandelproduktion stammen aus dem San Joaquin Valley. Die Bi

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Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

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Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
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