03.04.2019

Nutztierstrategie auch fürs Wasser

Berlin dreht wieder am Düngerecht. Schon bei der letzten Reform 2017 war allen bewusst, dass sie nicht reichen würde. Die Problematik von örtlich stark gewachsenen Tierbeständen auf wenig Fläche wurde nicht angegangen. Aus dem Missverhältnis „Viele Tiere – wenig Fläche“ ergibt sich zwangsläufig ein Zuviel. Die überschüssige Gülle ist in den Intensivregionen zum teuren Entsorgungsfall geworden. Die bis weit über 1.000 Euro pro ha angestiegenen Pachtpreise verdeutlichen, wie hoch der Druck ist. Die jetzt von Berlin nach Brüssel gemeldeten Veränderungen an der Düngeverordnung werden die Flächensituation zusätzlich massiv verschärfen. Dabei sind die Pachtp

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03.04.2019

Düngeverordnung: Wasserschutz oder Gängelei?

Aktuell sind die Gesetze zur Umsetzung der 2017 novellierten Düngeverordnung (DüV) noch nicht abschließend verabschiedet, da wird auch auf Druck aus Brüssel bereits über eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung diskutiert. Brüssel droht mit Strafzahlungen von 858.000 Euro täglich, wenn Deutschland nicht nachbessert. Gleichzeitig riskiert das Bundeslandwirtschaftsministerium im Falle der Untätigkeit, dass Brüssel eigene Verordnungen erlässt, die dann umgesetzt werden müssten. Genannt wird hier beispielsweise eine weitere Reduktion des Grenzwerts für organische Düngemittel von 170 kg N/ha auf 130 kg N/ha. Das wäre dann ganzflächig eine noch größere

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03.04.2019

„Wo willst Du eigentlich hin?“

Unabhängige Bauernstimme: Bauern und Bäuerinnen haben extreme Jahre hinter sich: Regen, Dürre, schlechte Preise. Merken Sie das auch in den Anfragen, die bei Ihnen landen? Irmgard Hüppe: Ich hatte damit gerechnet, dass wir mehr Anfragen bekommen, aber das ist überhaupt nicht so. Mein Eindruck ist, und das bestätigen auch Kollegen und Kolleginnen aus anderen Beratungseinrichtungen, dass die Bauern und Bäuerinnen, besonders vielleicht die Milchviehhalter, in einer so geradezu bedrohlichen Situation waren und zum Teil auch noch sind, dass es um ganz vordergründige Fragen geht: Wo bekomme ich genug Futter her, um meine Tiere satt zu kriegen? Wie soll ich

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03.04.2019

Änderung der Düngeverordnung ja – aber doch nicht so!

Bei der neuen Düngeverordnung (DÜV) geht es im Kern darum, Nitratauswaschung ins Grund- oder Oberflächenwasser zu verhindern. Das ist ein wichtiges Anliegen! Andere Formen von Stickstoffverlusten – als Ammoniak, als Lachgas, als atmosphärischer Stickstoff – spielen begleitend eine Rolle. Das Thema hat eine schon lange Geschichte: Es war 1985, als von der EU die Obergrenze für Nitrat im Trinkwasser auf max. 50 mg/Liter festgelegt wurde (zuvor waren es 80 mg gewesen). Begründet wurde dies mit der Gefahr der Umwandlung von Nitrat in Nitrit und weiter in Nitrosamine im menschlichen Körper mit der Folge schwerer Erkrankungen (vor allem bei Kleinkindern). 19

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06.03.2019

Artenschutz mit Bäuerinnen, Bauern und Gesellschaft

Die neue Düngeverordnung fordert für alle Betriebe eine bodennahe streifenförmige Ausbringung oder eine direkt in den Boden einbringende Methode. Für Acker ist diese ab 1. Februar 2020 verpflichtend und für Grünland fünf Jahre später ab 1. Februar 2025. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wären Prallteller und Schwenkverteiler, wie sie derzeit gängig sind, nicht mehr zugelassen. Für viele Betriebe stellen die neuen Vorgaben ihre Eigenmechanisierung in Frage, denn eine Umrüstung ist selten möglich und ein neues Fass mit Schleppschläuchen meist nur für große Betriebe bzw. im überbetrieblichen Einsatz rentabel. Wer aus diesem Grund zukünftig die Gülleausbringu

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06.03.2019

Die Möglichkeiten der Ausnahme

Die neue Düngeverordnung fordert für alle Betriebe eine bodennahe streifenförmige Ausbringung oder eine direkt in den Boden einbringende Methode. Für Acker ist diese ab 1. Februar 2020 verpflichtend und für Grünland fünf Jahre später ab 1. Februar 2025. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wären Prallteller und Schwenkverteiler, wie sie derzeit gängig sind, nicht mehr zugelassen. Für viele Betriebe stellen die neuen Vorgaben ihre Eigenmechanisierung in Frage, denn eine Umrüstung ist selten möglich und ein neues Fass mit Schleppschläuchen meist nur für große Betriebe bzw. im überbetrieblichen Einsatz rentabel. Wer aus diesem Grund zukünftig die Gülleausbringu

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06.03.2019

Tschechiens Premier vermischt Politik und Geschäftsinteressen

Seit dem 2. August 2018 werden „keinerlei Mittel aus europäischen Programmen“ an Tschechien und/oder an Projekte in Tschechien ausgezahlt. Das erklärte der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU), zuständig für Haushalt und Personal, im Dezember 2018 im Rahmen einer von den Grünen beantragten Debatte im EU-Parlament. Anlass ist ein Interessenkonflikt, der mit dem Namen Andrej Babiš verbunden ist, der 2013 mit einer Parteineugründung (ANO) und als deren Vorsitzender in die Politik eintrat, zunächst Finanzminister und 2017 Premierminister wurde. Bereits seit 2014 liegt dieser Konflikt in Brüssel auf dem Tisch, wurden nicht nur seitens des EU-Parlaments Hinw

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06.03.2019

Das Auge macht den Unterschied

Es sind eigentlich nur ein paar Zentimeter Knorpel, Sehnen, rosa Haut und ein paar blonde Härchen am Ende des Schweineschwanzes. Und doch machen sie den Unterschied. „Wir haben sowieso immer nur die allerletzte Schwanzspitze kupiert“, sagt Schweinebäuerin Angela Harms aus Damnatz im Wendland, „ich dachte, da können die letzten zwei Zentimeter doch nicht so eine Herausforderung sein.“ Nach zwei Jahren als Betrieb der Einstiegsstufe des Labels des deutschen Tierschutzbundes mit Beratung, geringeren Besatzdichten, Außenklima, Wühlecke, Strohraufe ist sie dennoch einigermaßen ernüchtert. „Wir hatten viel Leid im Stall“, sagt sie und ihr Mann formuliert es

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05.02.2019

Bewegung mit Verantwortung

Viele sind sich einig: „Eine tolle Veranstaltung“. Weit über 30.000 junge und jung gebliebene Menschen, angeführt von 171 Bäuerinnen und Bauern mit ihren Traktoren, demonstrieren am 19. Januar 2019 in Berlin. Die Botschaften sind deutlich: Bauernhöfe statt Agrarindustrie. Essen ist politisch. Kein langweiliges Ritual, kein Hass und Hetze, dagegen viele neue Kräfte, Ideen, freundlich und entschlossen. Ein gutes und positives Medienecho. Die Demonstration liefert reichlich Gesprächsstoff im politischen Berlin und im Bundesgebiet. Keine andere Bewegung hat in Deutschland neun Jahre in Folge so viele Menschen auf die Straße gebracht wie die „Wir haben es s

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05.02.2019

Eine für Alles

Der Januar ist ein wichtiger Monat für die Bundeslandwirtschaftsministerin. Mit der Grünen Woche in Berlin findet „ihre“ Messe statt. Auch wenn sich die Grüne Woche schon seit längerem immer mehr zur Verbrauchermesse entwickelt hat, zu einem Ort, an dem man unterschiedlichsten Kulturen und vor allem deren Essgewohnheiten begegnen kann. Ein Ort des Austauschs also, des Kennenlernens, des miteinander Redens. Und das findet natürlich rund um die in den Messehallen aufgebauten Leckereien statt. Gleichzeitig wird in Kongresszentren, auf Empfängen und bei der seit mehreren Jahren parallel stattfindenden internationalen Agrarministerkonferenz, für die Messebe

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05.02.2019

„Der Widerstand geht aber weiter“

Interview mit dem Brasilianer Antônio Andrioli, Vize-Rektor der Universidade Federal da Fronteira Sul, UFFS Angela Müller: Am Samstag fand in Berlin die „Wir haben es satt“-Demo statt. Was bedeutet Ihnen die Bewegung? Antônio Andrioli: Ich war letztes Jahr auf der Demo dabei und konnte vor dem Brandenburger Tor eine Botschaft zur Situation von Landwirtschaft und Politik in Brasilien vortragen. Die Landwirtschaft hat meiner Ansicht nach nur eine Zukunftsperspektive, wenn sie bäuerlich, lokal und ökologisch gestaltet wird. Auch das Engagement gegen Glyphosat, Agrargifte generell und Gentechnik ist für mich sehr wichtig. Ich wünsche mir außerdem, dass S

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05.02.2019

Bio im Lebensmitteleinzelhandel bleibt leider meist Greenwashing

Ein Interview mit der Geschäftsführerin des BNN über die Anforderungen an neue Absatzwege für Bioprodukte Unabhängige Bauernstimme: Frau Röder, Sie sind die Geschäftsführerin des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren e. V.). Wie haben Sie die Entwicklungen des Naturkostfachhandels im vergangenen Jahr wahrgenommen? Elke Röder: Der Naturkostfachhandel ist, nach einer kleineren Stagnation 2017, im vergangenen Jahr gewachsen. Das Wachstum bei den Tagesumsätzen lag bei 6,2 Prozent. Das ist ein gutes Ergebnis, denn wir brauchen ein organisches Wachstum, auch beim Umsatz. Die Betriebe wollen größer werden, umbauen, ihre Einrichtung erneuern. Mit einem Nul

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14.01.2019

Das Herz der Bewegung

Als ich im Januar 2011 mit einer Freundin nachts durch die nasskalten Berliner Straßen zog, um für die erste „Wir haben es satt!“-Demonstration Plakate zu kleben, war noch niemanden klar, wie sich dieser Versuch, eine agrarpolitische Großdemonstration zu veranstalten, entwickeln würde. Die Botschaften auf den Postern waren schon damals deutlich: „Für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, gegen Gentechnik, Dumpingexporte und Tierfabriken!“ Da ich in der jungen AbL aktiv war, wusste ich, dass auch einige Bäuerinnen und Bauern den Weg mit ihren Traktoren nach Berlin auf sich nehmen würden. Sie sollten den städtischen Demozug anführen. Und das

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14.01.2019

Gedanken einer SOLAWI-Bäuerin

Als Solawi haben wir die Möglichkeit eine große und vielfältige Auswahl von Gemüse anzubauen. Wir können ausprobieren, experimentieren und vor allem auch alte, samenfeste Sorten verwenden. Wir können alte Haustierrassen halten weil wir nicht auf eine große Mastleistung angewiesen sind. Wir können uns Zeit für die Tiere und ihr Wohl nehmen weil unsere Mitmacher das so wollen. Wir können unseren Mitarbeitern einen fairen Lohn zahlen weil unsere Mitmacher das tragen. Wir müssen unsere vom Drahtwurm zerfressene Kartoffelernte und die den mit Spelzen bestückten Hafer nicht wegschmeißen weil unsere Mitmacher ganz nah dran sind und wir es ihnen erklären könne

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14.01.2019

Abhängigkeiten durchbrechen, Rechtsverständnis schaffen

Sögel im Emsland ist nicht unbedingt ein Sehnsuchtsort. Und doch haben in der niedersächsischen Gemeinde immer wieder Menschen aus anderen Teilen der Welt Station gemacht oder auch versucht, ein Zuhause zu finden. Günter Wigbers, der Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, erzählt von den hier stationierten amerikanischen Soldaten in den 60er Jahren, den russischen Spätaussiedlern Ende der 80er, den Flüchtlingen, meist aus Syrien, 2015 und vor allem von den südosteuropäischen Arbeitern seit Ende der nuller Jahre. „Eigentlich haben wir viele gute Erfahrungen gemacht mit den Menschen aus aller Welt“, sagt Wigbers. Er möchte, dass die Erfahrungen der Mensch

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14.01.2019

Eine andere EU-Agrarpolitik ist möglich

„Für eine soziale, ökologische Agrarreform und für ein demokratisches Europa" war das Motto, unter dem die diesjährige Abenddiskussion der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft stand. Auf dem Podium VertreterInnen aus Frankreich und Deutschland. Welches sind die Anforderungen an eine zukünftige europäische Agrarpolitik? Ohne Umschweife gestand die nordrhein-westfälische Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, ihre aktuelle Frustration beim Thema GAP (Gemeinsame Agrarpolitik). Sechs Monate intensiver Verhandlungen lägen hinter ihr, darunter zahlreiche Verhandlungen mit den Agrarministern d

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26.11.2018

Tierhaltung 4.0

Als ich vor zehn Jahren im November 2008 zur Eurotier fuhr, bekam ich am Einlass einen Messeprospekt in die Hand gedrückt. Fast alle Artikel beschäftigten sich mit dem Thema Tierschutz. Ich war voller Hoffnung, dass sich etwas bewegt. Auf der Messe allerdings waren wenig echte Innovationen im Stallbereich zu sehen. Auch in diesem Jahr bin ich Mitte November nach Hannover gefahren. Wieder zur Eurotier. Diesmal gibt es zwar keinen Prospekt, aber dafür lässt der Titel der Messe: „Tierhaltung 4.0“ Veränderungen vermuten. Gespannt gehe ich durch die Hallen, um die Veränderungen im Stallbaubereich zu bestaunen. Allerdings muss man schon suchen, um neue tie

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26.11.2018

Digital Animal Farming

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) freut sich über eine erfolgreiche Messewoche: „2.597 Aussteller aus 62 Ländern präsentierten ihre Neuheiten und Konzepte für die landwirtschaftliche Praxis weltweit. Digitale Lösungen mit Elektronik, Steuerungs- und Regeltechnik, Datenmanagement sowie Innovationen aus den Bereichen Stallbau, Fütterungs- und Haltungstechnik und Züchtung setzen neue Impulse für Effizienz und Tierwohl.“ Mehr Effizienz, das überrascht nicht. Ist sie doch in fast allen Lebensbereichen das Ziel. Sie waren in allen Hallen vor allem bei den großen Herstellern zu finden: Ein Melkkarussell mit zentralem Bedienterminal, das dem Melk

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26.11.2018

Sonderklagerechte für Saatgutkonzerne

Das Recht auf Nachbau für Bäuerinnen und Bauern kann durch die neuen Handelsabkommen noch stärker unter Druck geraten. Zu dem Schluss kommen die Autoren der in den Niederlanden ansässigen Organisation „Both Ends“ in ihrer im Oktober veröffentlichten Studie: „UPOV 91 and trade agreements“. In dieser beschreiben die Autoren, dass in dem neuen Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) explizit darauf verwiesen wird, dass beide Länder „kooperieren sollen, um den Schutz der Pflanzenvielfalt zu stärken und voranzutreiben“ und zwar auf Basis von UPOV 91. Solche Formulierungen stellen deshalb eine besondere Gefahr dar, so die Autoren der Studie, da etw

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26.11.2018

Rechts(d)ruck im ländlichen Raum?

Anfang Oktober in einer Odenwälder Kleinstadt: Die Alternative für Deutschland (AfD) veranstaltete ein Bürgergespräch. Eine Gegendemonstration wurde daraufhin angemeldet. Unter den Demonstrierenden waren Nicole Denk und Gerd Arras, die einen Biokreis-Betrieb im Ort bewirtschaften. Sie hatten ihren Trecker mit einem Banner mit der Aufschrift „Nein zur AfD # Wir sind mehr“ bei der Demo geparkt und teilten ein Foto davon auf ihrer Facebook-Seite. In den nächsten Tagen prasselten Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen auf die Bäuerin und den Bauern ein. „Uns wurde mit Brandanschlägen gedroht und zum Boykott unseres Milchautomats aufgerufen. Die früheren

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Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

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Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
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22.04.2019

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