Für wirksamen Bodenschutz: Faire Düngepolitik und Bodenpolitik jetzt!

Zum heutigen Weltbodentag betont die AbL erneut die zentrale Rolle gesunder Böden und die Bedeutung einer nachhaltigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen für den Erhalt bäuerlicher Produktionsgrundlagen wie Klima-, Wasser- und Naturschutz. Mehrere Millionen Hektar kultiviertes Land gehen jährlich durch Versalzungs- und Erosionsprozesse verloren. Hinzu kommen Flächenfraß & Versiegelung, allein in Deutschland werden jeden Tag 56 Hektar unbebautes Land in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. Dies gefährdet fruchtbare Böden und Ernährungssouveränität. Ohne Boden, kein Leben!

Auch landwirtschaftliche Praktiken beeinflussen die Bodengesundheit. Weltweit tragen bäuerliche Kulturpraktiken zum Bodenschutz und Humusaufbau bei. Durch agrarindustrielle Überdüngung kann Bodenfruchtbarkeit jedoch erheblich beeinträchtigt werden. Eine wirksame Düngepolitik ist daher ein zentraler Bestandteil des Bodenschutzes und Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. 

Martin Schulz, Bundesvorsitzender der AbL und Landwirt aus Niedersachsen, fordert: „Eine wirksame Düngepolitik ist ein wesentlicher Baustein des Bodenschutzes. In Zeiten großer Unsicherheit bei der Ausgestaltung der Düngepolitik braucht es zum Weltbodentag ein klares Signal: Die einzelbetriebliche Stickstoffbilanz gilt weiterhin als effektivstes Instrument, um Nährstoffüberschüsse zu mindern, und zugleich mehr Transparenz und Gerechtigkeit zu schaffen. Sie muss als Grundlage für klare Anreize und zum Abbau anderen Dokumentationspflichten wirken“. 

Zum Weltbodentag lautet die Botschaft klar: Die Bundesregierung muss das Düngegesetz nun zügig weiterentwickeln, auf Basis einer einzelbetrieblichen Bilanzierung und mit wirksamen Anreizen für eine nachhaltige Praxis.

Bodengesundheit ist auch mit der Frage verbunden, wer Zugang zu Land hat. Bäuerinnen und Bauern sind laut Studien die Akteure, die sich besonders um die Qualität und Erhalt von Böden kümmern und für eine nachhaltige Bodennutzung stehen, ganz im Gegenteil zur Agrarindustrie. Ein großes Problem weltweit und in Deutschland sind jedoch außerlandwirtschaftliche Investoren. Diese investieren seit der Finanzkrise 2007/08 zunehmend in Agrarland, bewirtschaften dieses industriell und erschweren Bäuerinnen und Bauern den Zugang zu Land. Letzter Prominenter Fall in Deutschland war der Kauf der Deutschen Agrar Holding (DAH) inkl. 20.000 bewirtschafteter Agrarfläche durch den australischen Investor Igneo.

Reiko Wöllert, stellv. Bundesvorsitzender der AbL und Landwirt aus Haina in Thüringen dazu: „Wir Bäuerinnen und Bauern können nicht gegen kapitalstarke Investoren bestehen, die ihr Geld außerhalb der Landwirtschaft verdienen. Neugründungen von Betrieben und Hofnachfolgen sind unter diesen Bedingungen fast unmöglich. Das ist ein großes Problem für die Gesellschaft, die Ernährungssouveränität und die Gesundheit von Böden. Wir Bäuerinnen und Bauern stehen zusammen und fordern: Agrarflächen gehören in die Hände der Menschen, die vor Ort wirtschaften, die die regionale Ernährung sichern und sich um die Gesundheit der Böden kümmern – weltweit. Wir fordern daher die Politik auf, geeignete Maßnahmen gegen den Ausverkauf von Agrarland an Investoren zum Schutz des Bodens und einer vielfältigen bäuerlichen Landwirtschaft durchzusetzen“.