Am Mittwoch übergaben zwei Bäuerinnen und Vertreter:innen eines breiten Verbändebündnisses über 130.000 Unterschriften zur Sicherung der gentechnikfreien Lebensmittelerzeugung und unserer Umwelt an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH). Die beiden Bäuerinnen, Nicole Schmitt und Pola Krenkel, hatten eine Petition gestartet, da aktuell in Brüssel und bei der Bundesregierung über zukünftige Regelungen im Umgang mit neuen Gentechniken sehr kontrovers diskutiert wird. Da sich die Bundesregierung aktuell in der Ressortabstimmung befindet, wurden die Unterschriften an alle zuständigen Ministerien übergeben. Bereits am Dienstag hatten die zwei Bäuerinnen gemeinsam mit dem Bündnis Bayern für eine gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft vor der Staatskanzlei in München die zuständigen Politikerinnen und Politiker aus Landes- und Bundesebene dazu aufgefordert, das bayerische Naturschutzgesetz zu befolgen und im Trilog in Brüssel dem vorliegenden Gesetzesvorschlag zur Gentechnik nicht zuzustimmen.
Bei der Übergabe der Unterschriften an Dr. Monika Lahrssen-Wiederholt, die zuständige Abteilungsleiterin im BMLEH, erklärte Annemarie Volling, Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL): „Wir fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Bundesregierung auf, die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung zu sichern – konventionell und ökologisch – vom Saatgut bis zum Teller. Dafür braucht es verpflichtende wirksame Koexistenzmaßnahmen und Haftungsregelungen nach dem Verursacherprinzip. Es braucht verpflichtende Nachweisverfahren, Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht. Patente auf Neue Gentechnik-Pflanzen und konventionell gezüchtete Pflanzen müssen rechtssicher verboten werden. Statt die Scheunentore für neue Gentechnik zu öffnen, sollten die zuständigen Ministerien eine klare Furche ziehen und die wertvollen EU-Gentechnik-Standards sowie die Wettbewerbsvorteile der gentechnikfreien konventionellen und ökologischen Lebensmittelerzeugung sichern. Jetzt!“
Ähnlich äußerten sich auch die zwei Bäuerinnen anlässlich des Protestes vor der Staatskanzlei in München. Nicole Schmitt sagte: „Wir wollen, dass Züchter, Bauern, Verarbeiter und Händler von Lebensmitteln auch in Zukunft – durch effektive Koexistenz- und Haftungsregeln – gentechnikfrei wirtschaften können, ob ökologisch oder konventionell. Der Zugang zu Saatgut und genetischen Ressourcen muss erhalten bleiben und darf nicht unter die Kontrolle weniger Saatgut- und Chemie-Konzerne geraten!"
Und Pola Krenkel erklärte: „Wir wollen nicht, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird. Deshalb erinnern wir Manfred Weber, Vorsitzenden der konservativen EVP-Fraktion, und Alois Rainer, Bundeslandwirtschafts-minister, daran, dass ihre eigene Partei, die CSU, die Gentechnikfreiheit in Bayern laut Koalitionsvertrag erhalten will. Hierfür müssen sich die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker europaweit einsetzen!"
Die Petition der zwei Bäuerinnen wird unterstützt von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), BUND Naturschutz in Bayern, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW), Bündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), Bioland, Demeter, Gen-ethisches Netzwerk, Greenpeace, Interessengemeinschaft Nachbau, Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut), Keyserlingk-Institut, Save Our Seeds und Testbiotech.
