Gentechnikfreie Lebensmittel im Supermarkt in Gefahr

Die großen Supermarktketten stehen sehr unterschiedlich zum Einsatz neuer Gentechnik. Aldi Nord und Süd schließen neue Gentechnik für ihre Produkte konsequent aus und fordern gemeinsam mit Rewe und Penny eine Kennzeichnung und strikte Regulierung. Dagegen positionieren sich Edeka und Netto sowie Lidl und Kaufland weder zur generellen Nutzung noch zur Kennzeichnung und Regulation. Das zeigt der jetzt veröffentlichte Gentechnik-Supermarkt-Check von Greenpeace, der die Positionen der deutschen Supermarktketten bei neuer Gentechnik beleuchtet. Der Sortiments-Check belegt zudem, wie sich die Supermarktregale schon heute bei Gentechnikfreiheit unterscheiden.

„Umfragen zeigen, dass Verbraucher:innen wissen wollen, was auf ihren Tellern landet. Doch die jüngsten Pläne der EU bedrohen die Transparenz bei der Gentechnik massiv“,erklärt Anne Hamester, Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin.

Die geplanten EU-Vorgaben sehen vor, dass die meisten Pflanzen aus Verfahren der neuen Gentechnik künftig weder strengen Standards noch einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Für Konsument:innen wäre damit beim Einkauf nicht mehr erkennbar, ob ein Produkt gentechnisch verändert wurde oder nicht.
„Marktriesen wie Edeka, Lidl und Kaufland müssen jetzt Farbe bekennen. Es braucht ein klares und geschlossenes Signal an die Politik: Wir wollen keine Gentechnik durch die Hintertür“, fordert Hamester.

Kennzeichnungspflicht als Garant für Wahlfreiheit

Welche Folgen eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht nach sich zieht, zeigt der aktuelle Sortiments-Check bei Fleisch, Milch und Eiern von Greenpeace. Da tierische Produkte nicht unter die gesetzliche EU-Kennzeichnungspflicht für Gentechnik fallen, ist es den Handelsunternehmen überlassen, ob sie gentechnikfreie Sortimente mit freiwilligen Siegeln kennzeichnen. Der Greenpeace-Check belegt: Gerade bei Ware, für die viel Gen-Soja gefüttert wird - etwa bei Schweinefleisch - fehlen gentechnikfreie Produkte in nennenswerter Zahl. Der Vergleich zeigt deutliche Unterschiede im Einzelhandel: Während einige Ketten bereits hohe Standards bei der Gentechnikfreiheit setzen, bildet Edeka das Schlusslicht.

„Die Politik steht in der Pflicht, die Wahlfreiheit bei Gentechnik für Landwirtschaft, Handel und Verbraucher durch eine lückenlose Kennzeichnungspflicht zu sichern. Die Gentechnikfreiheit ist ein ökonomischer und ökologischer Erfolg, den wir jetzt verteidigen müssen“, mahnt Hamester.

Aktuell wendet sich ein breites Verbändebündnis mit einer Resolution gegen die Pläne der EU zur Deregulation neuer Gentechnik. Nachdem Anfang Dezember 2025 der EU-Trilog eine umfassende Deregulierung durchgeboxt hat, hängt es nun am Parlament. Anfang März wird eine abschließende Abstimmung im Plenum erwartet.

Die Position der LEH-Akteure zum Umgang mit der Neuen Gentechnik im Supermarkt-Check von Greenpeace.