AbL kritisiert Rukwieds Schweigen

In der sich durch den gescheiterten Sanierungsplan weiter verschärfenden Krise des Agrarhandelskonzerns BayWa stellt sich für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zunehmend die Frage nach der Verantwortung im Aufsichtsrat und kritisiert insbesondere das Schweigen des DBV-Präsidenten Joachim Rukwied.   

Anfang Februar verkündete die BayWa AG „im Rahmen ihrer Transformation“, wie es in der Mitteilung heißt, die Fortsetzung der umfassenden Erneuerung auch des Aufsichtsrats: „Michael Höllerer und Monika Hohlmeier haben ihre Rücktritte zum 31. März 2026 angekündigt; Monique Surges wird ihr Mandat zum 30. Mai 2026 niederlegen.“ Damit bleibt aus der Ära des früheren Vorstandsvorsitzenden Lutz nur DBV-Präsident Joachim Rukwied übrig. Rukwied zog auf Vorschlag der Raiffeisen-Beteiligungs-AG (BRB), einer der zwei Großaktionäre der BayWa AG, 2013 als zentraler Akteur in das Kontrollgremium ein, zeitgleich mit Hohlmeier, die für die CSU im EU-Parlament sitzt und dort unter anderem stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses ist. Michael Höllerer, CEO der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG, war erst 2023 Mitglied im Aufsichtsrat geworden.

Lucia Heigl, Bäuerin in der Oberpfalz und ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende der AbL, wartet auf Antworten des DBV-Präsidenten: „Die Bäuerinnen und Bauern sind die Leidtragenden der BayWa-Krise, die durch fehlendes Risikomanagement und riskante Expansionspolitik ausgelöst wurde. Warum hat der Aufsichtsrat nicht eingegriffen und warum schweigt Rukwied weiter dazu? Nicht einmal zum Vorwurf der Bilanzmanipulation gibt es eine Stellungnahme. Wer als zusätzliche Alterssicherung in BayWa Aktien investiert hat, verlor in den letzten 3 Jahren über 88% seines eingesetzten Kapitals! Diese Entwicklung im Aufsichtsrat mitgetragen zu haben und nun weiter am Stuhl zu kleben, ist unverantwortlich. Wir Bäuerinnen und Bauern haben Fragen und warten auf die Antwort vom DBV-Präsidenten."