Weidebündnis wächst weiter

Die Weidetierhaltung in Deutschland ist in Gefahr. Es ist genau jetzt der Zeitpunkt, mit wirksamen Maßnahmen die Betriebe zu unterstützen. Darauf weist, im Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums, ein bisher einmaliges, breites Bündnis aus jetzt 154 Bundes-, Landes- und Regionalverbänden der Grünlandbewirtschafter mit Raufutterfressern, der Landschaftspflege und des Naturschutzes hin. Die Unterstützerliste der „Verbändepattform GRÜNLAND“ hat sich damit innerhalb eines Monats fast verdoppelt.

Weidetiere und ihre Halter sind Gemeinwohl- und Ökosystemdienstleister. Das Bündnis fordert eine nationale Weidestrategie, um die Herausforderungen ressortübergreifend anzupacken. Von zentraler Bedeutung wird dabei die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) in der neuen Förderperiode ab 2028 sein. Der Bund steht vor der Herausforderung mit weniger Geld aus Brüssel die notwendigen Unterstützungsmaßnahmen zu programmieren, sie finanziell zu untersetzen und abzusichern. Deshalb fordert die Verbändeplattform, dass Förderprogramme gezielt auf Weidetierhalter als Schlüsselakteure des Natur- und Landschaftsschutzes ausgerichtet werden müssen.

Die Verbände fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zur Beweidung von Grünland, von den Medien Unterstützung bei Informationen zu Gemeinwohlleistungen der Weidetierhaltung, eine einfache Bürokratie sowie einkommenswirksame Fördermaßnahmen für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Die Förderung des Nachwuchses ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Ohne stabile, verlässliche Finanzierung der nicht am Markt handelbaren Gemeinwohlleistungen und ohne genügend Nachwuchskräfte fehlt der Weidetierhaltung die notwendige Perspektive und damit die Chance, die von Politik und Gesellschaft geforderten Beiträge zu einem nachhaltigen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zu erbringen.

Ein 10-Punktepapier mit der Verbändeposition zur Weidetierhaltung wurde an die Bundes- und Länderministerien für Landwirtschaft und Umwelt gesendet. Das Bündnis ruft weitere Verbände aus den Bereichen Grünlandwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege dazu auf, die Initiative zu unterstützen. Eine Mitzeichnung ist weiterhin möglich.

Zu den Unterstützern gehören unter anderem: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, NEULAND e.V., ARGE Heumilch Deutschland, Forum Pro Schwarzwaldbauern e.V., Schweisfurth Stiftung, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V., zahlreiche Schafhalter- und -zuchtverbände.