AbL begrüßt Vertragspflicht für Milch!

Europäische Kommission, Parlament und Rat haben sich gestern Abend auf eine Reform der Gemeinamen Marktordung (GMO) geeinigt. Für Ottmar Ilchmann, AbL Sprecher für Agrarpolitik, angesichts der ersten bekannt gewordenen Ergebnisse ein „guter Anfang“, für eine Stärkung von Bäuerinnen und Bauern am Markt brauche es jedoch deutlich mehr. „Die europaweite Vertragspflicht für Milch kommt. Gut, dass sich Milchindustrie und Bauernverband mit ihren vehementen Bemühungen, eine generelle Ausnahmemöglichkeit für die Mitgliedstaaten zu erreichen, nicht durchsetzen konnten“, so Ilchmann. Die enthaltenen Ausnahmeregelungen für Genossenschaftsmolkereien und die Sektoren fernab der Milch bleiben für ihn aber eine erhebliche Schwäche der Reform. „Umso wichtiger, dass die EU-Kommission zeitnah und wirksam von der offenbar neu geschaffenen Möglichkeit Gebrauch macht, die Satzungen und Entscheidungsstrukturen von Genossenschaftsmolkereien genauer unter die Lupe zu nehmen und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Genossen kritisch zu prüfen. Dies eröffnet die Möglichkeit, auch hier zu dringend notwendigen Verbesserungen zu kommen. Schein und Sein liegen nämlich gerade bei großen Genossenschaften, die eher wie internationale Agrarkonzerne agieren, vielfach weit auseinander. Klar ist: diese Reform ist zwar ein guter Anfang. Für eine weitere Stärkung von Bäuerinnen und Bauern am Markt braucht es jedoch deutlich mehr!“