Die AbL veröffentlicht im April ihr Positionspapier: „Landwirtschaft & Energiewende - Für einen landwirtschafts- und umweltverträglichen Photovoltaik-Ausbau“. Das Papier enthält konkrete Vorschläge für politische Entscheidungstragende auf kommunaler-, Landes-, und Bundesebene zur Gestaltung eines landwirtschafts- und umweltverträglichen Photovoltaik(PV)-Ausbaus. Dabei spricht sich die AbL ausdrücklich für den aus Klimaschutzgründen notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien aus. Da dieser zu größeren Teilen auf landwirtschaftlichen Flächen erfolgt, fordert sie, dass dadurch aufkommende Konkurrenzsituationen zwischen Energie- und Nahrungsmittelerzeugung bedacht und möglichst vermieden werden.
Die Gefahr des PV-Ausbaus für die Landwirtschaft liegt weniger im grundsätzlichen Flächenverlust, der verhältnismäßig gering ist, sondern vielmehr in den sich verändernden Bodenmarktverhältnissen: Der PV-Ausbau trägt dazu bei, dass sich die Attraktivität von Bodeneigentum um ein Vielfaches steigert und sich damit die bestehende Bodeneigentumskonzentration weiter verstärkt. Damit einher gehen massive Pacht- und Kaufpreissteigerungen und ein Konkurrenzdruck durch kapitalstarke Akteure, dem viele bäuerliche Betriebe nicht standhalten können. Die AbL zeigt in ihrem Positionspapier deshalb konkrete Maßnahmen und Instrumente auf, welche diesen Entwicklungen entgegenwirken. Dazu gehören:
- Rechtliche Rahmenbedingungen für einen gerechteren Zugang zu Land von Bäuer:innen und Existenzgründer:innen,
- die Nutzung von nicht-landwirtschaftlichen Potenzialflächen für den Freiflächen-PV-Ausbau,
- die Erhaltung von landwirtschaftlichen Flächen durch Agri-PV,
- die effektive Nutzung der Raumplanung, um landwirtschaftliche Flächen zu schützen und gleichzeitig die Energiewende voranzutreiben,
- die Regulierung von nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderten PV-Anlagen,
- die Transparenz über Projektvorhaben und die Folgenabschätzung von Gesetzen sowie
- die Sicherstellung von lokaler Wertschöpfung und die Steigerung der Attraktivität von lokaler Solarenergieproduktion.
Die AbL beschreibt in dem Papier die Maßnahmen und Instrumente und erläutert die Gründe für deren Umsetzung aus landwirtschaftlicher Perspektive. Sie fordert die entsprechenden Entscheidungstragenden dazu auf, die aufgezeigten Handlungsspielräume konsequent zu nutzen und zu einer für die Landwirtschaft wie für die Umwelt verträglichen Energiewende beizutragen. Zu einer Energiewende, die auch langfristig von der breiten Gesellschaft mitgetragen werden kann.
