In einem deutlichen Appell an ihre Regierung fordern die australischen Rotfleischerzeuger (Rind, Schaf, Ziege) mit Blick auf das vermeintlich kurz vor dem Abschluss stehende Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien einen bedeutenden Zugang für Rotfleisch in die EU.
Konkret fordern der australische Fleischindustrieverband (AMIC) und die Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) die zollbegünstigte Lieferung von mindestens 50.000 Tonnen Rindfleisch und 67.000 Tonnen Schaf- und Ziegenfleisch, „um einen zumindest vergleichbaren Zugang wie unsere Wettbewerber zu gewährleisten“, heißt es beim AMIC mit Verweis 99.000 t Rindfleisch beim Mercosur-Abkommen und 50.000 t für Kanada. Derzeit beläuft sich die Liefermenge für Australien bei Rindfleisch auf 3.389 t und bei Schaf- und Ziegenfleisch auf 5.851 t.
„Ein erfolgreiches Abkommen muss die derzeit unverhältnismäßig niedrigen Kontingentsmengen für australisches Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch, das in die EU eingeführt wird, korrigieren und den größtmöglichen zusätzlichen, nutzbaren Zugang im Rahmen eines Freihandelsabkommens sichern“, sagt Andrew McDonald. Vorsitzender der Taskforce für den Marktzugang für rotes Fleisch zwischen Australien und der EU. „Unsere Konkurrenten haben ihre Position in der EU durch bilaterale Verhandlungen erheblich gestärkt. Mit der starken Unterstützung der australischen Regierung wollen wir dasselbe erreichen“, sagte McDonald. Als gleichgesinnter Partner mit einem starken Wertversprechen, insbesondere in Bezug auf Produktqualität und Nachhaltigkeit, „ist es angemessen, dass Australien mindestens 50.000 Tonnen Schlachtgewicht (cwt) Rindfleischzugang erhält, entsprechend dem, was die EU unseren Konkurrenten angeboten hat.“
Da der Zugang Australiens zu roten Fleischprodukten in die EU seit fast 50 Jahren praktisch unverändert sei und dann aufgrund des Brexits und einer Umverteilung der Quoten zurückgehe, stelle dieses Freihandelsabkommen die einzige realistische Möglichkeit dar, den Wettbewerbsnachteil zu beheben. Medienberichten zufolge will die EU den Australiern maximal 30.000 t Rindfleisch einräumen.
Über das Abkommen wird seit 2018 verhandelt. 2023 scheiterte ein Abschluss, vor allem aufgrund der Forderung Canberras nach höheren Kontingenten für Rind- und Schaffleischausfuhren in die EU.
