In mehreren europäischen Ländern (unter anderem in Frankreich, Irland, Spanien, Belgien) und auch in Deutschland protestieren aktuell Bauern gegen das Mercosur-Abkommen und es sind weitere Proteste angekündigt, sollte es – wie von der EU noch geplant – am 12. Januar zur Unterzeichnung des Abkommens in Paraguay kommen. In Deutschland haben insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg dortige Verbände wie der Bauernbund, die Freien Bauern und Land schafft Verbindung (LsV) zu Protesten und/oder Blockaden an zahlreichen Autobahnauffahrten aufgerufen. Nicht unterstützt werden die Proteste von den Landesbauernverbänden (siehe gesonderte Meldung). Nach ersten Meldungen der Polizei verlaufen die Proteste weitestgehend friedlich und die Bauern halten sich in den meisten Fällen an die vom Innenministerium in Meck-Pom erlassene Auflage, die Zufahrten zur Autobahn nicht zu blockieren. Nicht angemeldete Proteste an einzelnen Auffahrten wurden von der Polizei aufgelöst.
Im Aufruf zu Protesten am 8. Januar des Bauernbundes Brandenburg heißt es unter der Überschrift „Stopp MERCOSUR ! – Vorfahrt für die Landwirtschaft“: Überall in Europa gehen Bauern gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten auf die Straße. Am 8. Januar stehen wir an Verkehrsknotenpunkten in Brandenburg und erklären: NIEMALS werden wir das Freihandelsabkommen mit MERCOSUR akzeptieren. Weil es unfair ist, unsere heimische Landwirtschaft einer Konkurrenz auszusetzen, die aufgrund schlechterer sozialer und ökologischer Standards billiger produzieren kann und ihre Überschüsse um jeden Preis in den europäischen Markt drücken möchte. Weil es unverantwortlich ist, die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln aufs Spiel zu setzen durch Agrarimporte vom anderen Ende der Welt. Wir warnen Ursula von der Leyen, das Abkommen zu unterzeichnen. Wir kündigen Friedrich Merz unseren entschiedenen Widerstand gegen eine Ratifizierung durch den Bundestag an. Sollte das Abkommen Wirksamkeit erlangen, werden wir nicht ruhen, bis Deutschland wieder aus dem Abkommen ausgetreten ist, auf welche Weise auch immer.
Wir verlangen Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen für unsere Betriebe: Abgaben und Auflagen runter, Importe stoppen, Monopole zerschlagen, regionale Versorgung als Staatsziel! Wir erwarten von Dietmar Woidke und Hanka Mittelstädt, dass sie sich über den Bundesrat jetzt massiv für unsere heimische Landwirtschaft stark machen.“
Eine Schlussaktion soll es zur Grünen Woche geben. Dann soll auch ein Forderungskatalog vorgelegt werden, in dem es nicht nur um das Mercosur-Abkommen gehen soll, heißt es beim Bauernbund.
