„Der Widerstand geht aber weiter“

Interview mit dem Brasilianer Antônio Andrioli, Vize-Rektor der Universidade Federal da Fronteira Sul, UFFS Angela Müller: Am Samstag fand in Berlin die „Wir haben es satt“-Demo statt. Was bedeutet Ihnen die Bewegung? Antônio Andrioli: Ich war letztes Jahr auf der Demo dabei und konnte vor dem Brandenburger Tor eine Botschaft zur Situation von Landwirtschaft und Politik in Brasilien vortragen. Die Landwirtschaft hat meiner Ansicht nach nur eine Zukunftsperspektive, wenn sie bäuerlich, lokal und ökologisch gestaltet wird. Auch das Engagement…

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Bio im Lebensmitteleinzelhandel bleibt leider meist Greenwashing

Ein Interview mit der Geschäftsführerin des BNN über die Anforderungen an neue Absatzwege für Bioprodukte Unabhängige Bauernstimme: Frau Röder, Sie sind die Geschäftsführerin des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren e. V.). Wie haben Sie die Entwicklungen des Naturkostfachhandels im vergangenen Jahr wahrgenommen? Elke Röder: Der Naturkostfachhandel ist, nach einer kleineren Stagnation 2017, im vergangenen Jahr gewachsen. Das Wachstum bei den Tagesumsätzen lag bei 6,2 Prozent. Das ist ein gutes Ergebnis, denn wir brauchen ein organisches…

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Das Herz der Bewegung

Als ich im Januar 2011 mit einer Freundin nachts durch die nasskalten Berliner Straßen zog, um für die erste „Wir haben es satt!“-Demonstration Plakate zu kleben, war noch niemanden klar, wie sich dieser Versuch, eine agrarpolitische Großdemonstration zu veranstalten, entwickeln würde. Die Botschaften auf den Postern waren schon damals deutlich: „Für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, gegen Gentechnik, Dumpingexporte und Tierfabriken!“ Da ich in der jungen AbL aktiv war, wusste ich, dass auch einige Bäuerinnen und Bauern den Weg…

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Gedanken einer SOLAWI-Bäuerin

Als Solawi haben wir die Möglichkeit eine große und vielfältige Auswahl von Gemüse anzubauen. Wir können ausprobieren, experimentieren und vor allem auch alte, samenfeste Sorten verwenden. Wir können alte Haustierrassen halten weil wir nicht auf eine große Mastleistung angewiesen sind. Wir können uns Zeit für die Tiere und ihr Wohl nehmen weil unsere Mitmacher das so wollen. Wir können unseren Mitarbeitern einen fairen Lohn zahlen weil unsere Mitmacher das tragen. Wir müssen unsere vom Drahtwurm zerfressene Kartoffelernte und die den mit…

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Abhängigkeiten durchbrechen, Rechtsverständnis schaffen

Sögel im Emsland ist nicht unbedingt ein Sehnsuchtsort. Und doch haben in der niedersächsischen Gemeinde immer wieder Menschen aus anderen Teilen der Welt Station gemacht oder auch versucht, ein Zuhause zu finden. Günter Wigbers, der Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, erzählt von den hier stationierten amerikanischen Soldaten in den 60er Jahren, den russischen Spätaussiedlern Ende der 80er, den Flüchtlingen, meist aus Syrien, 2015 und vor allem von den südosteuropäischen Arbeitern seit Ende der nuller Jahre. „Eigentlich haben wir viele gute…

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Eine andere EU-Agrarpolitik ist möglich

„Für eine soziale, ökologische Agrarreform und für ein demokratisches Europa" war das Motto, unter dem die diesjährige Abenddiskussion der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft stand. Auf dem Podium VertreterInnen aus Frankreich und Deutschland. Welches sind die Anforderungen an eine zukünftige europäische Agrarpolitik? Ohne Umschweife gestand die nordrhein-westfälische Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, ihre aktuelle Frustration beim Thema GAP (Gemeinsame Agrarpolitik). Sechs…

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Tierhaltung 4.0

Als ich vor zehn Jahren im November 2008 zur Eurotier fuhr, bekam ich am Einlass einen Messeprospekt in die Hand gedrückt. Fast alle Artikel beschäftigten sich mit dem Thema Tierschutz. Ich war voller Hoffnung, dass sich etwas bewegt. Auf der Messe allerdings waren wenig echte Innovationen im Stallbereich zu sehen. Auch in diesem Jahr bin ich Mitte November nach Hannover gefahren. Wieder zur Eurotier. Diesmal gibt es zwar keinen Prospekt, aber dafür lässt der Titel der Messe: „Tierhaltung 4.0“ Veränderungen vermuten. Gespannt gehe ich durch…

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Digital Animal Farming

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) freut sich über eine erfolgreiche Messewoche: „2.597 Aussteller aus 62 Ländern präsentierten ihre Neuheiten und Konzepte für die landwirtschaftliche Praxis weltweit. Digitale Lösungen mit Elektronik, Steuerungs- und Regeltechnik, Datenmanagement sowie Innovationen aus den Bereichen Stallbau, Fütterungs- und Haltungstechnik und Züchtung setzen neue Impulse für Effizienz und Tierwohl.“ Mehr Effizienz, das überrascht nicht. Ist sie doch in fast allen Lebensbereichen das Ziel. Sie waren in allen…

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Sonderklagerechte für Saatgutkonzerne

Das Recht auf Nachbau für Bäuerinnen und Bauern kann durch die neuen Handelsabkommen noch stärker unter Druck geraten. Zu dem Schluss kommen die Autoren der in den Niederlanden ansässigen Organisation „Both Ends“ in ihrer im Oktober veröffentlichten Studie: „UPOV 91 and trade agreements“. In dieser beschreiben die Autoren, dass in dem neuen Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) explizit darauf verwiesen wird, dass beide Länder „kooperieren sollen, um den Schutz der Pflanzenvielfalt zu stärken und voranzutreiben“ und zwar auf Basis…

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Rechts(d)ruck im ländlichen Raum?

Anfang Oktober in einer Odenwälder Kleinstadt: Die Alternative für Deutschland (AfD) veranstaltete ein Bürgergespräch. Eine Gegendemonstration wurde daraufhin angemeldet. Unter den Demonstrierenden waren Nicole Denk und Gerd Arras, die einen Biokreis-Betrieb im Ort bewirtschaften. Sie hatten ihren Trecker mit einem Banner mit der Aufschrift „Nein zur AfD # Wir sind mehr“ bei der Demo geparkt und teilten ein Foto davon auf ihrer Facebook-Seite. In den nächsten Tagen prasselten Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen auf die Bäuerin und den…

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Neue Wege suchen

Vor fünfundzwanzig Jahren gab es in unserem Stadtteil Kassels fußläufig erreichbar noch drei Bäckereien und drei bis vier Metzgereien. Heute sind dort: ein Tatoostudio, ein Tanzstudio, ein Architekturbüro, ein Frisör und ein Hundefutterladen. Wir kaufen Fleisch bei Tegut oder holen uns das Biofleisch direkt vom Landwirt. Oft backe ich Brötchen selbst oder hole das Brot vom Biobäcker auf dem Wochenmarkt am Freitag. Manchmal fühle ich mich schuldig: Auch ich hatte zu selten eingekauft bei den Metzgern und Bäckern. Wir haben weniger Fleisch…

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Ökologisierung des Mainstreams oder Konventionalisierung der Ökos?

Veränderung ist wohl auch im Zusammenhang mit der nun vertraglich beschlossenen und veröffentlichten Zusammenarbeit vom Bio-Anbauverband Bioland und einem der beiden großen Discounter im Lebensmitteleinzelhandel – Lidl – das meist benutzte Wort. In einer sich verändernden Welt geraten Dinge in Bewegung. Und Dinge kommen zusammen, die noch vor 15, 20 Jahren kaum jemand für zusammen gangbar gehalten hätte. Speziell unter den Discountern herrscht ein erheblicher Konkurrenzdruck – auch durch den wachsenden Onlinehandel – um eine Verbraucherschaft,…

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Fair gehandelt – gut behandelt

Vielleicht sind es die Aktionen von NGO’s, vielleicht tragen die großen Demonstrationen in Berlin dazu bei, vielleicht ist es die Erkenntnis einer gesellschaftlichen Mitverantwortung oder vielleicht geht es doch nur darum, sich gegenüber den Mitbewerbern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Vorteile zu verschaffen: In einzelnen, wenn auch noch kleinen Marktsegmenten findet bei Discountern und Filialisten ein Umdenken in der Unternehmenskultur statt. Die Nachhaltigkeitsabteilungen in der Branche wandeln sich von Alibieinrichtungen zu immer…

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Eine Lösung im Sinne der Tiere und der Bauern

Fünf Sekunden dauert die betäubungslose Ferkelkastration bei erfahrenen FerkelerzeugerInnen. Ältere Schweine reagieren wesentlich deutlicher auf Schmerz als Ferkel. Bleiben Reaktionen nach der Kastration bei jungen Ferkeln aus, könnte man meinen, sie haben den Eingriff bald schon wieder vergessen. Bedeutet das Ausbleiben von starken Schmerzreaktionen auch, dass keine Schmerzen vorhanden sind? Nein, denn der Schmerz ist der gleiche. Gemäß Tierschutzgesetz darf ein schmerzhafter Eingriff bei Wirbeltieren nicht ohne Betäubung erfolgen. Dass ein…

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Wege aus der Apfel-Inzucht

Beim Betrachten der Züchtungsstammbäume moderner Apfelsorten kann man Parallelen zu Stammbäumen europäischer Königshäuser der letzten Jahrhunderte ziehen – irgendwie ist jeder mit jedem verwandt. Durch die Verwendung von besonders krankheitsanfälligen Elternsorten sind im Erwerbsanbau zahlreiche Probleme entstanden: diverse Pilzkrankheiten wie Schorf, Mehltau oder Obstbaumkrebs oder der durch Bakterien verursachte Feuerbrand. Bei seinen Nachforschungen entdeckte der Pomologe Hans-Joachim Bannier, dass sich in den Stammbäumen beinahe aller…

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Leseprobe

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Christine Etienne

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: etienne[at]bauernstimme.de
Telefon: 0157-736-891-27
Telefax: 02381-49-22-21

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