CSU setzt weiter auf Futtermittel aus dem Regenwald

Mit der Stimmenmehrheit von CSU, Freien Wählern und FDP hat der Agrarausschuss im bayerischen Landtag eine Petition zur Qualifizierung der Kennzeichnung „Qualität aus Bayern" abgelehnt. Das breite Bündnis, dass sich für einen nachhaltigere Gestaltung des Siegels ausgesprochen hatte, zeigt sich laut einer gemeinsamen Mitteilung von BUND Naturschutz (BN), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bayern (AbL) und Greenpeace enttäuscht.

In der Petition, die von neun Verbänden unterstützt und von 85.000 Menschen unterzeichnet wurde, wurde eingefordert, das Qualitätssiegel aus Bayern nachzubessern und verbindliche Regeln für einen verbesserten regionalen Futtermitteleinsatz vorzusehen: Mindestens 50 % der Futtermittel sollten künftig vom eigenen Betrieb stammen und Sojafuttermittel aus Übersee und gentechnisch verändertes Soja ausgeschlossen werden. Zudem ging es um verbesserte Haltungsbedingungen für die Tiere.

„Die bayerische Staatsregierung muss ihre Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz nutzen", so Martin Geilhufe, BN Landesbeauftragter, „Deshalb muss das Siegel Qualität aus Bayern den regionalen Ansatz auch bei der Fütterung erkennen lassen. Bisher ist das nicht der Fall und damit Verbrauchertäuschung", so Geilhufe.

„Mit der Ablehnung wird an der bisherigen Praxis festgehalten, den Verbrauchern die Verantwortung zuzuschieben, aber keine konkreten Informationen und Entscheidungshilfen zu liefern.", so Josef Schmid, AbL Bayern Vorsitzender. „Weiterhin wird jeder Agrarindustrielle, der einen Stall innerhalb der bayerischen Grenzen betreibt, seine Produkte als besondere, regionale Qualität vermarkten. Damit wird er den traditionell wirtschaftenden bayerischen Landwirten gleichgestellt und profitiert mit Hilfe des staatlichen Siegels auch noch vom guten Image der bayerischen Landwirtschaft.", so Schmid.

Wir sind sehr enttäuscht", so Andrea Eiter, die die Petition eingebracht hatte. „Ein „Qualitätssiegel“, das jeder ohne besonderen zusätzlichen Aufwand benutzen kann, ist absolut sinn- und zwecklos. Eine Qualifizierung der Kriterien, verbunden mit vollumfänglicher Honorierung der erhöhten Anforderungen, hätte eine wirklich verbesserte bäuerliche Wertschöpfung ermöglicht.“

„Ein Siegel, das in der Wahrnehmung der Verbraucher nicht hält, was es verspricht, zerstört Vertrauen in die Politik und schadet letztlich auch unseren lokalen Erzeugern", so Beatrix Fuchs von Greenpeace München. „Denn für viele Menschen steht das bayerische Qualitätssiegel für bessere Haltungsbedingungen für Tiere und einen sorgsameren Umgang mit der Natur - aber ganz sicher nicht für Gentechnik-Soja aus dem Regenwald", so Fuchs.

Die Initiative wird unterstützt von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (Initiator), BUND Naturschutz Bayern, Greenpeace, Katholische Landvolkbewegung – KLB, Katholische Landjugend Bayern – KLJB, Landesbund für Vogelschutz in Bayern – LBV, Misereor, Nord-Süd-Forum München, Parents for future, WWF Deutschland.

14.06.2021
Von: FebL/PM

Mit einem "Ja" hat der Agrarausschuss im bayerischen Landtag die Frage beantwortet. Bildquelle: Greenpeace