Unmäßige Landkonzentration verhindern - Konzerne aus der Landwirtschaft fernhalten

Dass den Entwicklungen am Bodenmarkt nicht weiter tatenlos zugesehen werden kann, ist weitestgehend Konsens. Über das Wie eines Einschreitens gibt es jedoch unterschiedliche Vorstellungen. Jetzt hat die AbL Mitteldeutschland konkrete Vorschläge zu Inhalten eines Agrarstrukturgesetzes vorgestellt.

"Kein Mensch sollte durch den Erwerb eines landwirtschaftlichen Betriebes in den Besitz von mehr als 500 ha Landwirtschaftsfläche gelangen oder mehr als 5.000 ha bewirtschaften, denn das hätte mit einer breiten Streuung des Eigentums an Grund und Boden nichts mehr zu tun", erklärt Michael Grolm, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland.

"Wir dürfen nicht beim einzelnen Betrieb stehenbleiben, sondern müssen auf die Strukturen dahinter schauen. Deshalb muss jeder Investor offenlegen, wer die konkreten Menschen sind, die das Konstrukt beherrschen und wieviel Land sie bereits persönlich oder über ihre Firmen besitzen. Nur so kann effektiv verhindert werden, dass in aller Stille riesige Ländereien in der Hand einzelner Familienclans zusammenkommen", so Grolm und weiter: "Das Ziel der breiten Eigentumsstreuung ist bereits gesetzlich fixiert und höchstrichterlich geprüft, deshalb müssen wir nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen, um ein agrarstrukturelles Leitbild zu verfassen, wie es z.B. das Thüringer Landwirtschaftsministerium angeregt hat. Die Zeit drängt, die Übernahme des Kliem-Betriebes im sächsischen Geithain durch Aldi hat das erst jüngst wieder deutlich gemacht!"

Vorgestellt hat die AbL Mitteldeutschland ihre Vorschläge anlässlich einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Stoppen wir den Ausverkauf der Landwirtschaft. Bodenmarkt wirksam regeln!“ im Rahmen des bundesweiten Bäuerinnen- und Bauerntages der Bundes-AbL in Weimar.

Ein ausführliches Papier mit den Vorschlägen der AbL kann in der Geschäftsstelle angefordert werden (Email: mitteldeutschland@abl-ev.de).

02.12.2019
Von: FebL/PM

Die AbL Mitteldeutschland hat Vorschläge für ein Agrarstrukturgesetz vorgelegt. Foto: FebL