Vertreter:innen der jungen AbL Bayern (jAbL) haben anlässlich der AMK in Würzburg ihre Zukunftsaussichten bildlich dargestellt, sollte die Politik nicht rechtzeitig gegensteuern: Drei von fünf Plätzen am Tisch der Bäuer*innen bleiben im Jahr 2040 leer.
Als junge Menschen in der Landwirtschaft, die vielfältige Höfe bewirtschaften und dies auch noch die nächsten Jahrzehnte tun möchten, ihre Betriebe erfolgreich in die Zukunft führen möchten oder Betriebe neu gründen wollen, sind sie angesichts der Statistiken über die Entwicklung der Betriebszahlen zutiefst besorgt - und ebenfalls über die Prognosen. So besagt die Branchenanalyse der DZ-Bank, dass sich die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland bis 2040 auf rund 100.000 mehr als halbieren werde.
„Für eine resiliente regionale Nahrungsmittelversorgung gerade in Zeiten der Klimakrise brauchen wir eine bäuerliche kleinstrukturierte Landwirtschaft. Um diese zu erhalten und zu entwickeln muss dringend die Situation für junge Menschen verbessert werden, die in die Landwirtschaft einsteigen oder, wie ich, die Hofnachfolge antreten.“, so Tristan Billmann, Junglandwirt aus Mittelfranken und Vorsitzender der AbL Franken.
Und Lucia Birkmeir, Bäuerin aus Gempfing bei Donauwörth und Mitglied der jAbL, erklärt: „Wir haben gerade einen weiteren extremen Dürresommer hinter uns. Als junge Betriebsleiterin habe ich allein in den vier Jahren, die ich unseren Hof führe, zwei sehr extreme Jahre erlebt. Das macht Angst. Und dennoch wollen viele junge, motivierte Menschen Höfe übernehmen. Mein Appell an die Agrarminister ist daher klar: Unterstützen Sie diese mutigen Vorhaben, indem Sie Junglandwirt:innen in der Existenzgründung und dauerhaft fördern – mit einem Umsteuern weg von der ewigen Flächenförderung, durch welche viel bei wenigen landet, hin zu zielorientierter Förderung, etwa durch konzeptbasierte Existenzgründungsförderungen."
Florian Hienle (jAbL) studiert ökologische Landwirtschaft und möchte gerne einen Hof übernehmen. Er sieht zahlreiche Möglichkeiten, mit einem Hof gesellschaftlichen Anforderungen nach beispielsweise mehr Natur- und Klimaschutz nachzukommen. „Es gibt viele Ansätze, aber leider ist die Förderung dafür ziemlich kompliziert und Geld wird immer noch vor allem einfach pro Hektar verteilt, wovon die großen Betriebe profitieren. Ich würde mir wünschen, dass stattdessen gezielt zukunftsfähige und klimaresiliente Betriebskonzepte unterstützt werden. Denn wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke und auch wenn ich in die Zukunft schaue, sehe ich die Klimakrise als größtes Problem der Landwirtschaft. Deshalb ist alles, was wir jetzt für den Klimaschutz tun, die beste Ernteversicherung für die Zukunft.“
Die jAbL fordert daher, auch mit Hinweis auf eine gemeinsam mit sechs weiteren Jugendverbänden veröffentlichte Stellungnahme, eine zielgerichtete und innovative Förderung von Junglandwirt*innen sowie eine Existenzgründungsprämie in der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Und sie fordert, die Klimakrise ernst zu nehmen, „indem unsere Agrarministerien Maßnahmen für eine klimaresilientere Landwirtschaft fördern“.
