Die Dezemberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! In dieser Ausgabe widmen wir uns auf den Schwerpunktseiten den Erneuerbaren Energien. Denn die Energiewende bringt auch Wertschöpfung in den ländlichen Raum. Windrad, Photovoltaikmodul und Biogastopf sind häufig nicht nur zweites Standbein vieler bäuerlicher Betriebe, sondern auch Faktor der ökonomischen Absicherung in Zeiten schwankender Milch-, Schweine- und Getreidepreise. Begünstigt durch den Atom- und Kohleausstieg hat eine beispiellose Dezentralisierung und ein Stück weit auch Umverteilung von Energieerzeugung aus den Händen von Großkonzernen aufs platte Land stattgefunden, von der auch Bauern und Bäuerinnen profitieren können. Doch damit nicht bäuerliche Anlagen bei Ausschreibungen das Nachsehen haben, nur einzelne Landeigentümer profitieren oder die ökonomische Absicherung in einem ruinösen Wettbewerb untergeht, müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden, wie Bernd Voß, Milchbauer in Schleswig-Holstein, in seinem Kommentar ausführt. Wie drängend der Regelungsbedarf für Biogasanlagen ist, erklärt im Interview Horst Seide, Bauer im niedersächsischen Wendland und Präsident des Fachverbandes Biogas: Er fordert eine Anhebung der Ausschreibungsmenge, um vor allem die flexible Stromerzeugung als Ergänzung zu Wind- und Solarenergie zu stärken. Dabei weist er auch auf Möglichkeiten einer gezielten Förderung für z.B. den Einsatz vom Aufwuchs von Naturschutzflächen hin. Hubertus Hartmann, Schweine- und Rinderhalter in Nordrhein-Westfalen, betreibt mit Berufskollegen gemeinsam Windanlagen. Er erklärt, wie der stetige Ausbau von Windkraft die Preise unter Druck setzt und gleichzeitig vor die Entscheidung stellt: selbst machen oder anderen überlassen? Dass auch beim Ausbau von Photovoltaikanlagen (PV) nicht alles eitel Sonnenschein ist, verdeutlicht Rosa Braun, AbL-Referentin für Klimaschutz. Sie präsentiert mit Blick auf die Einflüsse auf den Bodenmarkt die Ergebnisse einer Umfragen unter Bäuerinnen und Bauern zu den Auswirkungen das PV-Ausbaus auf landwirtschaftlichen Flächen.
Weitere Themen in der Dezemberaugabe:
Schaf- und Milchviehhaltern sitzt das vergangene Jahr auch wegen der Blauzungenkrankheit in den Knochen. Tierhalter und Tierhalterinnen der AbL haben in einem Positionspapier Vorschläge gemacht, wie sich der Umgang mit dieser Krankheit verbessern und die Belastung für Tiere und Menschen verringern lässt.
Außerdem enthalten sind Eindrücke, wie die Markteinführung des Kooperationproduktes Faire Milch+milprima Ende Oktober auf Grundlage eines Dreiparteienvertrags zwischen Faire Milch, Penny und der Molkerei Naarmann verlaufen ist. Bauern und Bäuerinnen sitzen noch viel zu selten mit am Verhandlungstisch, wenn ihre Produkte verkauft werden: Jetzt gibt es ein Praxisbeispiel mehr, dass erneut die Möglichkeit von Verträgen mit einer Preiskalkulation von unten nach oben beweist, betont Michael Braun, Milchviehhalter und Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft der Fairen Milch (DFM), im Gespräch.
