Windkraftanlagen sind für viele Landwirte eine Einkommensquelle – sei es als Verpächter von Flächen für die Anlagen, als Betreiber oder als Mitglied in einer Bürgergemeinschaft, die eine Anlage betreibt. Und das Interesse an weiteren Anlagen ist vorhanden und drückt sich auch an der Teilnahme an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für weitere Anlagen aus. „Windkraft schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze – und sie ist entscheidend für den Klimaschutz.“ Das erklärt Niedersachsens Energieminister Christian Meyer anlässlich der von der Bundesnetzagentur erteilten Zuschläge zur Ausschreibung zum Gebotstermin 1.Februar. Von 924 Geboten mit einer Leistung von 7.858 Megawatt (MW) haben am Ende 439 einen Zuschlag erhalten – davon 96 Angebote mit 957 MW aus Niedersachsen. „Der Energie-Turbo läuft“, so der Minister mit Blick auf sein Bundesland. Kritik kommt angesichts der Ausschreibungsergebnisse vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Bayern erhielt nur fünf Zuschläge. „Es kann nicht sein, dass Bayern als großer Industriestandort mit hohem Strombedarf bei den Zuschlägen für Windkraft quasi leer ausgeht. Das derzeitige System benachteiligt den Süden strukturell, weil es einseitig auf hohe Winderträge setzt. Das ist energiepolitisch zu kurz gedacht“, so Aiwanger.
Mit lediglich ausgeschriebenen 3.445 MW Wind an Land und Geboten über 7.858 MW war die Ausschreibung deutlich überzeichnet. Beim Zuschlag folgen hinter Niedersachsen Nordrhein-Westfalen (mit rund 661 MW) und Sachsen-Anhalt (mit gut 438 MW) auf den Plätzen zwei und drei. Mit durchschnittlich 5,54 ct/kWh liegt der Gebotspreis deutlich unter der zurückliegenden Ausschreibung von 6,06 ct/kWh. Das geringste Gebot lag deutschlandweit bei 5,19 ct/kWh, das höchste bei 5,64 ct/kWh. Energieminister Meyer: „Das zeigt, wie günstig Windstrom ist. Er senkt den Strompreis, ist die günstigste Stromerzeugungsform und muss daher ausgebaut werden. Und wenn wir jetzt auch noch endlich den Netz- und Speicher-Turbo zünden, sinken die Kosten weiter.“
Die Zahlen zeigen für den Minister: „Unser Energie-Turbo für die Erneuerbaren läuft unaufhörlich. Mit der Task Force Energiewende haben wir die Genehmigungszeit für neue Windräder auf nur noch 10,6 Monate verkürzt. Mit dem Beteiligungsgesetz und der Wertschöpfungsabgabe sorgen wir für hohe Akzeptanz. Mit einer Rekordzahl von 807 genehmigten Windrädern in 2025 haben unsere Kommunen und die Branche Großartiges geleistet. Dieser Windenergie-turbo darf jetzt aber nicht durch den von Bundesministerin Reiche geplanten Erneuerbaren-Stopp abgewürgt werden. Die Unternehmen haben rechtskräftige Genehmigungen und brauchen Planungs- und Investitionssicherheit. Daher ist die Bundesregierung gut beraten, jetzt kein neues Stoppschild und eine Reiche-Delle beim Erneuerbaren Ausbau zu verursachen.“
Der Minister begrüßt, dass der erfolgreiche gemeinsame Bundesratsantrag Bayerns und Niedersachsen für mehr Windenergie durch eine zügige Sonderausschreibung von 12 weiteren Gigawatt Windstrom von der Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm aufgegriffen wurde. Meyer: „Die Antwort auf die steigenden Kosten für die fossilen Energiequellen Öl, Gas und Kohle ist der Ausbau der heimischen Erneuerbaren Energien. Wind- und Sonnenstrom werden immer günstiger und senken für Haushalte und Wirtschaft dauerhaft die Strompreise. Und auch bei Speichern erleben wir eine echte Effizienzrevolution. Bei den geplanten 12 GW Sonderausschreibungen für Windkraft rechnet selbst die Bundesregierung mit 0,6 ct/kWh geringeren Stromkosten dauerhaft für alle. Darum ist genau richtig, weiter auf Windkraft zu setzen. Und zwar bundesweit. Niedersachsen macht es vor: Bei uns profitieren die Menschen vor Ort schon jetzt von der durch das Land eingeführten Akzeptanzabgabe und Beteiligung. Erneuerbare Energien sind unser Wachstumsmotor im Ländlichen Raum und stärken gerade die energieintensive Industrie. Die Bundesregierung ist hier gut beraten nicht zu bremsen, sondern den kostengünstigen Ausbau von Energienetzen und -speichern zu beschleunigen. Windkraft schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze – und sie ist entscheidend für den Klimaschutz. Es ist gut, dass die Bundesregierung 12 GW Sonderabschreibungen im Rahmen ihrer Klimastrategie abgekündigt hat. Das muss jetzt schnell über die Bühne gehen, denn es gibt ausreichend genehmigte aber noch nicht bezuschlagte Anlagen. Zudem brauchen wir schnell sinnvolle Regelungen für das Förderregime nach 2026, damit die Branche weiß, worauf sie sich einstellen kann“
Auch Hubert Aiwanger begrüßt die im Klimaschutzprogramm des Bundes vorgesehenen zusätzlichen Ausschreibungen sowie die geplante Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells: „Das sind richtige Schritte, weil sie endlich anerkennen, dass der Ausbau regional ausgewogener erfolgen muss - das senkt auch die Netzkosten."
Zugleich macht er jedoch deutlich, dass die Maßnahmen nicht ausreichen und vor allem zu spät kommen: „Der Bund wartet auch hier wieder zu lange. Die zusätzlichen Ausschreibungen erst ab 2027 helfen uns aktuell nicht weiter. Wir brauchen jetzt eine Lösung, damit genehmigte Projekte zügig umgesetzt werden können. Ich fordere eine vorgezogene Sonderausschreibung bereits im Jahr 2026 sowie eine stärkere regionale Steuerung der Vergaben."
Demonstration: „Erneuerbare Energien verteidigen!"
Für Samstag, den 18. April 2026, ruft ein breites Bündnis in Berlin, Hamburg, Köln und München zu Großdemonstrationen unter dem Titel „Erneuerbare Energien verteidigen!" auf. Mit dem Protest wollen die Veranstalter ein klares Zeichen gegen den Rückschritt in die fossile Vergangenheit und für mehr Solarenergie, starke Bürgerprojekte und konsequenten Klimaschutz setzen. Genauere Informationen gibt es hier.
