Bäuerliche Beständigkeit

Die November-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Im Schwerpunkt haben wir kostenbewusste und auf ihre eigenen Ressourcen bedachte Höfe in den Blick genommen. Denn zwischen Wachsen und Weichen gibt es eine große Bandbreite solcher Betriebe, die aber meist nicht groß in der Öffentlichkeit stehen. In ihrem Kommentar betont Lucia Heigl, Milchbäuerin aus dem Bayerischen Wald und im AbL-Bundesvorstand, den Wert der bäuerlichen Selbstbestimmung. Als Werkzeuge zur Gestaltung nennt sie bäuerliche Tugenden wie Fleiß, Sparsamkeit und Weitsicht, die nicht nostalgisch verklärt, sondern pragmatisch angewandt zu einem Bauplan für Resilienz verhelfen können. Vier eindrucksvolle Stimmen von sehr unterschiedlichen Höfen zeigen die Vielseitigkeit solcher Ansätze. Ergänzend richtet sich ein Blick nach Frankreich zum CIVAM Netzwerk, in dem bäuerliches Erfahrungswissen unter etwa 10.000 Mitgliedern, davon rund drei Viertel Bäuerinnen und Bauern, über lokale Gruppen miteinander geteilt wird.

Außerdem geht es um den Umbau der Tierhaltung. Damit sich artgerechte Haltungsformen auf den Betrieben mehr und mehr durchsetzen, sind agrarpolitisch Perspektiven zur Finanzierung, verlässliche Planbarkeit und Mut gefordert. Einer, der sich ganz auf diesen Weg eingestellt hat, ist Neuland-Jungbauer Gerrit Asbrock. Kopfschüttelnd schaut er auf die Ankündigung des Bundeslandwirtschaftsministers Alois Rainer, das gerade erst angelaufene Bundesprogramm Umbau Tierhaltung einzustellen. Ein weiterer Artikel zum Thema steht unter der Frage: „Will der Minister doch lieber nur Markt als mehr Tierwohl?“ Gegen das Aus des Förderprogramms regt sich Widerstand, denn so werden Betriebe im Regen stehen gelassen, die sich auf den Weg gemacht haben. Der entstandene Vertrauensverlust bremst auch Betriebe, die sich erst mit dem Gedanken einer anderen Art der Tierhaltung vertraut machen.

Ein anderes wichtiges Thema ist der Generationenwechsel. Eine junge Landwirtschaft braucht Unterstützung in der kapitalintensiven Branche. Prämien für Existenzgründungen oder Hofübernahmen verschaffen Luft in der mit Startphase. Ein Blick nach Niedersachsen zeigt die neu geschaffenen Förderbedingungen mit der kurzen aktuell laufenden Antragsphase – auch aus der Perspektive einer Junglandwirtin. Neben dem Finanzbedarf ist gleichzeitig der Zugang zu Land für junge Bäuerinnen und Bauern mit Schwierigkeiten verbunden. Neue Modelle für gemeinschaftlichen Landkauf versuchen zeitgemäße Möglichkeiten zu schaffen – in der Praxis sind sie jedoch für Agrarbehörden noch recht ungewohnt und mit den Konzepten anerkannt zu werden, kann enorm herausfordernd sein. Umso mehr wird gefeiert, wenn es gerichtlichen Zuspruch gibt.

Die November-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme.