AbL sieht Molkereien in der Pflicht, ihre Mitglieder umfassend zu informieren

Im Juni entscheiden die Vertreterversammlungen von Arla Foods und DMK Group über die Fusion ihrer Molkereien. Derzeit finden Informationsveranstaltungen entweder physisch oder digital für die Mitglieder der Molkereien statt. Für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft muss eine zentrale Frage sein, wie sich die Fusion auf die Betriebsergebnisse der Höfe auswirkt. Positiv beurteilt, wenig überraschend, der DMK-Aufsichtsratschef Heinz Korte die Zukunft für die Betriebe.

AbL-Bundesvorsitzende Claudia Gerster sagt: „Die Bäuerinnen und Bauern dieser Molkereien sollten diese Veranstaltungen unbedingt nutzen, und notwendige Informationen einholen, damit sie eine fundierte Entscheidungsgrundlage haben“, sagt die AbL-Bundesvorsitzende Claudia Gerster. Das setzt ihrer Ansicht nach natürlich voraus, dass die Molkereien auch ehrlich die notwendigen Fakten auf den Tisch legen. „Eine Kernfrage für die Milchbetriebe muss doch sein, wie sich durch die Fusion ihr Betriebsergebnis konkret und langfristig verbessert, damit sie ihre Höfe dauerhaft wirtschaftlich solide aufstellen können. Darauf müssen die Molkereien Antworten liefern, sonst kann es passieren, dass Lockangebote der Molkereien nur für eine kurze Dauer positive Wirkungen entfalten“, so Gerster. Es ist aus Sicht der AbL auch zwingend notwendig, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter das Votum der Mitglieder einholen und nicht einfach eigenständig auf der Vertreterversammlung entscheiden. „Die geplante Fusion der Molkereigenossenschaften Arla Foods und DMK Group bringt einen neuen Genossenschafts-Giganten hervor mit den bekannten Entwicklungen, dass die Strukturen immer größer, verzweigter und undurchsichtiger werden. Das ist für die AbL hoch problematisch, denn dadurch drohen u.a. die Belange der Mitglieder, wie positive Betriebsergebnisse, immer weiter in den Hintergrund zu rücken“, mahnt die AbL-Bundesvorsitzende.

Korte: Zu früh für Aussagen über Standortschließungen

Die Fusion werde den Milcherzeugern langfristig einen wettbewerbsfähigen Milchpreis sichern, erklärt der DMK-Aufsichtsratschef Heinz Korte in einem Interview mit agrarheute und hat dabei wohl eher die Wettbewerbsfähigkeit der zukünftigen Mega-Molkerei im Auge als die Betriebsergebnisse der Höfe. Wenn die Fusion von den Behörden genehmigt sei, erhalten DMK-Landwirte laut Korte vom ersten Tag einer zweijährigen Übergangsphase an ein vergleichbares Milchpreisniveau wie die Arla-Landwirte. „In der Übergangsphase werden dann Prozesse, Gremienstrukturen und die Milchpreisberechnung angeglichen. Nach Ablauf der Übergangszeit werden alle Mitglieder nach dem einheitlichen Milchpreismodell bezahlt“, so Korte. Auf die Frage noch möglichen Standortschließungen erklärt er, dass es heute noch zu früh sei, um konkrete Aussagen über Standorte zu treffen.