Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) stellt in der Förderperiode bis 2027 aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) im Rahmen der Maßnahme 6.1 des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) bis zu 30 Millionen Euro bereit. Diese Mittel fließen zweckgebunden in den GAK-Rahmenplan und fördern Erhalt sowie Neuanlage von Strukturelementen in Agrarlandschaften mit Klima- und Biodiversitätseffekt - insbesondere Agroforstsysteme, Hecken, Knicks, Baumreihen und Feldgehölze.
Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V. begrüßt dies ausdrücklich. „Nun kommt es darauf an, dass die Bundesländer sehr schnell entsprechende Förderrichtlinien auflegen, die eine unbürokratische Inanspruchnahme dieser Gelder ermöglichen.", hebt Daniel Fischer, DeFAF-Fachbereichsleiter Natur und Umwelt, hervor.
Nur wenige Bundesländer haben die Förderoption zur Neuanlage von Agroforst bislang aktiviert. Ohne Abruf verfallen die Mittel im schlechtesten Fall und fließen an das Bundesfinanzministerium, welches diese für anderweitige Zwecke einsetzen kann.
Der DeFAF ruft daher alle Bundesländer dazu auf: Nutzen Sie die Chance. Bringen Sie zeitnah eine entsprechende Agroforst-Investitionsförderung auf den Weg, um Praktikern den Einstieg zu erleichtern. Nach der Bundesratsmehrheit zum Entschließungsantrag (Drucksache 420/21, Punkt 5) wäre dies folgerichtig und längst überfällig.
Finanzvolumen und großes Wirkungspotenzial
Der Bund trägt 60% und die Länder 40% der Kosten. Bei voller Aktivierung könnte somit ein Gesamtvolumen von bis zu 50 Millionen Euro entstehen. Dies eröffnet für die Neuanlage von Agroforstsystemen neue Gestaltungsspielräume. Selbst wenn nur die Hälfte dieser maximalen Fördersumme (25 Millionen Euro) für eine Agroforst-Investitionsförderung zur Verfügung stände, könnten bei einer durchschnittlichen Förderung von 3.700 € pro Hektar Gehölzfläche bis zu 6.750 Hektar neu angelegt werden. Das entspricht einer Agroforstgesamtfläche von 67.500 Hektar (bei durchschnittlich 10 % Gehölzfläche) und einem jährlichen Treibhausgas-Minderungspotential von 70.200 tCO₂eq3. Agroforst steigert zudem die landwirtschaftliche Produktivität, stabilisiert Erträge bei Extremwetter, und fördert zudem auf vielfache Weise die Biodiversität. Somit stellt die Agroforstwirtschaft ein Zukunftsmodell für eine nachhaltige, multifunktionale und besonders klimafreundliche Form der Landnutzung dar, von denen Landwirte und die Natur gleichermaßen langfristig profitieren, so der DeFaF.
