Zeit zu handeln

So ein bisschen erinnert mich der Beginn der „Fridays for future“-Bewegung an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Eigentlich wissen wir alle seit Jahren, dass wir den Klimaschutz nicht ernst nehmen, aber doch muss eine 15-jährige Schwedin jeden Freitag vors Parlament ziehen und mit einem Pappschild für Klimaschutz streiken, damit wir aufwachen. Ich bin im Wendland Widerstand gegen die Atompolitik gewohnt, aber dennoch bin ich zutiefst beeindruckt, was die Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahres weltweit auf die Beine gestellt…

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"Ein bäuerliches Zeichen setzen"

In Brake am Hafen kommt alles zusammen. Als die Bauern und Bäuerinnen nach eineinhalb Stunden ihre Treckerblockade des größten deutschen Futtermittelhafens beenden, rollen an die 100 LKW in beide Richtungen durch das einzige Zufahrtstor. Wie eine Stampede wütender Elefantenherden in der Savanne donnern die Transporter vorbei. Plötzlich wird deutlich, dass es hier nicht nur um Soja aus abgebranntem Regenwald in Brasilien geht, um ein Handelsabkommen, das bäuerliche Existenzen dies- und jenseits des Atlantiks gefährdet, sondern auch um Transporte…

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Trockenheit führt zu Fichtensterben

Es geht um Produktionsflächen für Holz oder natürliche CO2-Speicher. Es geht um Klimawandel, Borkenkäfer und sterbende Wälder. In erster Linie geht es aber um einen Waldumbau – weg von einseitig auf Ertrag ausgerichteten Monokulturen, vor allem von Fichten. Ökologisch sind diese meist dunklen, extrem artenarmen Bestände noch nie besonders schützenswert gewesen. Aber das heranwachsende Fichtenholz ist, wenn die Bäume ihre Erntereife erreichen, ein begehrter Rohstoff in der Bauindustrie. Bauen mit Holz, das bedeutet, sieht man von der…

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Entsolidarisierung auf dem Dorf

In Gesprächen mit Bauern in Ostdeutschland landet man immer bei der LPG. Sie ist für viele Landbewohner der ehemaligen DDR nach wie vor Hassobjekt oder Sehnsuchtsort oder auch beides gleichzeitig, für Ökonomen Grundstein eines agrarstrukturellen Erfolgsmodells, für Soziologen der Anfang vom Ende des Niedergangs bäuerlicher Kultur. Die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der ehemaligen DDR entstanden dadurch, dass landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Menschen und Orten in übergeordnete ökonomische Strukturen gezwungen wurden. Den…

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30 Jahre Mauerfall

Erinnere ich mich an den Tag des Mauerfalls, verspüre ich trotz der unterschiedlichsten Erlebnisse und Erfahrungen, die die letzten 30 Jahre mit sich gebracht haben, ein unbändiges Gefühl der Befreiung und der Erleichterung. Als junger Mensch erlebte ich das System des „real existierenden Sozialismus“ als stark eingrenzend und freiheitsberaubend. Zugleich prägt mich bis heute die Erfahrung einer starken solidarischen Gemeinschaft Andersdenkender in der DDR, die sich im täglichen Leben unterstützten, sich gegenseitig Mut zusprachen,…

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Ost-Agrarstruktur ist kein Zufall

Schlechte Stimmung, der Aufstieg rechter Parteien, ungleiche Lebensverhältnisse mit besonders abgehängten ländlichen Räumen, entvölkerte Dörfer, wenige Bauern, höchstens bei fernen Investoren angestellte landwirtschaftliche Arbeiter, ausgeräumte Landschaften, in denen noch mehr Arten verloren gehen als in kleinteiliger Agrarstruktur – viel wird derzeit über den Osten Deutschlands geschrieben. Weder gibt es „den“ Osten, noch ist alles nur negativ. Und doch gibt es gerade in der Agrarpolitik Zusammenhänge, die bestimmte Entwicklungen begünstigt…

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Bäume, Forst und Wald – Klimawandel im Brennglas

Die sommerliche Radtour von Norddeich Richtung Münster führte uns durch das als Hochburg der Tierhaltung bekannte Emsland – überall trockene Eichen oder Birken. Auch eine Auto- oder Bahnfahrt aus dem Sauerland Richtung Kassel, Bergisches Land oder Richtung Frankfurt ist nicht nur frustrierend aufgrund des immer stärker werdenden Verkehrs, sondern als Waldbesitzer auch wegen des überall sichtbaren Baum- und Waldsterbens: Trockene Kronen, braune Nadelholzbestände, wohin das Auge blickt. Das Sterben der Bäume Deutschland- und europaweit das…

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Mercosur: Klima und Käse

Diesen Sommer unterzeichneten die EU-Kommission und die Länder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay die politischen Eckpunkte des Mercosur-Freihandelsabkommens. Die konkreten Verträge werden im Detail noch ausgearbeitet, bevor das Abkommen in die europäische Abstimmung geht. Der EU-Rat, das EU-Parlament und alle EU-Mitgliedsstaaten müssen diesen Freihandelsvertrag ratifizieren. Auf siebzehn Seiten hat die EU-Kommission Knackpunkte festgehalten. Demnach muss Europa 99.000 Tonnen Rindfleisch jährlich importieren zu einem reduzierten…

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Gemeinsam für die Vielfalt

Bei Fahrten über Land fällt mir dieses Jahr auf, dass noch an vielen Stellen Heu steht. Streifen an Rainen, Böschungen und Straßenrändern, aber auch kleine Inseln in vielen Hausgärten. Ebenso die vielen Ecken, Winkel oder Bachränder, die noch nicht gemäht worden sind. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die Themen Artenschutz und Artenvielfalt momentan sehr präsent sind. Das Schöne daran ist, dass die Menschen dies alles tun, ohne dass es bis jetzt irgendeine Regelung dazu gibt. Natürlich wird man auch im Naturschutzbereich um Vorschriften…

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Volksbegehren in der Republik

Erst war es nur in Bayern, dann kamen sie auch in Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg: Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt. „Rettet die Bienen“ war der eingängige Slogan in Bayern, mit dem es den Initiatoren gelang, 18,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Unterschrift zu animieren. Die Details der inzwischen in Gesetzen festgeschriebenen Regelungen und vor allem ihre Auswirkungen auf die Landwirte traten während des Prozesses hinter dem Slogan zurück. Wer wollte auch kein Bienenretter sein? Ohne die konkreten Umsetzungen nochmals zu…

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Schön gerechnet und allein gelassen

Existenzbedrohend, so der Deutsche Bauernverband, sei die in den Nachbesserungen zur neuen Düngeverordnung (DüV) 2017 getroffene Regelung zu einem 20-prozentigen Abschlag in den roten Gebieten. Hintergrund waren die Nachforderungen der EU-Kommission, die in der DüV 2017 keine ausreichende Umsetzung sah, um vor allem in den roten Gebieten eine Verbesserung der Grundwasserqualität zu erreichen. Man „verlasse aber das Grundprinzip der Bedarfsdeckung landwirtschaftlicher Kulturen mit Nährstoffen“, so der Präsident des DBV, Joachim Rukwied, und…

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Gedanken zum Milchmarkt

Bei der Mitgliederversammlung des European Milk Board (EMB) im Frühjahr 2017, die Milchkrise der Vorjahre war noch frisch in Erinnerung, beschrieb der damalige EMB-Vorsitzende Romuald Schaber die mögliche Zukunft der Milcherzeugung in Europa. Schaber warnte damals vor einer Situation, die er als Dauerkrise bezeichnete: zwar kein Absturz mehr auf Milchpreise unter 25 Cent, aber eine dauerhafte Kostenunterdeckung über Monate und Jahre, mit der Folge, dass die allermeisten Betriebe von der Substanz zehren. Heute, zwei Jahre später, ist diese…

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Transparenz beim Brötchen backen

Wer in Tschechien morgens in sein Frühstücksbrötchen oder -hörnchen (Rohliky) beißt, in Deutschland einen „goldenen“ Toast bestreicht oder bei McDonalds ein Hamburgerbrötchen (Buns) isst, der lässt mit Sicherheit oder sehr wahrscheinlich beim tschechischen Premierminister, Milliardär, Oligarchen, Unternehmer Andrej Babis die Kasse klingeln. Denn überall wirkt im Hintergrund der von ihm 1993 gegründete und heute weltweit agierende Agrar-, Lebensmittel-, Chemie-, Düngemittel-, Biogas- und Medienkonzern Agrofert mit einem seiner über 230…

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Vielfalt auf dem Acker und im Kopf

Für die, die es ausprobieren, ist es oft ein schöner Motivationsschub. Jahre-, Jahrzehntelang wuchsen auf dem Acker nur Getreide und Hackfrüchte, jetzt sind es Erbsen oder Ackerbohnen, Leguminosen also, und sie stehen üppig und gleichmäßig. Häufig machen Bauern und Bäuerinnen, die – zur Auflockerung ihrer konventionellen Fruchtfolge oder in der Umstellung auf Ökolandbau – zum ersten Mal Erbsen oder Bohnen anbauen, diese positive Erfahrung. Dass das nicht so bleibt, wenn man Leguminosen häufiger oder gar zu häufig bringt, dass es nach wie vor…

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Neue Hühner braucht das Land

Henne, Hahn oder Ei – die Frage wer zuerst da war, stellt sich für Carsten Bauck nicht. „Hahn und Henne gehören zusammen.“ Was klingt wie ein lapidarer Allgemeinplatz, ist in den vergangenen Jahren zu einem gesellschaftlich immer brisanteren Ethikthema avanciert. Eigentlich sollte schon Ende Mai das Bundesverwaltungsgericht entscheiden, was juristisch als höherwertig anzusiedeln ist: wirtschaftliche Interessen oder der im Grundgesetz verankerte Tierschutz. Es hatte dann kurz vor dem anberaumten Termin noch weiteren Beratungsbedarf, so dass das…

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Leseprobe

Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: schievelbein[at]bauernstimme.de
Telefon: 02381-49-22-89
Telefax: 02381-49-22-21

Christine Etienne

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

Email: etienne[at]bauernstimme.de
Telefon: 0157-736-891-27
Telefax: 02381-49-22-21

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