Die Juli/August-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Im Schwerpunkt finden sich diesmal Beispiele, wo und wie ein Austausch über Landwirtschaft und Politik stattfindet. Denn es zeigt sich im Moment, wie wichtig es ist, im Gespräch zu bleiben – bei diffus schlechter Grundstimmung und bedrohlichen Wahlergebnissen. Auf der politischen Ebene herrscht im Moment der Eindruck vor, jeder wolle nur seine eigenen Schäfchen ins Trockene bringen. Die Zeit großer gesellschaftlicher Bündnisse, in denen jeder bereit ist, Zugeständnisse zugunsten des gemeinsamen Konsenses zu machen, sie scheint vorbei. Der Bauernverband hat es derzeit nicht nötig, auf Kompromisse einzugehen, auch wenn diese mindestens langfristig für die Bauern und Bäuerinnen hilfreicher wären, als ein Rollback-Strohfeuer. Und mit Klimaschutz ist momentan wenig Staat zu machen, obwohl das Wetter eine andere Sprache spricht.
Sich aber angesichts dessen die Decke über den Kopf zu ziehen, hilft nicht weiter – es ist jetzt mehr denn je an der Zeit sich zu engagieren, ins Gespräch zu kommen und anzupacken. Wir müssen reden – über die Zukunft unserer Höfe, über agrarpolitische Maßnahmen, über soziale Gerechtigkeit.
Zu Aufbruch statt Resignation ruft Claudia Gerster, Mitglied im AbL-Bundesvorstand und Bäuerin in Sachsen-Anhalt, in ihrem Kommentar auf.
Ganz bewusst in den Austausch gehen Bauern und Bäuerinnen bei der Aktion „Hof mit Zukunft“. Die Unabhängige Bauernstimme war auf einem konventionellen Ackerbaubetrieb dabei, wie der Betriebsleiter und drei Aktivistinnen sich angeregt, respektvoll und mit Spaß unterhielten: „Sehr cool war es“, so die Kurzauswertung des Jungbauern Christoph Giere.
Wie er auf die zukünftigen Themen und Debatten im neu gewählten EU-Parlament blickt, darüber redet im Interview Martin Häusling, hessischer Bauer, wiedergewählter Europaabgeordneter und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion.
In einem Beitrag über einen sächsischen Biohof kommt die angestellte Milchbäuerin Doro Sterz zu Wort und berichtet, wie sehr das Thema Vermarktung den Hof beschäftigt, und gibt Einblick in die Stimmung auf dem Land.
Und Xenia Brand, Bundesgeschäftsführerin der AbL, beschreibt die Entwicklungen rund um die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) unter der Überschrift „Ein guter Anfang reicht nicht aus“.
Außerdem geht es weiterhin um den Nachbau: Denn mitten ins Schmieren der Mähdrescher vor der Ernte fällt die Auseinandersetzung um die überzogene Auslegung eines Urteils des Bundesgerichtshofes durch Saatguttreuhandverwaltung (STV) und Bundverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP).
Unter Marktbeobachtung steht zudem die Biobranche, der seit Frühjahr akut sichtbare Krisenmodus des Deutsches Milchkontors (DMK) und das Geschäft mit Soja.
Bei der jetzt erscheinenden Unabhängigen Bauernstimme handelt sich um unsere Sommer-Doppelausgabe, d.h. die nächste Zeitung kommt Anfang September heraus. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer und eine gute Ernte - auf dem Feld und in Gesprächen!
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