Anlässlich der vom Forum Fairer Handel e.V. in Kooperation mit Fairtrade Deutschland e.V. und dem Weltladen-Dachverband e.V. aktuell unter dem Motto „Fair handeln – Vielfalt erleben!” laufenden Fairen Woche 2026 sowie der auf EU-Ebene begonnenen Überarbeitung der Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) fordert ein breites Bündnis, dem unter anderem das Forum Fairer Handel, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und das Bischöfliche Hilfswerk Misereor angehören, unfair niedrige Erzeugerpreise endlich wirksam zu regulieren. Mit dem Appell „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordert das Bündnis Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in einer Petition auf, sich entschlossen dafür einzusetzen, die Zahlung fairer, kostendeckender Preise entlang der gesamten Lieferkette von allen Handelspartnern sicherzustellen. Dieser respektive das Landwirtschaftsministerium (BMLEH) hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium, wohl eher zufällig passend zur Fairen Woche, eine Onlinebefragung zur Umsetzung und Wirksamkeit des Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetzes (AgrarOLkG), unter diesem Namen wird die UTP-Richtlinie in Deutschland umgesetzt, gestartet, um festzustellen, ob die vorhandenen Regelungen wirksam und ausreichend sind.
Die aktuelle Richtlinie verbietet die gravierendsten unlauteren Handelspraktiken in den Agrar- und Lebensmittellieferketten und ist ein wichtiges Instrument für Lieferanten, um sich gegen Marktmissbrauch ihrer Käufer zu wehren. Doch sie enthält Lücken: Lieferanten sind trotz bestehender Verbote weiterhin mit unlauteren Vertragskonditionen, Drohungen und massivem Preisdruck konfrontiert. Die gravierendste Lücke ist, so das Bündnis, dass Einkaufspreise unterhalb der nachhaltigen Produktionskosten nicht verboten sind. So haben Lieferanten keine rechtliche Handhabe gegen unlautere Forderungen in Preisverhandlungen. Für das Bündnis bedeuten faire Preise, dass sie die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken und so existenzsichernde Einkommen und Investitionen ermöglichen. Die Zahlung von unfairen Preisen muss als unfaire Handelspraktik in die UTP-Richtlinie aufgenommen werden.
Die Petition des Bündnisses kann hier unterzeichnet werden. Die Möglichkeit zur Teilnahme an der Onlinebefragung des BMLEH, die sich „an Erzeuger sowie andere Lieferanten, die Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelerzeugnisse verkaufen, sowie an Käufer dieser Produkte“ richtet, besteht bis zum 15. Oktober hier. Und weitere Informationen zur Fairen Woche 2026 gibt es hier.
Der Appell wird unterstützt von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL), Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), Deutsche Umwelthilfe e.V., FEMNET e.V., Forum Fairer Handel e.V., Global Nature Fund (GNF), Heinrich-Böll-Stiftung e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Katholische Landvolkbewegung Deutschland, Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V., Oxfam Deutschland e.V., Weltladen-Dachverband e.V.
