Unabhängige Bäuerinnenstimmen

Die Dezemberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Das Jahr 2026 wird das UN-Jahr der Bäuerinnen - da werfen wir im Schwerpunkt vorab einen Blick auf ihre Situation und heutige Herausforderungen auf den Höfen. Claudia Gerster, Bäuerin in Sachsen-Anhalt und Bundesvorsitzende der AbL, ruft in ihrem Kommentar zu mehr Einsatz für geschlechtergerechte Aufteilung von Eigentum sowie Erwerbs- und Familienarbeit auf, damit Frauen in der praktischen Landwirtschaft ihre Frau stehen und sich mir ihren Kompetenzen bei den heutigen Herausforderungen der Landwirtschaft einbringen können.

In weiteren Beiträgen wird deutlich, dass Hofübergaben in Deutschland zwar mittlerweile nicht mehr wie selbstverständlich männlich gedacht werden – es nach wie vor aber wenig Betriebsleiterinnen gibt. Das liegt nicht daran, dass sich Frauen nicht genug durchboxen - sondern dass die Branche weiterhin sehr konservativ eingestellt ist und Frauen innerhalb der Landwirtschaft strukturell benachteiligt sind. So lassen sich im Ergebnis viele Erkenntnisse der sogenannten Frauenstudie „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ aus dem Jahr 2023 zusammenfassen, wie Janna Luisa Pieper, eine der Autorinnen von der Uni Göttingen, ausführt.

Über verbandsübergreifende Ideen zur Stärkung von Frauen* in der Landwirtschaft berichtet Doro Sterz, Bäuerin in Sachsen und Mitglied im AbL-Bundesvorstand. Ackerbäuerin Eva Imrecke beschreibt, wie sie mittlerweile die ihr entgegen gebrachten Vorurteile als Situation für Aha-Moment beim Gegenüber humorvoll zu nehmen weiß. Milchbäuerin Ve-Annissa Spindler beschreibt als Betriebsleiterin die innere Zerreißprobe zwischen eigenen Ansprüchen und wirtschaftlichen Überlegungen. Und Grünlandbäuerin Elisabeth Fresen setzt sich vehement dafür ein, dass Schwangere und Mütter in der Landwirtschaft mehr Unterstützung brauchen, als momentan gewährt wird.

Die Bedeutung der Marktlage für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist schon angesprochen. Für die Höfe müssen die Preise stimmen. Im Milchmarkt mit seinem für Milchbäuerinnen und Milchbauern bisher nicht allein zügelbaren Gezerre um Marktpositionen unter Verarbeitern und Handel analysiert Marktbeobachter Hugo Gödde den derzeitigen Preisabwärtstrend. Eine Form der regionalen Wertschöpfung beleuchtet die AbL Baden-Württemberg in einem Beitrag über hofnahe Schlachtung für die Fleischdirektvermarktung – z.B. als passende Ergänzung zur Milcherzeugung.

Nach wie vor werden neue Regelungen für gentechnische veränderte Pflanzen und Patente auf EU Ebene heiß verhandelt. Dabei ist Unabhängigkeit ein großes Gut für bäuerliche Betriebe – gerade auch bei der Kulturpflanzenvielfalt. Bio-Apfelzüchterin Inde Sattler gibt im Interview einen Einblick in die Überlegungen bei der Züchtungsarbeit und macht eindeutig klar: „Wir brauchen Vielfalt und Feldrobustheit statt Gentechnik“.

Die Dezemberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme.