Protest vor dem Werkstor

Wochenlang hat Pfarrer Peter Kossen aus der Pfarrei Seliger Niels Stensen in Lengerich/Nordrhein-Westfalen „davor gewarnt, nun ist das Schlimmste eingetreten“, schreibt das Bistum Münster in einer Pressemitteilung mit Blick auf die über 200 infizierten Mitarbeiter im Westfleisch-Schlachthof im nordrhein-westfälischen Coesfeld sowie weiteren Großschlachthöfen bundesweit. Pfarrer Kossen sieht einen Grund in den schlechten Arbeitsbedingungen, aber auch der katastrophalen Wohnsituation der Arbeitsmigrantinnen und -migranten. Um darauf aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren, stellte er sich am 9. Mai mit Plakaten vor das Werkstor in Coesfeld. Die…

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Schlachthöfe als Corona- Brennpunkte

So richtig überraschen kann es nicht. Große Schlachthöfe mit vielen ausländischen Werksarbeitern sind aktuell neben den Pflegeheimen der größte Risikoherd für eine Corona-Virus- Infektion. Nachdem schon vor zwei Wochen mehr als 250 infizierte ausländische Arbeitnehmer bei Müller Fleisch in Birkenfeld (Baden Württemberg) festgestellt wurden und danach der Rinder- Schlachthof von Vion in Bad Bramstedt (Schleswig Holstein) wegen Ansteckungsgefahr geschlossen wurde, geriet Ende dieser Woche der Westfleisch- Schlachthof in Coesfeld (NRW) ins Fadenkreuz der Gesundheitsbehörden. Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Mitarbeiter ist bis Sonntag auf 230…

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EU-Gelder nicht für Lagerhaltung ver(milch)pulvern

In mehreren EU-Ländern haben Milchbauern und -bäuerinnen mit Milchpulver-Aktionen auf die existenzbedrohende Situation auf ihren Höfen aufmerksam gemacht und an die EU-Kommission sowie die EU-Mitgliedstaaten appelliert, gemeinsam ein Mengenreduktionsprogramm durchzuführen. Ihre Botschaft: „Wir MilcherzeugerInnen sagen JA zu einer EU-weiten Milchreduktion und NEIN zur privaten Lagerhaltung von Butter, Milchpulver und Käse als Krisenmaßnahme.“ Während in Frankreich oder Litauen ein Nebel aus Magermilchpulver über die Felder zieht entsteht in Berlin vor dem Bundeskanzleramt eine Pyramide aus Milchpulversäcken, gekrönt von Befürwortern der privaten…

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Soja aus Brasilien für Europa schädigt das Klima und ist das Resultat von Entwaldung

Der weltweite Sojahandel ist aus mehreren Gründen eine Hauptquelle von Treibhausgasemissionen. Die Umwandlung von natürlicher Vegetation in Ackerland ist wahrscheinlich die wichtigste Ursache, da letzteres in der Regel wesentlich weniger CO2 bindet als die ursprünglichen Ökosysteme. Auch bei der Ernte der Sojabohnen und der Verarbeitung zu Folgeprodukten, dem anschließenden Transport zu den Ausfuhrhäfen und der Verschiffung werden Treibhausgase freigesetzt. Das teilen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn mit, die mit Blick auf den Sojaproduzenten Brasilien in einer Studie, die sie gemeinsam mit Partner aus Spanien, Belgien und…

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Ein Jahr Ackerbesetzung in Neu-Eichenberg

Aufgrund der Pläne für ein 80 Hektar umfassendes Logistikzentrum ist vor einem Jahr ein Acker im nordhessischen Neu-Eichenberg von der „Aktionsgruppe Acker bleibt“ besetzt worden. „Und die Besetzung als Investitionsrisiko zeigt ihre Wirkung“, erklären anlässlich des Jahresjubiläums die Besetzer, die sich unter anderem aus Studierenden der Ökologischen Landwirtschaft, ausgebildeten Landwirt_innen, Praktiker_innen und Klimaaktivist_innen zusammensetzen. Der für das Logistikzentrum vorgesehene Investor, die Dietz AG, ist Anfang 2020 abgesprungen, da der Standort für ihn aufgrund des Protestes „enorm an Attraktivität eingebüßt“ habe. Auch lokalpolitisch…

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Bund und Länder kleben an alter EU-Agrarpolitik

Eine breite Plattform von Verbänden aus Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz und Entwicklungspolitik fordert die Landwirtschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern zu einem grundlegenden Umsteuern auf. Die Coronakrise könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass große Teile der Branche vor tiefgreifenden Veränderungen stünden. Die Bundesländer müssten daher jetzt die Weichen dafür stellen, die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik in Deutschland massiv zu ändern, damit die landwirtschaftlichen Betriebe den notwendigen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandel, Umwelt-, Arten- und…

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Vorsorglich handeln und Milchkrise vermeiden

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die AgrarministerInnen auf, sich für eine freiwillige Mengendrosselung auf EU-Ebene einzusetzen und schlägt konkrete Instrumente dazu vor. Zum äußerst angespannten Milchmarkt in der Corona-Pandemie hat die AbL eine aktuelle Position und eine bäuerliche Videobotschaft veröffentlicht. „Unsere Milchpreise sind auf Talfahrt“, sagt Elisabeth Waizenegger, Biomilchbäuerin im Allgäu und Milchsprecherin im Bundesvorstand der AbL. „Auf dem Spotmarkt sank der Milchpreis bereits auf unter 30 Cent. Auch Molkereien haben Preise unter der 30-Cent Marke angekündigt. Das ist absolut kritisch für die…

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LK Österreich: Wer weniger produziert, soll von EU unterstützt werden

Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, erwartet von der EU-Kommission finanzielle Unterstützung, wenn Betriebe freiwillig Liefermengen reduzieren, und hofft auf einen Österreich-Pakt für regionale Lebensmittel als Zukunftsinstrument. "Wir sehen im jüngst veröffentlichten Maßnahmenprogramm der Europäischen Kommission einen wichtigen ersten Schritt in Richtung Entspannung der Märkte und Stabilisierung der Preise. Ein wirksames Instrument, Druck aus den Märkten zu nehmen, ist die freiwillige Rücknahme der Produktion. Die Landwirtschaft und mit ihr die Verarbeitungswirtschaft sind bereit, ihre Erzeugung den…

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Bauernhof in Hamburg muss bleiben: „Wir wehren uns“

Der Milchbauer Hauke Jaacks aus Rissen/Hamburg hat vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Klage gegen die Entscheidung der Wirtschaftsbehörde eingereicht, die „seinen“ Hof an einen außerlandwirtschaftlichen Investor verkaufen will. „Wenn es bei dieser Entscheidung bleibt, dann werde ich meinen Bauernhof aufgeben müssen. Meine Frau und ich halten 340 Rinder, bewirtschaften 150 Hektar, davon ein Großteil als Weideland. Wir sind mit Leib und Seele Bauern und wollen das auch bleiben. Deshalb wehren wir uns“, sagt Hauke Jaacks. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde hatte Anfang April den Widerspruch von Hauke Jaacks gegen den Verkauf zurückgewiesen. Im vergangenen…

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Umweltschutz für Bäuerinnen und Bauern lohnenswert machen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Agrarminister und -ministerinnen der Länder anlässlich der am kommenden Freitag als Videokonferenz stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK) auf, ein deutliches politisches Zeichen zu setzen, um Umweltschutz für Bäuerinnen und Bauern lohnenswert zu machen und dafür das von der EU-Kommission vorgeschlagene Instrument der Eco-Schemes zu nutzen. In einer Stellungnahme macht die AbL konkrete Vorschläge zur Umsetzung dazu. Denn für die AbL ist Fakt: Die Spannungsfelder, in denen sich Bäuerinnen und Bauern in Deutschland und der EU bewegen, könnten herausfordernder kaum sein.…

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27.08.2026

Unter diesem Titel hat die AbL Niedersachsen/Bremen schon 2018 eine Tagung in der Weideregion Ammerland veranstaltet – damals noch mit…