Die Septemberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Ein Dürresommer liegt hinter
uns, der gerade auch die Weidetierhaltung vor große Herausforderungen stellte – zusätzlich zum übrigen ökonomischen Druck. Denn die wirtschaftliche Situation für Weidebetriebe ist schwierig, politische Unterstützung besteht vor allem aus warmen Worten – eine verlässliche Förderung über eine bundesweite Weideprämie droht nach jahrelangem Hin und Her letztlich doch im Sande zu verlaufen – die AbL-Referentin für Agrarpolitik, Vicky Gaul, wirft einen kritsichen Blick auf die Abläufe. Dabei genießt kaum eine andere landwirtschaftliche Praxis so ein hohes öffentliches Ansehen. Ottmar Ilchmann, Milchbauer in Ostfriesland und Landesvorsitzender der AbL Niedersachsen, zeigt in seinem Kommentar den Bogen auf, damit Weidehaltung kein Auslaufmodell wird. Zum Umgang der Betriebe mit der großen Trockenheit und der grundsätzlichen Bedeutung von Beweidung berichtet im Gespräch Stefan Klett, zur Zeit Schafhalter im Nebenerwerb und AbL-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg. Wie naturnahe Beweidung als Betriebskonzept funktioniert und wirkt, beschreibt Oliver Post vom Landschaftspflegehof Adelegg. „Weide muss man wollen“, bringt es der ostfriesische Milchbauer Steffen Hinrichs auf den Punkt. Auf weltweiter Ebene geht es nicht nur im UN Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums auch um die Zukunft der mobilen Tierhaltung. Über den Stellenwert und die Stärke, aber auch die Verletzlichkeit des Pastoralismus berichtet Saverio Krätli von einer Konferenz in Kenia.
Gleichzeitig ist es das UN Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Mehr denn je gilt es auch sie und ihren Beitrag auf den Höfen sichtbar zu machen – und strukturelle Benachteiligung abzubauen. Wie verschiedene Frauen unterschiedlicher Generationen in Bayern darauf schauen und was sich unterstützend tut, hat Margit Gebhard aus dem erweiterten Vorstand der AbL Bayern zusammengetragen. Eine Aktion der Landfrauen aus dem baden-württembergischen Glottertal schafft dazu eindrücklich Sichtbarkeit für Bäuerinnen.
Zur Situation der Milchviehbetriebe ist schon rund um die Weidehaltung einiges gesagt. Derzeit sind die Milchpreise im Keller, am Markt fusionieren die Molkereien – aus Arla und DMK entsteht ein europäischer Konzernriese. Dass das nicht zur Gewinnbeteiligung der Bauern und Bäuerinnen führen wird, ist abzusehen. Wo bleibt die Kontrolle und Bewertung der Auswirkungen, wie sie z.B. auch die Monopolkommission forderte? Für echte Marktteilhabe fordern Milchbauern und Milchbäuerinnen weiterhin endlich mit an die Preisverhandlungstische zu kommen.
