Warum Bäuerinnen und Bauern für den Klimaschutz demonstrieren

„Zukunft statt Gas! Reiche stoppen!“ – Das Klimabündnis Hamm und Fridays for Future Hamm rufen gemeinsam mit über 40 Gruppen, zu denen auch der Landesverband NRW der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gehört, zur Demonstration „Zukunft statt Gas! Reiche stoppen!“ am 13.09.2026 um 13 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Hamm/NRW auf. Dort findet eine Auftaktkundgebung mit Reden und Musikbeiträgen statt.

Nachfolgend erklären Ulf Allhoff-Cramer, Bauer und Waldbauer aus Detmold/NRW, und Hilde Schiller, vom Laakenhof in Beckum/NRW, warum sich Landwirt:innen an der Klimademo am 13.9. in Hamm beteiligen.

Die eskalierende Klimakrise bringt  Bauernfamilien  immer öfter in Not. Bauernhöfe verlieren durch die Erderhitzung jede Sicherheit, Missernten, Futternotstand, abgestorbene Nadel und Laubwälder, der Wassermangel sind zunehmend existentiell. Der Hitzesommer 2026 hat immense Schäden verursacht und über 10.000 Menschen das Leben gekostet. Es war der fünfte extreme Dürre und Hitzesommer seit 2018! (Früher alle 10 bis 15 Jahre ein Dürresommer.)
Was wir erleben, ist nicht ein "neues Normal" sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg in eine Zeit mit noch mehr Dürre und Hitzerekorden. Anpassung wird immer schwieriger und irgendwann unmöglich. Klimawandel ist extrem ungerecht, einige Regionen in NRW haben Gewitterregen bekommen,  andere sind einfach nur vertrocknet. Es ist kaum erträglich, dass der völlig ungenügende Klimaschutz in den Industrieländern die Ernten und die  Heimat der Bauernfamilien im globalen Süden zerstört.
Im Angesicht der Ereignisse ist der fossile Rollback von Wirtschaftsministerin Reiche ein Angriff auf unsere Höfe und unsere Zukunft. Frau Reiche macht keine Politik für zukünftige Generationen, für unsere Kinder, für unsere Landwirtschaft, wo ein Großteil des erneuerbaren Stroms erzeugt wird. Sie will teure Gaskraftwerke, betrieben mit US Frackinggas, bauen, anstatt unsere heimischen Biogasanlagen zu ertüchtigen, damit sie die Stromlücken schließen können.
Erneuerbare Energien haben in der Energiekrise 2026 das Stromnetz stabilisiert und die Versorgung sicherer gemacht, sowie Milliarden an Energieimporten gespart.
Die Energiewende muss erfolgreich weitergeführt werden, fossile Gaskraftwerke sind ein unverantwortlich teurer und schädlicher Weg.
Was nun notwendig ist:
1. Einhalten der beschlossenen Klimaziele bzw. Nachschärfung der Ambitionen angesichts der eskalierenden Klimakrise.
2. Zurücknahme aller Einschränkungen für die Energiewende, bis 100 % Selbstversorgung regenerativ erreicht sind.
3. Zurücknahme aller beschlossenen und geplanten Aufweichungen im Klimaschutz (Flugsteuer, Sektorziele, Zertifikate, Klimaneutralität)

Weitere Informationen zur Demo finden sich hier.