Rückhalt für Wasser

Die Juniausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Den Umgang mit Wasser zu managen ist eine der vielen drängenden Zukunftsaufgabe für die Höfe - verschiedene Aspekte dazu finden sich diesmal im Schwerpunkt: Den Widerspruch zwischen gründlicher Entwässerung und zunehmenden Trockenphasen mit Wassermangel zeigt in ihrem Kommentar Andrea Vogel auf, die in Franken bis 2025 Obstbäuerin und Cidrewinzerin war und bei der AbL Bayern Referentin für Wasser und Klimastrategie ist sowie auf Bundesebene Sprecherin der AG Agroforst.

Wenn es darum geht, Wasser wieder verstärkt in der landwirtschaftlich genutzten Fläche zurückzuhalten, damit es zur Nutzung verfügbar bleibt, gibt es verschiedene, unterschiedlich aufwendige Möglichkeiten. Um angelegte Drainagen umzurüsten, gibt es mittlerweile fertige patentierte Bausätze. Die Erfahrung des niedersächsischen Bauern Karl-Heinz Hanken, der lange Jahre Biogemüsebau mit Jungpflanzenanzucht betrieben hat, zeigt, dass es eine Sache des Umdenkens ist, Wasser auf der Fläche zuzulassen. Einblick in den wassersparenden Gemüse- und Kartoffelanbau mit Mulch im trockenen Unterfranken gibt der angestellte Landwirt Sebastian Hausmann. Und wie ein ausgeklügeltes System der Wässerlinien entlang des landschaftlichen Höhenprofils in der Landwirtschaft angelegt werden kann, um Wasser ganz gezielt über die Fläche aufzufangen und zu leiten, erklärt Forstwissenschaftler Philipp Gerhardt.

Dass dabei viele verschiedene Puzzleteile wie Wassermanagement, Grundwasserschutz und Bodenzustand und -bewirtschaftung untrennbar miteinander verbunden sind, zeigen Beiträge von der Frühjahrstagung der AbL Niedersachsen. Denn sauber muss es auch bleiben das schutzwürdige Gut Wasser – Bäuerinnen und Bauern stehen in der Verantwortung es bestmöglich vor Einträgen und Verunreinigung aus der Landwirtschaft zu schützen. Wie gut eine gemeinschaftliche Beratung zum Wasserschutz beitragen kann, zeigt das Beispiel einer engagierten Wasserkooperation der westfälischen Stadt Gütersloh.

Außerdem schaut der Agraringenieur Jobst Jungehülsing einmal mehr mit kritischem Blick auf die Lage am Bodenmarkt und wertet die aktuell veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes für 2024 aus. Auf die provokante Frage, wie es denn den Agrarinvestoren gehe, lasse sich nur „bestens“ antworten, stellt er fest: Immer mehr verdrängen Konzerne die Bauern und Bäuerinnen als Landeigentümer.

Ein weiterer Blick richtet sich auf die Lage der Milchbauern und Milchbäuerinnen.  Sie erleben ständig Achterbahnen der Gefühle, obwohl es meist abwärts geht mit den Preise, wie gerade jetzt auch wieder. Zunehmende Marktkonzentration wurde zuletzt von der Monopolkommission als großes Problem in den landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten ausgemacht. Trotzdem wurde gerade die Fusion der Molkereikonzerne Arla und DMK von der EU-Kontrollbehörde ohne weiteren Kontrollen oder Auflagen durchgewunken. Öffentlichkeitswirksam wies eine Aktion des European Milk Boards (EMB) zum Tag der Milch  in Ostfriesland auf die entwertende und für die Höfe existenzbedrohende Marktdynamik hin. Und einen Einblick in die Lage auf dem Biomilchmarkt für Erzeuger und mittelständische Verarbeiter gibt es im Gespräch mit Milchbauer und Mitbetreiber der Upländer Bauernmolkerei Sven Lorenz. An dieser Stelle gibt es dann aber auch mal was zu feiern, denn die Upländer Bauernmolkerei hat in diesem Jahr 30jähriges Jubiläum: Herzlichen Glückwunsch!