Die beiden Niedersächsischen LandFrauenverbände Hannover (NLV) und Weser-Ems (NLF Weser-Ems) lehnen entschieden die Abschaffung der Mütterrente ab und sehen sich darin auch durch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bestätigt.
Die Bundesregierung plant derzeit den Haushalt für 2025. Bundesfinanzminister Lindner fordert dabei Ausgabenkürzungen im Sozialbereich, insbesondere bei der 2014 eingeführten Mütterrente für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben. Dazu erklären NLV-Präsidentin Elisabeth Brunkhorst und NLF Weser-Ems-Präsidentin Ina Janhsen: „Die Mütterrente ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer sozialen Absicherung und ein Zeichen der Wertschätzung für die Lebensleistung von rund neun Millionen Frauen. Ihre Abschaffung würde nicht nur ihre finanzielle Belastung erhöhen, sondern auch die soziale Gerechtigkeit in unserem Land gefährden. Unsere beiden Verbände werden sich massiv für die Erhaltung der Mütterrente einsetzen.“
Die beiden Niedersächsischen LandFrauenverbände fordern die Bundesregierung auf, die Mütterrente beizubehalten und stattdessen Maßnahmen zu ergreifen, die die Erwerbstätigkeit von Frauen fördern. Brunkhorst betont die Notwendigkeit, die Kinderbetreuung und Pflegeinfrastruktur auszubauen sowie Anreize im Steuersystem durch eine Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs zu schaffen. „Nur auf diese Weise kann langfristig eine gerechtere Verteilung der Rentenansprüche erreicht werden”, hebt Brunkhorst weiter hervor.
Ina Janhsen verweist in diesem Zusammenhang auf ein vom Deutschen LandFrauenverband (dlv) kürzlich veröffentlichtes Positionspapier zum Thema Ehegattensplitting. Dies würde ein klares Zeichen für die Relevanz von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Frauen setzen.
Unterstützung finden die Landfrauen durch eine aktuelle DIW-Studie, die die weitreichenden sozialen Folgen einer Abschaffung der Mütterrente verdeutlicht. Demnach würde das Armutsrisiko für viele Frauen erheblich erhöht und der Rentenabstand zwischen Männern und Frauen weiter vergrößert. Das Ergebnis der Studie konkret: Fiele die vor zehn Jahren eingeführte Mütterrente wieder weg, könnte die Bundesregierung jährlich zwar rund 14 Milliarden Euro sparen. Fast neun Millionen Rentnerinnen, die vor 1992 Kinder geboren haben, würden aber durchschnittlich 107 Euro im Monat fehlen. Insbesondere träfe es Frauen aus den unteren Einkommensgruppen, Frauen mit mehr als drei Kindern und geschiedene Frauen. Die Armutsrisikoquote der Rentnerinnen stiege von 19,4 auf 22,3 Prozent und der finanzielle Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der gesetzlichen Rente (Gender Pension Gap) um mehr als 20 Prozent. Statt die Mütterrente rückgängig zu machen, sollten Maßnahmen für eine höhere Frauenerwerbstätigkeit und eine Stärkung der partnerschaftlichen Aufteilung der Sorgearbeit ergriffen werden. Konkret hieße das laut DIW, wie auch von den Landfrauen gefordert, die Kinderbetreuung und Pflegeinfrastruktur auszubauen sowie die Anreize im Steuersystem durch eine Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs zu verbessern.
