Haltung zeigen!

Die Januarausgabe der Unabhängigen Bauernstimme für das Jahr 2026 ist da! Wir sind früh dran, aber so ist genug Zeit sich einzustimmen bis zur Wir-haben-es-satt Demo am 17.1. in Berlin.  Schwerpunktmäßig geht es um verschiedene agrar- und marktpolitische Knackpunkte, die aus bäuerlicher Sicht im Jahr 2026 verstärkt zu beackern sind. In seinem Kommentar umreißt Martin Schulz, AbL-Bundesvorsitzender und Neuland-Schweinebauer im niedersächsischen Wendland, kurz und trocken die Stimmung angesichts von Aufschieberitis, Rollen rückwärts und Abwickelei: „Wir waren gefühlt auch schon weiter.“ Vor allem nach anfänglich vielversprechenden Bekenntnissen der Bundesregierung z.B. zu Zielen beim Umbau der Tierhaltung, ruft er dazu auf, weiter mit guten Argumenten auf die Umsetzung zukünftig tragfähiger Konzepte für die Landwirtschaft zu dringen – für Perspektiven und Planungssicherheit auf den Betrieben.

Phillip Brändle, AbL-Referent für Agrarpolitik, erklärt die Kritikpunkte aus Sicht der Verbände-Plattform an den bisherigen Vorschlägen der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) im Jahr 2027 – Es müsse mehr Geld bereit gestellt werden, um Ressourcenschutz wirtschaftlich zu machen. Denn „Weltmarkt und Stückkostenoptimierung bieten uns keine Perspektive“, so eine Bauernstimme.

Auch die Marktordnung für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist ein Arbeitsfeld, um mit sinnvollen Marktregeln den Einfluss von Bäuerinnen und Bauern auf die Preise für ihre Produkte zu verbessern. Ein Blick auf die Situation am Milchmarkt zeigt, dass wieder mal zu viel Menge zum Problem wird und die Bildung von Erzeugergemeinschaften ein erste Schritt ist – der alleine jedoch nicht gegensteuern kann.

Für den Biomarkt analysiert Marktbeobachter Hugo Gödde die Konventionalisierung des Absatzes. Hier könnten starke regionale Erzeugergemeinschaften noch dafür sorgen, dass die Bäuerinnen und Bauern von der boomenden Bionachfrage auch was haben.

Emma André, AbL-Klimareferentin, beleuchtet den Stand der Dinge beim Klimaschutz am Beispiel der Düngepolitik: Statt Rechtsunsicherheiten im Düngerecht, mit Folgen für bäuerliche Betriebe und die Umwelt, brauche es klare Linien und sichtbare Zeichen, dass Klimaschutz nicht einfach fallen gelassen werde.

Um die Möglichkeiten beim Umbau der Tierhaltung hin zu artgerechteren Haltungsformen zu zeigen, war die Unabhängige Bauernstimme zu Gast bei Neuland-Sauenhalter Alexander Nienhaus, der seit diesem Jahr auf freies Abferkeln, Kontakt und Bewegung in der Gruppe, Stroh, Ausläufe und Ringelschwänze setzt. Auch in einem redaktionellen Kommentar wird deutlich, welche Chancen vertan werden, durch das Abwickeln des Bundesprogramm Tierhaltung – gedacht als Weg zu einer veränderten Tierhaltung mit wirtschaftlicher Perspektive.

Für große Aufregung auch in Verbraucherkreisen sorgt der kurz vor der Absegnung stehende EU-Gesetzentwurf zur Neuen Gentechnik, denn damit würde sie ohne Kennzeichnung durchgewunken werden. Bärbel Endraß, Bäuerin und AbL-Landesvorstand Baden-Württemberg benennt das in ihrem Kommentar als Skandal.

Gerade weil so viel zu tun ist, heißt es zum Ende des Jahres 2025 erstmal Kraft schöpfen: Wir wünschen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest! Und dann einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Das Jahr 2026 ist zudem ein besonderes Jahr für die Unabhängige Bauernstimme: Wir feiern 50-jähriges Jubiläum. Mit immer wieder besonderen Seiten, zeitgleich zum UN-Jahr der Bäuerinnen und mit einem Fest am 4. und 5. Juli. Wir hören und sehen uns!

Eure Redaktion
Christine Etienne und Claudia Schievelbein

Die Januar-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme.