Gute Arbeit

Die Novemberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Schwerpunktmäßig geht es um die Frage, was ist Gute Arbeit in der Landwirtschaft? Gesamtgesellschaftlich verändert sich die Einstellung zur Arbeit; sie wird viel stärker ins Verhältnis zu Freizeit und Familie gesetzt. Wir haben bei verschiedenen Bäuerinnen und Bauern nachgefragt, wie bei ihnen die Arbeit auf dem Hof läuft oder was sie unter guter Arbeit verstehen. Dabei ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf z.B. ein Thema von Grünlandbäuerin Elisabeth Fresen. Ackerbauer Christoph Rothhaupt berichtet über die Gefahr für Gesundheit und Familie, wenn man sich vor lauter Arbeit an den Betrieb verliert. Der Frage, welche Bedeutung die Voraussetzungen für eine überbetriebliche Kooperation auch für die innerfamiliäre Arbeitsteilung haben, geht Milchviehhalterin Lucia Heigl nach. Im Kommentar macht die angestellte Milchbäuerin Doro Sterz deutlich, dass es nicht zeitgemäß und ein falscher Fokus ist, wenn Arbeitslast in der Landwirtschaft öffentlich präsent und gesetzt zu sein scheint – der Wert der Arbeit und der Erzeugnisse jedoch viel zu selten eine Rolle spielt.

Und zum Thema angestellte Mitarbeiterin: Bei der Arbeitsverteilung auf den Höfen ist bemerkenswert, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft abhängig Beschäftigte sind. Von diesen Angestellten wiederum hat mehr als die Hälfte einen migrantischen, meist osteuropäischen Hintergrund und arbeitet entweder als Saisonarbeitskraft oder festangestellt auf den Betrieben. Wie sieht es mit der Interessenvertretung dieser Gruppen aus?  Kräfte zu bündeln und viel stärker die Gemeinsamkeiten herauszustellen, hieße z.B. den Kampf um faire Preise konsequent mit dem Ziel fairer Entlohnung und zeitgemäßer Arbeitsbedingungen zu verknüpfen – für alle in der Landwirtschaft Tätigen.

Für den Bereich der Milchkuh- und Rinderhaltung geht der Blick neben einer ernüchternden Einschätzung zum derzeitigen Entwurf einer staatlichen Rinderhaltungskennzeichnung zu den aktuellen Marktentwicklungen: Milch ist knapp und Butter teuer, trotzdem profitieren nicht alle Bauern und Bäuerinnen. Sie können nach wie vor Lieferbedingungen nur begrenzt mitgestalten.

Als Teil mehrerer Texte mit internationalen Perspektiven beleuchtet ein Beitrag den Strukturwandel der Schlachtstrukturen in Großbritannien. Findige Vermarktungswege sind nicht nur dort nötig als Überlebenschance für kleinere Lebensmittelverarbeiter – zwei Metzgerportraits zeigen Perspektiven jenseits der reinen Rationalisierung.

Die November-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme.