Frauenpower – Wer sind wir Frauen auf dem Hof?

Die Oktoberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Anlässlich des UN Jahres der Frauen in der Landwirtschaft schauen wir nochmal genau hin: Wie sieht es aus mit Gleichberechtigung, Teilhabe und Selbstverständnis? Anika Berner, Bäuerin bei Einbeck in Südniedersachsen und Landesvorsitzende der AbL Niedersachsen/Bremen, zeigt sich in ihrem Kommentar zwischen nur langsam fortschreitenden Veränderungen für mehr Gleichberechtigugung und der Fülle an weiteren drängenden Themen entschlossen: „Die Stärkung von Frauen ist eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe, starke Demokratie und wirtschaftliches Wohlergehen im ländlichen Raum!“ Entstanden ist durch unterschiedlichste Aktionen, Treffen und Veranstaltungen eine größere öffentliche Sichtbarkeit und Austausch von Frauen untereinander. Einblicke in ein niedersächsisches Treffen, mitorganisiert von der AbL, zeigen, dass es eben nicht „nur“ um Frauenthemen geht sondern generell um den Beitrag und die Sichtweise von Frauen zu drängenden agrarpolitischen Themen. Ein weiterer Artikel macht jedoch auch deutlich, dass Frauen in der Landwirtschaft keine einheitliche Gruppe sind – und meist eher Betriebsleiterinnen als ein sehr kleiner Teil davon sichtbar werden, während mitarbeitende Familienangehörige, Mitarbeiterinnen oder Saisonarbeiterinnen mit ihren jeweiligen Situationen und Anliegen wenig auftauchen.

Die Redakteurinnen der Unabhängigen Bauernstimme haben mit drei Frauen gesprochen, die über einen Hof mit Milchviehhaltung und eine gemeinschaftliche Molkerei miteinander und mit den Themen Frauen in Landwirtschaft und Vermarktung, Milchmarkt und Generationenwechsel verbunden sind: Heike Schäfer-Jacobi, Kate Jacobi und Karin Artzt-Steinbrink. Als eine, die Ende der 80er Jahre als Betriebsleiterin startete, berichtet Ada Fischer, Bäuerin eines Gemischtbetriebes hinter dem Nordseedeich, von ihren Erfahrungen. Erste eigene Erfahrungen sammelt gerade die Junglandwirtin Alma Mühlbauer im Projekt „Ackerpreneurs – der Farm-Inkubator“. 

Eines der weiteren drängenden Themen für eine bäuerliche Landwirtschaft ist der Erhalt der Gentechnikfreiheit. Inzwischen ein Qualitätssiegel in Europa, bauen darauf ganze Liefer- und Wertschöpfungsketten auf. Damit das so bleibt, klagen nun auf Initiative der AbL eine Reihe verschiedener Wirtschaftsakteure gegen die neue EU-Verordnung zur Neuen Gentechnik, die bestehende Sorgfaltspflichten aufhebt und Risiken und Kosten auf diejenigen abwälzt, die ohne diese Technik wirtschaften wollen.

Weiterhin verdeutlichen mehrere Beiträge mit internationalem Blick, dass Selbstbestimmung und kurze Handelswegen für Bauern und Bäuerinnen weltweit wichtige Voraussetzungen für den Erhalt ihrer Existenzen sind. Marktbeobacher Hugo Gödde beleuchtet dabei z.B. die Situation in Dänemark, wo nötige ökologisch-ökonomische Veränderungen drängen, die mittlerweile jedoch vielfach zu spät kommen und viel Geld kosten.

Die Oktoberausgabe der Unabhängigen Bauernstimme.