Die Juni-Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Der Schwerpunkt gibt diesmal verschiedene Einblicke in die EU-Agrarpolitik (GAP – Gemeinsame Agrarpolitik der EU). Es fehlen konkrete Schritte zur Stärkung der Bauern und Bäuerinnen am Markt, so der ostfriesische Milchbauer Ottmar Ilchmann, Sprecher der Fachgruppe GAP der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), in seinem Kommentar zu den aktuellen Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene. Zu wünschen übrig lasse auch die finanzielle Unterstützung für Bewirtschaftungsweisen auf den Höfen, die Ressourcen schützen, Wetterextreme abpuffern oder artgerechte Tierhaltung umsetzen - obwohl es am Markt keine Preisschilder dafür gibt und sie dadurch im Wettbewerb stets schlechter abschneiden. Kritisch beleuchtet Henrik Maaß, AbL-Referent für EU-Agrarpolitik, das geplante GAP-Vereinfachungspaket. Das erweitert vor allem den Weg für den verschärften Wettbewerb auf Kosten der natürlichen Ressourcen. Welche Bedeutung der hart umkämpfte EU-Haushalt für die kommenden Diskussionen und die Wirksamkeit der GAP spielt, erklärt der AbL-Agrarpolitikreferent Phillip Brändle in seinem Beitrag. Zwei Artikel befassen sich mit dem Wert der Ökoregelungen für die Betriebe: unkompliziert und finanziell gut ausgestattet müssen sie sein. Als vielfältiger Ackerbauer mit extensivem Grünland profitiert z.B. Johann Gerdes von den Ökoregelungen, sieht aber beim Antragssystem Politik und Verwaltung in der Verantwortung, deutlich durchschaubarere praktikable Wege zu schaffen. Dass die Entwicklung der GAP auch etwas mit den Bauern und Bäuerinnen und ihrem Selbstverständnis macht und so die Akzeptanz der Agrarpolitik beeinflusst, zeigen aktuelle Studienergebnisse.
Auf dem Milchmarkt setzen sich die Milchbauern und Milchbäuerinnen vehement für mehr Mitsprache bei der Preisgestaltung ein. Ein wegweisender Schritt ist dafür der sogenannte Drei-Parteien-Vertrag mit der Fairen Milch, an dem der Discounter Penny beteiligt ist. Doch welche Auswirkungen ergeben sich dadurch und verändert sich dadurch die Einkaufspolitik des Handels? Ein Interview mit dem Verantwortlichen bei Penny gibt Einblicke. Gleichzeitig planen die Molkereikonzerne Arla und DMK ihre Fusion, betonen ihre Genossenschaftswurzeln – und scheren sich wenig um die Bedenken der Milcherzeuger.
Es gibt viel zu tun – und deshalb auch viel Bewegung. So forderte die AbL gut sicht- und hörbar die Bundes- und Länderminister bei der Konferenz der Umweltminister der Bundesländer (UMK) auf, sich für gentechnikfreie Märkte stark zu machen. Zur Vernetzung rufen junge Bäuerinnen und Bauern mit einem Treffen bäuerlicher und ländlicher Kämpfe (BäLäKä) auf. Das Projekt der Brückenbauer sucht starke Stimmen für eine bäuerliche Landwirtschaft und auf den Öko-Feldtagen in Sachsen engagieren sich AbLer und Ablerinnen mit fachlichem Input und Netzwerkideen.
