AbL fordert ernsthafte Umsetzung von Geschlechtergleichheit und agrarpolitischen Verbesserungen

Anlässlich des Internationalen Frauentages und im UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die ernsthafte Umsetzung von Geschlechtergleichheit und agrarpolitischen Verbesserungen. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert Parität in der Politik.

Für Claudia Gerster, Bäuerin und Bundesvorsitzende der AbL sind die Fakten klar: „Weltweit und in Deutschland leisten Frauen erhebliche Arbeit in Landwirtschaft und Ernährung. Sie besitzen aber unverhältnismäßig weniger Land, sind unzureichend repräsentiert und sind nach wie vor von Diskriminierung und Gewalt betroffen. In Deutschland sind wir sogar am unteren Ende im EU-Vergleich: nur 11 Prozent der Höfe werden von Frauen geführt. Gleichzeitig geraten Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit weltweit zunehmend unter Druck und es gibt ein dramatisches Rückabwickeln längst erkämpfter Rechte, während Femizide ansteigen. Dem stellen wir uns klar entgegen. Solidarität ist wichtiger denn je! Wir stehen zusammen mit dem Kampf aller Frauen und anderer marginalisierter Gender für Gerechtigkeit.“ Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft fordert die AbL, dass die Bundesregierung ernsthafte Verbesserungen auf den Weg bringt. Diese betreffen z.B. die soziale Absicherung, die Förderung von Frauen als Betriebsleiterinnen, einen erleichterten Zugang zu Land sowie Lohngerechtigkeit. „Die großen Transformationen, vor denen wir weltweit stehen, werden nur durch eine ernsthafte Umsetzung von Geschlechtergleichheit zu realisieren sein. Eine sozial gerechte Agrarpolitik ist ein wichtiges Fundament, um Ungleichheiten entgegenzuwirken“, erklärt Claudia Gerster mit Verweis auf die von zahlreichen Organisationen unterzeichnete Erklärung zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft „Nicht nur ackern, auch entscheiden“.

LandFrauenverband: Wahlrechtsreform muss gleichberechtigte Teilhabe sicherstellen 

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März fordert der dlv entschlossene Maßnahmen für mehr Gerechtigkeit in der Politik. Frauen bilden mehr als die Hälfte der Bevölkerung, doch in unseren Parlamenten waren sie noch nie gleichberechtigt vertreten, so der dlv. Nach der Bundestagswahl 2025 liegt der Frauenanteil im Bundestag aktuell bei rund 32 Prozent: Ein Wert, der klar rückläufig ist und die gesellschaftliche Realität nicht annähernd abbilde.

„Demokratie lebt von gleichberechtigter Teilhabe. Wenn Frauen in politischen Entscheidungen nicht angemessen vertreten sind, fehlen wichtige Perspektiven“, erklärt die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Petra Bentkämper. „Parität ist nicht optional, sondern eine Frage demokratischer Gerechtigkeit.“

Die Überarbeitung des Wahlrechts, die die Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbart hat, bietet aktuell die Chance hier voranzugehen. Ein Paritätsgesetz würde nicht nur den verfassungsrechtlichen Auftrag umsetzen, sondern auch ein modernes demokratisches Selbstverständnis stärken. Der dlv erwartet von der Wahlrechtskommission der Bundesregierung ein klares Signal für nachhaltige Veränderungen der politischen Kultur in Deutschland. Dass Bundesfrauenministerin Karin Prien die Kommission kürzlich zur Prüfung eines verfassungskonformen Weges mit Blick auf Parität aufforderte, begrüßt der dlv ausdrücklich. 

Neben gesetzlichen Regelungen zur paritätischen Besetzung von Wahllisten sind strukturelle Verbesserungen der Rahmenbedingungen für politisches Engagement unabdingbar. Hier setzt laut dlv das Projekt „Frauen.Vielfalt.Politik.“ an, dass der dlv in Zusammenarbeit mit der EAF Berlin durchführt.  Auch die Betrachtung der besonderen Hürden in den ländlichen Räumen bleibt zwingend erforderlich. Lange Wege, geringere Infrastruktur sowie Vereinbarkeitsfragen erschweren den Zugang zu politischem Engagement.