Handelsketten werden es nicht retten!

Hunderte Bauern und Bäuerinnen mit ihren Treckern in fordern heute in München den „Milchmarkt zu gestalten anstatt Krisen zu verwalten.“ Mit vielen unterschiedlichen Aktionen auf der zum Teil eine Woche dauernden Staffelfahrt aus allen Regionen der Republik organisiert vom Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) machen sie auf ihre desolate Lage bei einem bei weitem nicht kostendeckenden Milchpreis aufmerksam und fordern Taten von Politik und Molkereien. Das von Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied präsentierte Signal des Discounters Lidl sehen viele Bauern und Bäuerinnen als neuerliche Vernebelungstaktik des Bauernverbandes, der mit seiner Propaganda vom Wachsen oder Weichen seinen Teil zur Krise beiträgt „Eines sei deutlich gesagt: Wir werden uns von Ministerpräsident Seehofer nicht mit Vereinbarungen mit einzelnen Handelsketten hinhalten lassen und zufrieden geben. Wir haben längst einen freien, globalen Milchmarkt, da ist es unsinnig zu glauben, mit derartiger Symbolpolitik auch nur ansatzweise die Probleme der Milchviehhalter lösen zu können“, erklärte der BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. Die Handelsketten nutzen zwar die Preismisere auf dem Milchmarkt für ihre Angebote, sind aber nicht die Preistreiber nach unten. Nur etwa 37 % der deutschen Milch geht in den Lebensmitteleinzelhandel. Der größere Teil wird als Milchpulver, Fett etc. als Zutat in der industriellen Produktion verarbeitet (Schokolade, Gebäck, Pizzakäse etc.), wo noch einmal deutlich weniger bezahlt wird - wenn der Milchmarkt das zulässt, heißt es beim BDM. Er steht mit seinem Kriseinstrument für eine kurzfristige Mengenreduzierung durch einen Beitrag, den alle Bäuerinnen und Bauern nun solidarisch leisten müssten und könnten. Vorschlag der AbL ist die Superabgabe aus diesem Jahr als Bonuszahlung für freiwillige Reduzierer einzusetzen.

01.09.2015
Von: cs