Zustimmung für neuen Wolfsmanagementplan für Mecklenburg-Vorpommern

Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat einen Wolfsmanagementplan für Mecklenburg-Vorpommern (M-V) unterzeichnet. Zuvor hatten der Bauernverband M-V, der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband M-V, der Landesjagdverband M-V, der NABU M-V und der BUND M-V sowie weitere Beteiligte dem Wolfsmanagementplan zugestimmt.

Zum größten Teil konnte laut einer Mitteilung der MV-Regierung inhaltlich Einigkeit erzielt werden, abweichende Positionen wurden kenntlich gemacht. Zu diesen strittigen Themen zählt die künftige einzelfallunabhängige Regulierung des Wolfsbestandes in Mecklenburg-Vorpommern, die momentan aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.

Der neue Managementplan löst den Plan aus dem Jahr 2010 ab, der wie auch der neue Plan in einem breiten Dialogverfahren mit verschiedenen Interessenvertretern in einer AG Wolf erstellt wurde.

Für den Überarbeitungsprozess des neuen Plans wurde 2020 die AG Wolf neu berufen. Da sich in den vergangenen Jahren einige Konfliktfelder neu ergeben hätten, erfolgte die Erweiterung der AG um je einen Vertreter der Pferde-, Rinder- und der landwirtschaftlichen Wildtier­halterInnen. Zusammen mit der AG Wolf wurde der Managementplan durch kleinere thematische Arbeitsgruppen intensiv bearbeitet. Ende August wurde von Minister Dr. Backhaus in der AG Wolf der abschließende Entwurf des Planes vorgestellt und diskutiert.

„In den vergangenen 10 Jahren haben sich zahlreiche Neuerungen zum Thema und im Umgang mit dem Wolf ergeben. Dazu zählen unter anderem eine deutliche gestiegene Wolfspopulation und damit einhergehend neue Konfliktfelder“, führt Minister Dr. Backhaus aus. „In der Diskussion wird von verschiedenen Seiten immer wieder gefordert, in ein aktives Bestands­management einzutreten. Dies ist aber derzeit rechtlich nicht möglich. Solange für die Art Wolf nicht der günstige Erhaltungszustand erklärt worden ist, kann es keine Bewirtschaftung des Wolfsbestandes geben. Ich vertraue darauf, dass die neue Bundesregierung drauf hinarbeiten wird, dass Brüssel den günstigen Erhaltungszustand feststellt. Was den Managementplan für das Land angeht, freue ich mich sehr, dass wir diesen Prozess nun gemeinsam zum Abschluss bringen konnten. “

Für einige Konfliktfelder seien auf Bundes- und Landesebene bereits weitere Grundlagen erarbeitet worden. Für M-V wurden laut der Mitteilung beispielsweise Förder­richtlinien im Zusammenhang mit dem Wolf erarbeitet, notifiziert und veröffentlicht. Weiter habe sich die Rechtsprechung zu der Thematik fortentwickelt und eine themenbezogene Anpassungen des Bundesnatur­schutzgesetztes erfolgte 2020.

„Diese Themenfelder wurden im neuen Management­plan aktualisiert, verbunden mit Empfehlungen und dem Aufzeigen von potentiellen Handlungsspielräumen in der Zukunft. Doch genau hier bestand nicht immer Einigkeit in der AG Wolf. Insbesondere hinsichtlich der Fragestellungen im Zusammenhang mit in die Zukunft gerichteten Herangehensweise beim Wolf, gab es einen erheblichen Diskussionsbedarf“, erläutert Minister Dr. Backhaus. „Es ist uns dennoch gelungen, im Managementplan auseinandergehende Auffassungen der einzelnen Verbände und sonstigen AG Mitglieder wie auch gemeinsame Zielstellungen kenntlich zu machen und auszuführen“.

Ein Link zu dem neuen Managementplan ist leider noch nicht möglich, da dieser erst in Kürze nach einer technischen Bearbeitung veröffentlicht werde, wie es in der Mitteilung heißt.

27.09.2021
Von: FebL/PM

Der neue Wolfsmanagementplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern löst den Plan aus dem Jahr 2010 (hier das Titelbild) ab.