Analyse zeigt Risiken der Erderhitzung für Deutschland

Bei einem ungebremsten Klimawandel würden die Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen im gesamten Bundesgebiet künftig stark ansteigen. Das zeigen die Ergebnisse der Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes, die jetzt von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt vorgestellt wurde und auch einen Teilbericht zu „Risiken und Anpassung im Cluster Land“ mit den Handlungsfeldern „Biologische Vielfalt“, „Boden“, „Landwirtschaft“ sowie „Wald- und Forstwirtschaft“ enthält. Als „hilfreich“ werden in dem Bericht die Punktesysteme der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) bezeichnet.

"Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen kommender Generationen und schränkt ihre Freiheiten ein. Die wichtigste Vorsorge ist entschlossener Klimaschutz“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze anlässlich der Vorstellung der Analyse. Und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts ergänzt: "Zum Ende des Jahrhunderts könnten einige Risiken in Deutschland so stark ansteigen, dass sie nur durch tiefgreifende Vorsorgemaßnahmen reduziert werden können. Wir müssen jetzt handeln.“

In dem genannten Teilbericht „Land“ wird als eine Strategie der Klimaanpassung in der Landwirtschaft unter anderem die ökologische Landwirtschaft, der Anbau vielfältiger Kulturpflanzen, die Flexibilisierung von Fruchtfolgeabläufen und die Verwendung standortangepasster Pflanzensorten genannt.

Insgesamt sind für Veränderungen in der Landwirtschaft in dem im Bericht angedeuteten und notwendigen Ausmaß, also hin zu einer ökologischen Produktionsweise, weiterreichende Veränderungen der Märkte zwingend erforderlich. Handel und Konsumenten müssten bereit sein, ökologisch produzierte Ware zu einem erzeugergerechten Preis zu beziehen.

Eine breite Akzeptanz für die Anwendung ressourcenschonender (Boden, Wasser, biologische Vielfalt) Verfahren in der Landwirtschaft, um langfristig Ökosystemleistungen in Anspruch nehmen zu können und auch unter Bedingungen des Klimawandels stabile Erträge zu erzielen, wäre laut dem Bericht eine der Voraussetzungen, um den enormen Preisdruck zu senken. „Dies umfasst beispielsweise auch die Bereitschaft, die Erbringung von Ökosystemleistungen zu kompensieren, was sich in der Preisstruktur niederschlagen würde. Hilfreich dabei wäre eine finanzielle Honorierung der landschaftspflegenden und (kultur)landschaftsbewahrenden Funktion der Landwirtschaft (AbL 2020), was der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DLV) mit seinem Vorschlag einer „Gemeinwohlprämie“ bereits konkretisiert hat“, heißt es in dem Bericht.

Die Autor*innen der Analyse halten es auch für angebracht, Anforderungen für den Erhalt und die Verbesserung der Bodenfunktionen in der GAP, u. a. auch als Grundlage von Direktzahlungen, zu verankern und rechtliche Rahmenbedingungen (innerhalb der GAP und auf nationaler Ebene) zur Förderung der Boden-Biodiversität und damit auch zum Erhalt und/oder zur Stärkung der Produktionsfunktion des Bodens zu schaffen.