#NoMoreEmptyPromises, Klimaschutz ist Schutz der Ernte

Unter dem Motto “No More Empty Promises” streikte Fridays for Future am 19. März global in über 800 Städten. Deutschlandweit organisierten Aktivist:innen rund 270 kreative, coronakonforme Protestaktionen. Sie forderten Klimagerechtigkeit und klimapolitische Maßnahmen, die die Erderhitzung auf 1,5°C begrenzen, ein. Unterstützung kam unter anderem auch von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und den Kirchen.

“Heute haben wir gezeigt: Deutschland ist bereit für den sozialökologischen Wandel. Wir lassen auch in Zeiten der Pandemie nicht locker, sondern bleiben laut für eine gerechte Zukunft. Hunderttausende im ganzen Land haben heute mehr als deutlich gemacht, dass im Jahr 2021 niemand mehr um Klimagerechtigkeit herum kommt. Politiker:innen dürfen sich auf ihren leeren Wahlversprechen nicht ausruhen, sondern müssen sofortige Maßnahmen gegen die Klimakrise umsetzen”, so Jördis Thümmler, Sprecherin von Fridays for Future.

“Fridays for Future zeigt besonders mitten in der Corona-Krise: Statt von der einen Krise mit katastrophaler Klimapolitik direkt in die nächste Krise zu rutschen, müssen wir jetzt die Grundlagen für eine krisenfeste, klimagerechte Gesellschaft legen. Das haben wir heute auf der ganzen Welt eingefordert und gemeinsam ein klares Zeichen für Klimagerechtigkeit gesetzt. Gemeinsam solidarisch mit den Menschen, die heute schon massiv betroffen sind und viel härter kämpfen, werden wir nie aufgeben”, ergänzt Annika Kruse, Fridays for Future-Sprecherin.

Auch AbL setzt Zeichen
Auch Bäuerinnen und Bauern der AbL setzen anlässlich des Klimastreiks in ganz Deutschland ein klares Zeichen für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft: Über 100 Schilder mit „#NoMoreEmptyPromises, Klimaschutz ist Schutz der Ernte“ stehen auf den Feldern und Weiden von Bauernhöfen. Martin Schulz, AbL-Bundesvorsitzender und Schweinehalter in Niedersachsen, sagt: „Mit der Aktion zeigen wir uns solidarisch mit den jungen Menschen von Fridays For Future und tragen mit einem sichtbaren und bäuerlichen Beitrag zum globalen Klimastreik bei. Wir Bäuerinnen und Bauern sind durch die Folgen der Klimakrise bedroht, in einigen Teilen Deutschlands sind diese bereits jetzt deutlich zu spüren.“ Schulz weiter: „Wir Bäuerinnen und Bauern sind bereit, Klima- und Umweltschutzmaßnahmen auf unseren Betrieben umzusetzen, es gibt viele gute Ideen und wirksame Lösungsansätze auf unseren Höfen. Dafür brauchen wir eine mutige und wirksame Klimaschutzpolitik, um weiter ernten zu können und regionale Versorgung zu gewährleisten. Die Zeit für leere Versprechen ist auch in der Agrarpolitik vorbei. Für diese gesellschaftlichen Leistungen müssen die Gelder der GAP uns einkommenswirksam entlohnen. Die AbL fordert die Agrarminister*innen von Bund und Ländern auf, in der anstehenden EU-Agrarreform einen ernstgemeinten Systemwechsel einzuleiten – weg von den weitestgehend pauschal gezahlten Flächenprämien hin zur Entlohnung von Gemeinwohlleistungen wie klimaschonende Landwirtschaft. Die GAP muss durch die Honorierung von Gemeinwohlleistungen den Betrieben eine wirtschaftliche Perspektive aufzeigen, unabhängig davon, ob sie konventionell oder ökologisch wirtschaften.“

Kirche sieht sich in der Pflicht zur Veränderung
„Die Klimakrise verschärft schon jetzt Hunger, Armut und Konflikte im Globalen Süden. Sie ist ein Risiko für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen weltweit. Viele Menschen leiden doppelt: Sie kämpfen mit den akuten sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Covid 19-Pandemie. Gleichzeitig werden sie von klimabedingten Naturkatastrophen und mittelfristigen Folgen der globalen Erwärmung getroffen. Die Klimafrage ist eine zentrale Gerechtigkeitsfrage, sowohl in Bezug auf globale Gerechtigkeit, als auch auf Generationengerechtigkeit“, erklärt Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe.

„Wir müssen jetzt sofort entschieden handeln und die Klimakrise eindämmen. Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen die Anliegen der Fridays for Future-Bewegung. Unsere Partnerorganisationen sind weltweit mit den dramatischen Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Sie arbeiten Tag für Tag daran, die auch dadurch verursachte Not zu lindern. Nachhaltig aber werden wir der Klimakrise nur die Stirn bieten können, wenn die reichen Länder Verantwortung übernehmen: Deutschland muss seinen fairen Beitrag leisten, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Als wohlhabendes Industrieland müssen wir die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Menschen bei der Bewältigung der Folgen angemessen unterstützen. Nur so können wir soziale und wirtschaftliche Zukunftsperspektiven für alle sichern“, so Pruin.

Auf die Beteiligung von Kirchengemeinden deutschlandweit am 19. März weist Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO, hin. „Wir wissen seit Langem, dass wir etwas gegen den Klimawandel und für die Bewahrung der Schöpfung tun müssen. Er betrifft uns alle, aber ganz besonders den Globalen Süden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von, Fridays for Future‘ haben uns wachgerüttelt. Sie erinnern uns mit ihrer inzwischen weltweiten sozialen Bewegung für das Klima und ihrem Aufruf zum globalen Klimastreik nachdrücklich daran: Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Das darf kein leeres Versprechen sein. Wir sind als Kirche in der Pflicht, gemeinsam etwas zu verändern und die Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen.“

20.03.2021

Ein Zeichen für mehr Klimaschutz. Foto: AbL