AbL übergibt Vorschläge zur Landpachtvergabe an Oberbürgermeister in Erfurt

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL) haben dem Oberbürgermeister der Stadt Erfurt Andreas Bausewein ihre Vorstellungen zur zukünftigen Gestaltung der Landpachtverträge der Stadt überreicht. "Die Städte und Gemeinden haben die Möglichkeit und die Pflicht dafür zu sorgen, dass auf ihrem Land in ihrer Umgebung Landschaften geschaffen werden, in denen es wieder Spaß macht, spazieren zu gehen. Ortsansässige Bauern und Bäuerinnen müssen hier Lebensmittel für die Bürgerinnen und Bürger ihrer Gemeinde produzieren", sagt Michael Grolm, AbL-Landesvorsitzender.

Der Erfurter OB zeigte sich sehr interessiert an den Vorschlägen und sagte seine Unterstützung für eine gemeinwohlorientierte Landwirtschaft zu. Er versprach, sich persönlich dafür einzusetzen, dass die Vorschläge der AbL bereits im März in der entsprechenden Arbeitsgruppe innerhalb der Stadtverwaltung intensiv diskutiert würden.

Um auch sinnlich zu zeigen, was regionale, bäuerliche Landwirtschaft leisten kann, verteilten die AbL-Bauern Kartoffeln an die Passanten. "Das sind ja echt Bauern in der Mitte der Gesellschaft", so ein O-Ton am Rande der Aktion.

"Wir brauchen aber auch die Unterstützung der Gesellschaft, denn Land ist die Grundlage allen bäuerlichen Wirtschaftens. Hierbei sehen wir die öffentlichen Grundbesitzer in einer besonderen Verantwortung. Meist verpachten sie das ihnen gehörende Land eher ohne sich darüber bewusst zu sein, dass mit der Entscheidung, wer das Land bewirtschaftet auch die Entscheidung gefällt ist, wie und ob die umliegende Kulturlandschaft gestaltet wird und ob die Wertschöpfung in der Region verbleibt oder aber abwandert", so Grolm abschließend.

Mit dabei waren bei der Aktion auch drei Trecker, die anschließend zur „Wir haben es satt!“- Demo nach Berlin abfuhren.

18.01.2020

Der AbL-Landesvorsitzende Michael Grolm (li.) und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (re.). Foto: AbL