KLJB: Dieser heiße Klimaherbst muss Folgen haben!

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) verfolgt mit Sorge die aktuellen Entwicklungen der weltweiten Klimapolitik der letzten Wochen: Nach Vorstellung des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung, durch die Veröffentlichung des neuesten Berichts des Weltklimarats und nach Bewertung der Ergebnisse des UN-Klimagipfels in New York wird nach Ansicht der KLJB mehr als deutlich: „Wir müssen im Klimaschutz schneller, ambitionierter und umfassender vorangehen und Beschlüsse endlich auch in politisches Handeln übersetzen“, verkündet die KLJB und fordert einen Systemwandel.

Eisschmelze, saure Ozeane und steigende Meeresspiegel sind zentrale Prognosen des vom Weltklimarat (IPCC) veröffentlichten Sonderberichts. Bereits im August hatte das IPCC einen weiteren Bericht zum Zusammenhang von Landnutzung und Klimawandel veröffentlicht. Auch hier zeigten sich dramatische Tendenzen, die Existenzgrundlagen von Menschen und das Klima gefährden. „Es stellt sich die drängende Frage, wie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse des IPCC mit dem aktuellen politischen Handeln durch die deutsche Bundesregierung als auch in internationalem Maßstab vereinbar sind“, erläutert Stephan Barthelme, KLJB-Bundesvorsitzender. „Auf diesen heißen Klimaherbst müssen nun auch politisch zwingend Konsequenzen folgen!“

Ergebnisse des Klimakabinetts und des UN-Klimagipfels ernüchternd
Die Jugend hat durch Fridays for Future das Thema Klimawandel und dessen Dringlichkeit seit Beginn des Jahres weltweit auf die Straßen und in die breite Masse der Bevölkerung getragen. Auch die KLJB hat sich als offizielle Unterstützerorganisation mit zahlreichen Gruppen am weltweiten Klimastreik am 20. September 2019 (gemeinsam mit Fridays for Future) beteiligt. „Es ist ernüchternd, dass die Bundesregierung durch das Klimakabinett kein deutlicheres Zeichen für einen effektiven Klimaschutz aussenden kann und die notwendige klimapolitische Wende damit weiter auf sich warten lässt.“ Eine echte Lösungsperspektive für die Herausforderungen des Klimawandels bleibt somit weiter aus. „Die in der Agenda 2030 beschlossenen globalen Nachhaltigkeitsziele sowie die im Übereinkommen von Paris zugesagten deutschen Klimaschutzziele bleiben damit nach Meinung aller Expert*innen auch im Jahr 2030 nicht erreichbar,“ ordnet Stephan Barthelme die Ergebnisse des Klimakabinetts ein, die am Tag des weltweiten Streiks veröffentlicht wurden.

Es braucht einen Systemwandel
„Der weltweite Klimastreik, die Beschlüsse des Klimakabinetts, der UN-Klimagipfel in New York sowie der neueste IPCC-Bericht waren allesamt mit der Hoffnung auf einen Durchbruch in Sachen Klimaschutz verbunden“, sagt Stephan Barthelme. „Um die Klimaschutzziele 2030 und das 1,5-Grad-Ziel realistisch zu erreichen, braucht es jedoch viel weitreichendere Maßnahmen als lediglich aneinandergereihte Einzelmaßnahmen und geringfügige Anpassungen bestehender Regelungen. Es geht um einen Systemwandel, der nachhaltig alle Bereiche einschließt. Dabei steht vor allem auch ein sozial gerechter Wandel im Vordergrund, der die Generationengerechtigkeit fest in den Blick nimmt.“

Kein weiteres Zögern und Zaudern möglich
Die KLJB erkennt dabei durchaus die Anstrengungen der Bundesregierung an und begrüßt beispielsweise die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Bahnreisen und den grundsätzlichen Einstieg in eine CO²-Bepreisung. „Dennoch darf Klimaschutzpolitik – anders als es in vielen anderen Handlungsfeldern möglich ist – kein Ausdruck politischer Kompromisse sein. Erreicht das Weltklimasystem erst einmal den Kipp-Punkt, gibt es kein Zurück mehr,“ weist Stephan Barthelme weiter auf die Dringlichkeit ambitionierten politischen Handelns hin. „Zögern und Zaudern hilft dem Klima nicht. Der Klimawandel wartet nicht!“

Als Beobachter*innenorganisation der UN-Klimaverhandlungen wird die KLJB auch in diesem Jahr in Santiago de Chile bei der 25. UN-Klimakonferenz (COP) mit dabei sein. „Wir hoffen, dass durch weiteren Druck der Zivilgesellschaft bis dahin konkrete Schritte im Klimaschutz erreicht und weiter forciert werden. Es muss darum gehen, nicht eine Konferenz auf die andere folgen zu lassen, sondern einen klaren Wandel im Sinne eines gesunden Weltklimas voranzutreiben,“ appelliert Stephan Barthelme an die Entscheidungsträger*innen. Die KLJB wird mit einer achtköpfigen Delegation an der Konferenz in Santiago de Chile teilnehmen. Dabei werden insbesondere Verbandsmitglieder, die sich zum Zeitpunkt der COP bereits in Lateinamerika befinden und somit keine weite Anreise haben, die Anliegen der KLJB in die Konferenz einbringen.

26.09.2019

Die KLJB fordert umfassendere politische Konsequenzen im Klimaschutz. Foto: KLJB