Die Berichterstattung der Cuxhavener Nachrichten/ Niederelbe-Zeitung (CN/NEZ) über eine Veranstaltung des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Land Hadeln in Cadenberge im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven mit dem sehr umstrittenen Redner Anthony Lee (früher Sprecher von Land schafft Verbindung - LsV) hat zu erheblichen Angriffen, zu Anfeindungen und Bedrohungen an die Redaktion der Zeitung und den verantwortlichen Redakteur geführt. In Reaktion darauf hat die Redaktion in einem Kommentar mit Verweis auf die Pressefreiheit eine klare Ansage und ein Versprechen abgegeben: „Wir lassen uns nicht mundtot machen!“ In einem Brief an die Redaktion haben sich jetzt die AbL-Bauernblatt-Verlags GmbH, die Redaktion der „Unabhängigen Bauernstimme“ und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft / Bauernblatt e.V. für den Kommentar bedankt und ihre Solidarität gegenüber der Redaktion ausgedrückt.
Die Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung hatten in ihrer Berichterstattung über die Versammlung des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Land Hadeln die Aussagen von Antony Lee auch politisch eingeordnet und auch auf seinen Hintergrund, seine rechtspopulistischen, demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Äußerungen z.B. in youtube-Kanälen hingewiesen. Für den veranstaltenden Besamungs- und Rindviehzuchtverein eine „völlig deplatzierte“ Berichterstattung, denn es sei um seine Hauptversammlung gegangen und Antony Lee habe auch zu den mit ihm verabredeten agrarpolitischen Themen gesprochen. Was er darüber hinaus noch gesagt habe, sei so nicht abgesprochen gewesen und stünde in seinem Ermessen und nicht im Ermessen des Vereins.
Zu den Reaktionen auf die Berichterstattung gehören jedoch auch jede Grenze überschreitende Drohungen. So wird in einem mit „Die Umerzieher“ unterzeichneten anonymen Schreiben der Autor des Zeitungsberichts als „Hetzer“ und „Schmierfink“ bezeichnet, um ihm dann anzudrohen, dass in einem abseits gelegenen Güllebecken zu gegebener Zeit ein Freibad auf ihn warte, teilt die CN/NEZ mit.
Wir alle müssen Respektlosigkeit und Menschenverachtung aktiv entgegentreten, heißt es in dem Brief von AbL-Verlag, Bauernstimme-Redaktion und AbL an die CN/NEZ-Redaktion. Das hat unter anderem auch das Bündnis für Respekt und Menschenrechte Cuxhaven getan und eine Mahnwache vor dem Verlagshaus der Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft abgehalten, um ein Zeichen für Pressefreiheit und gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu setzen. Das Bündnis „verurteilt die während der Veranstaltung des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Land Hadeln in Cadenberge getätigten Aussagen des Redners Anthony Lee auf das Schärfste. Aussagen, die wissenschaftliche Fakten leugnen, Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität herabwürdigen und offen rechtspopulistische oder diskriminierende Positionen vertreten, sind mit den Grundwerten unserer Demokratie unvereinbar. Sie untergraben den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gefährden den respektvollen Diskurs, den eine offene und pluralistische Gesellschaft dringend braucht. Wir finden es zudem äußerst bedenklich, dass ein traditionsreicher Verein einem Redner, der sich in der Vergangenheit durch rechtspopulistische und verschwörungsideologische Äußerungen hervorgetan hat, eine Bühne bietet. Eine solche Einladung steht im Widerspruch zu demokratischen Grundhaltungen und sendet ein fatales Signal – gerade in einer Zeit, in der Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt wichtiger denn je sind.“
Der an die Leserinnen und Leser gerichtete Kommentar von in der CN/NEZ-Zeitung, geschrieben von dem Printverantwortlichen Frank Lütt, endet mit den Worten: „Bieten Sie Demokratiefeinden die Stirn! Ich kann Ihnen versichern, dass unser gesamtes Redaktionsteam dies auch macht, indem wir das Recht der Pressefreiheit nutzen, indem wir berichten, aufzeigen und erklären – auch wenn es nicht immer allen passt.“
