Immer weniger Agrarland in Großbritannien

Ohne eine radikale Änderung der Landnutzungsrichtlinien wird Großbritannien bis 2050 835.000 ha Agrarland verlieren. Am stärksten betroffen sind fruchtbare Ackerflächen im Südosten des Landes. Wenn die Regierung alle Klimaziele umsetzte und entsprechende Flächen für Solarfarmen, Baumpflanzungen und Kohlenstoffsenken sowie als Bauland genutzt würden, gingen sogar vier Millionen Hektar oder ein Viertel des gesamten Agrarlandes für die landwirtschaftliche Nutzung verloren. Das ergab eine Studie, die der britische Bauernverband gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband für den ländlichen Raum CLA (Country Land and Business Association) durchführte. Von 2000 bis heute schrumpften die landwirtschaftlichen Nutzflächen bereits um 4,4 Prozent. Trotz Ertragssteigerungen sei dadurch die Lebensmittelproduktion um fünf Prozent gesunken, der Selbstversorgungsgrad Großbritanniens sank um zwölf Prozent. Sollte sich der Trend fortsetzen, würde bis 2050 die Lebensmittelproduktion um weitere 32 Prozent sinken. Das Landwirtschaftsministerium wies den Bericht als „Worst-Case-Szenario“ zurück. Großbritannien produziere derzeit 66 Prozent der im Land benötigten Lebensmittel. Zum Vergleich: Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt bei 83 Prozent.

Immer weniger Agrarland in Großbritannien. Foto: MacDex/Pixabay