Der Bauernverband freut sich auf das gemeinsame Agieren mit den Naturschutzverbänden in der Allianz für Gewässerschutz

In Schleswig-Holstein sind die Landesverbände des Naturschutzbund Deutschland (NABU) und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Allianz für den Gewässerschutz beigetreten. Die Allianz wurde vor elf Jahren mit dem Ziel gegründet, die Nährstoffeinträge in Grundwasser und Gewässer zu vermindern. Partner sind neben dem Umwelt- und dem Landwirtschaftsministerium auch der Bauernverband, der Landesverband der Wasser- und Bodenverbände und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Anlässlich des Beitritts erklärt Umweltstaatssekretärin Katja Günther: „Mit dem Beitritt der Naturschutzverbände gewinnt die Allianz weitere Partner mit wertvoller Expertise in den Bereichen Klima-, Natur- und Gewässerschutz. Ich freue mich, dass der Naturschutz seine Expertise hier mit einbringen kann und will.“

Alexander Schwarzlose, NABU-Landesvorsitzender, ist überzeugt, dass die Naturschutzverbände ihre Expertise im gegenseitigen Dialog gewinnbringend für den Natur- und Gewässerschutz einbringen können. „Zu hohe Nährstoffeinträge belasten Binnengewässer und Meere erheblich. Nimmt man unsere Seen und die Ostsee in den Blick, so fällt auf, dass sich deren Zustände selbst nach 24 Jahren des Bestehens der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie immer noch nicht verbessern oder sogar dramatisch verschlechtern. Hiergegen müssen wir endlich mit aller Entschlossenheit vorgehen. Die aus Sicht der Naturschutzverbände späte Gründung einer Allianz für Gewässerschutz erst 2013 wurde zunächst von Seiten des Naturschutzes kritisch hinterfragt. Umso vielversprechender haben sich die Bemühungen und Aktivitäten der Allianz seitdem entwickelt. Sie können ein Baustein sein, um die Nährstoffbelastungen zu verringern. Und so stehen wir heute hier, um nach langen Gesprächen und fachlichem Austausch dieser Allianz beizutreten. Wir sind zuversichtlich, dass die Allianz ihrer Verantwortung gerecht wird“, so Schwarzlose.

Der Landesvorsitzende des BUND, Dietmar Ulbrich, führt weiter aus: „Der Klimawandel wird unseren Wasserhaushalt gravierend beeinflussen und verändern. Dürren und Überschwemmungen sind die ersten Anzeichen dieses Wandels. Hierauf sind Reaktionen im Rahmen einer Klimaanpassungsstrategie notwendig. Als Naturschutzverband treten wir dafür ein, dass sowohl für den Hochwasserschutz als auch für die Wasserrückhaltung naturnahe Maßnahmen umgesetzt werden, die gleichzeitig dem Schutz der Biodiversität dienen. Der Landschaftswasserhaushalt muss so gestaltet werden, dass immer genügend Wasser für den Schutz von feuchten Lebensräumen und deren Pflanzen und Tieren zur Verfügung steht. Dieser Maßnahmen müssen auch in der Allianz für Gewässerschutz vorbereitet werden.“

Die Notwendigkeit des Schulterschlusses mit den Naturschutzverbänden unterstreicht Landwirtschaftsminister Werner Schwarz: „Die Landwirtschaft trägt als größter Flächenbewirtschafter eine besondere Verantwortung für den Gewässerschutz. Eine bedarfsgerechte Düngung und der damit verbundene verantwortungsvolle und nachhaltige Einsatz von Nährstoffen ist ein zentrales Thema zur Sicherung stabiler Erträge und der Nahrungsmittelproduktion, aber eben auch der Schutz unserer Gewässer.“ Und er weist darauf hin, dass gerade das letzte Jahr gezeigt hätte, wie wichtig der Dialog zwischen den verschiedenen Interessenvertretungen sei. „Die Herausforderungen und Zukunftsfragen für die Landwirtschaft können nur gemeinsam angegangen werden. Hier sind ein gegenseitiges Verständnis und ein kooperatives Miteinander erforderlich. Die Allianz für Gewässerschutz leistet hierfür einen wichtigen Beitrag und setzt sich aktiv für die gewässerschonende Landbewirtschaftung ein. Ich begrüße es daher, dass der Naturschutz heute als weiteres Allianzmitglied eine Stimme bekommt. Nur so kann uns der Schulterschluss zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen gelingen.“

Auf das gemeinsame Agieren mit den Naturschutzverbänden freut sich der Präsident des Bauernverbands Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht: „Die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden im Dialogprozess zur Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein war sehr vernünftig und fruchtbar. Daher freue ich mich auf das gemeinsame Agieren für den Gewässerschutz in der Allianz. Wir Bäuerinnen und Bauern können durch technischen Fortschritt beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln noch besser werden. Weitere Maßnahmen für mehr Nährstoffeffizienz und ein noch besseres Nährstoffmanagement müssen wirksam und praktikabel sein, um in der Praxis Bestand zu haben und auf den Höfen akzeptiert zu werden.“

In Schleswig-Holstein sind NABU und BUND der Allianz für Gewässerschutz beigetreten.