Potato Initiative in Afrika

Neben Mais gehören Kartoffeln südlich der Sahara zu den Hauptnahrungsmitteln. Es gibt regionale Sorten, die in den kleinbäuerlichen Strukturen angebaut werden. Der Kartoffelanbau ist in der Regel Handarbeit. Im Rahmen der vom Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ins Leben gerufenen Initiative German Food Partnership (GFP) finaziert das BMZ ein Pilotprojekt in Kenia mit ca. 700.000 Euro. Auf der Homepage der GFP ist zu lesen: „Mit Kleinbauern und Projektpartnern werden neue Kartoffelsorten und Technologien, wie z.B. Landmaschinen, getestet. Im Fokus stehen moderne Anbau- und Weiterverarbeitungsmethoden und gute landwirtschaftliche Praxis.“ Projektpartner sind die in Deutschland bekannten Pflanzenzuchtunternehmen Europlant und Solana, der Pestizidhersteller Bayer CropScience und Maschinenbauer Grimme.

Das Projekt konzentriert sich nicht nur darauf die regionale Nahrungsmittelversorgung, in diesem Fall mit Kartoffeln, zu sichern. Die von Europlant und Solana zur Verfügung gestellten Pflanzkartoffeln sind auch zur Weiterverarbeitung, z.B. von Kartoffelchips geeignet. Das Ziel des GFP ist die Reduzierung von Armut und Hunger, sowie eine Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit des Anbaus.

Der Technologie und Wissenstransfer, so erste Ergebnisse, scheint zu greifen. Die Erträge sind offenbar deutlich gestiegen. Allerdings setzten die Bauern auch teure Maschinen und Spritzmittel ein. Sie bauen europäische Sorten anstatt Neuzüchtungen aus dem benachbarten Ruanda und Uganda zu nutzen. Die europäischen Sorten sind krankheitsanfälliger als lokale. Auch sind sie geschmacklich offenbar den einheimischen Knollen unterlegen, was vor allem bei der Direktvermarktung Schwierigkeiten bereitet. Dafür sind sie für eine industrielle Weiterverarbeitung und damit für Exportmärkte geeignet.

Offen bleibt nach dieser ersten Pilotphase welchen Nutzen sich die beteiligten Unternehmen von ihrem Engagement versprechen. Das die Potato Initiative des GFP tatsächlich hilft Hunger und Armut vor Ort zu besiegen und nicht für europäische Unternehmen neue Absatzmärkte zu schaffen muss erst noch bewiesen werden.