Milchregen bei EU-Agrarministerkonferenz

Nachdem das Treffen der EU-Agrarminister Anfang September in Brüssel, zu dem über 6.000 Milchbauern mit über 2.000 Traktoren, nach Brüssel gekommen waren, ohne Ergebnisse blieb kamen die Landwirtschaftsminister Mitte des Monats erneut zusammen. Statt in Brüssel traf man sich dieses mal auf dem Kirchberg in Luxemburg. Ebenfalls ins Europaviertel gekommen waren die Milchbauern. Am Morgen hatten die Landwirte den Grenzübergang in Sterpenich blockiert um dann in einer Kolonne von, nach Polizeiangaben, 45 Traktoren nach Luxemburg zu fahren. Mitgebracht hatten die wallonischen Bauern Güllefässer mit Milch, die sie in der Folge der Aktion Richtung Tagungszentrum sprühten. Die Landwirte forderten die Umsetzung von Vorschlägen des European Milk Board. „Wenn am Dienstag im EU-Ministerrat nichts passiert, werden wir den Druck weiter erhöhen“ , sagt Fredy de Martines, Vorsitzender des Luxemburger Milchbauern-Verbands Luxembourg Dairy Board. Kritik am 500-Mio-Euro-Hilfsprogramm kommt auch von der SPD Europaabgeordneten Maria Noichl: "Das gut gemeinte Trostpflaster der EU-Kommission ist wie ein Tropfen Milch auf dem heißen Stein. Umgerechnet bedeutet dies 0,0031 Euro zusätzlich für den europäischen Liter Milch. Dass dies nicht zu einem Weg aus der Krise führt, weiß jedes Milchmädchen. Anstatt sich der Wurzel des Problems anzunehmen und die Produktionsüberschüsse zu reduzieren, sollen die Bauern mit einmaligen Zahlungen still gehalten werden. Schon jetzt ist absehbar, dass Christian Schmidt den nächsten Flug nach Brüssel buchen kann, denn dieses Ergebnis ist weniger als nichts"

16.09.2015
Von: mn

Schon in Brüssel war klar: Den Milchbauern geht es schlecht. Sie erwarten mehr von den Agrarministern als die Aussicht auf freie Märkte