EU-Abgeordnete gegen ausstehende Zulassung des Imports von Gensoja

In einem offenen Brief an den Vizepräsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans fordern mehrere Abgeordnete des EU-Parlaments die Kommission auf, die genveränderte Sojabohne MON 87708 × MON 89788 × A5547-127 des Bayer-Konzerns für den Import in die Europäische Union nicht zuzulassen.

„Wie Ihnen bekannt ist, lehnte das Europäische Parlament den Vorschlag der Kommission zur Genehmigung mit einer am 14. Mai 20201 angenommenen Entschließung entschieden ab“, heißt es in dem Brief. Die Gründe für die Ablehnung durch das Parlament lassen sich nach Ansicht der Unterzeichner und Unterzeichnerinnen des Briefes kurz zusammenfassen: „Gesundheitsrisiken aufgrund von Lücken in der Risikobewertung, Bedenken hinsichtlich der Untergrabung der SDGs und der internationalen Klima- und Biodiversitätsziele, zu denen sich die EU verpflichtet hat, sowie die mangelnde demokratische Legitimität des Entscheidungsprozesses“.

Die EU-Abgeordnete Maria Noichl (SPD), die den Brief mitunterzeichnet hat, weist darüber hinaus auch auf die entstehenden „Abhängigkeitsverhältnisse vieler LandwirtInnen, die diese Bohnen anbauen“, hin und darauf, „dass die europäische Bevölkerung keine genveränderten Lebensmittel auf ihren Tellern haben möchte“.

Mit einer Ablehnung des Zulassungsantrages würden die im Europäischen Grünen Deal gemachten Zusagen eingehalten, „ebenso wie die Farm to Farm-Strategie, in der unter anderem das Klima, die biologische Vielfalt, die Gesundheit und die Erreichung der SDGs an erster Stelle stehen“, schreiben die EU-Abgeordneten.

Zu den rund 40 Unterzeichnenden des Briefes, überwiegend Grüne und Sozialdemokraten/Sozialisten, gehören auch die grünen Abgeordneten Martin Häusling und Sarah Wiener.