Thüringen: Konstruktiver und lösungsorientierter Dialog zur Düngeverordnung

Thüringens Landwirtschaftsminister Benjamin-Immanuel Hoff will die aus dem Beschluss zur Düngeverordnung resultierende „Anstrengung gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Unternehmen tragen“ und „niemanden im Regen stehen lassen“. Und auch Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund setzt auf Dialog und Kooperation. „Wir haben mit dem Landwirtschaftsministerium und den Bäuerinnen und Bauern in Thüringen einen guten Dialog begonnen, den wir fortsetzen. Wir wollen durch ein aussagekräftiges dichtes Messnetz erfassen, wo welche Belastung zu hoch ist. Wir wollen die Landwirtschaft dabei unterstützen, wie Einträge von Nährstoffen in die Grund- und Oberflächengewässer reduziert werden können“, erklärt die Umweltministerin.

Begonnen hat der Dialog am Rande einer Demonstration von Thüringer Bäuerinnen und Bauern im Januar vor dem Thüringer Landtag. Im Februar trafen in Erfurt Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden mit etwa 400 Thüringer Landwirt*innen zusammen, um die Gespräche über Nitratmessnetz, Düngeverordnung und die sogenannten roten Gebiete fortzusetzen. Umweltstaatssekretär Olaf Möller dazu: „Wir haben gemeinsam mit ‘Land schafft Verbindung‘ die Initiative ergriffen, um die Diskussion zu versachlichen. Dazu gehört für uns absolute Transparenz in Bezug auf die Messstellen. Ich habe großes Verständnis für den Unmut im Berufsstand. Nach fast 30 Jahren Nitratrichtlinie wird jetzt vom Bund jeden Monat eine neue Sau durchs Dorf getrieben und das Gespräch mit den Betroffenen bleibt auf der Strecke. Dort, wo es notwendige Düngebeschränkungen geben wird, müssen wir für einen fairen Belastungsausgleich sorgen. Dialog ist der richtige Weg. Das zeigen die sehr sachlich vorgetragenen Anfragen im Vorfeld der Veranstaltung“,

Als ein Ergebnis dieser Veranstaltung wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ist, die Datengrundlage zur Beurteilung der Nitratbelastung im Grundwasser zu verbessern - mit dabei sind neben dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium der Thüringer Bauernverband, Land schafft Verbindung und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Mitteldeutschland „Die ersten Gespräche in der Arbeitsgruppe waren außerordentlich konstruktiv und lösungsorientiert“, so Reiko Wöllert, Geschäftsführer der AbL Mitteldeutschland.

30.03.2020

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) hat diese Nitratkarte hinsichtlich der Messstellen und Nitratbelastung des Grundwassers erstellt. In Thüringen umfassen laut Landwirtschaftsministerium die roten Gebiete aktuell etwa 22 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche.