Protest der Schäfer: 200 Schafe in Berlin

Mehrere Schäfer haben mit 200 Schafen am vergangenen Sonntag in Berlin für mehr Wertschätzung, für den Erhalt der Hirtenkultur und den Erhalt der Artenvielfalt demonstriert. Der Schafzuchtverband Berlin Brandenburg machte auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Wanderschäfer aufmerksam. Früher war eine Schur der Schafe viel Geld Wert und war ein großer Einkommensanteil der Schäfer. Das hat sich inzwischen drastisch verändert. Die heimische Wolle ist für die Anforderungen der Textilindustrie nicht fein genug. Die Kleidung, die wir hier in den Geschäften kaufen können, besteht aus neuseeländischer, australischer und südamerikanischer Schafswolle, welche in China aufbereitet und gesponnen wird. Das Ergebnis ist ein sinkender Woll- Kilopreis in Deutschland. Eine Schur Wolle wiegt ca. 4-5 kg. Die Schurkosten pro Tier liegen bei etwa 3-4 €. Aber auf dem Markt liegt der Wollerlass pro Kilo bei ca. 20 Cent. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Schäfer keinen Gewinn mehr durch die Wolle erzielt, sondern diese zum Kostenfaktor wird. Hinzu kommt, dass die Wolle, wenn sie entsorgt wird, als Sondermüll gilt und ihre Entsorgung weitere Kosten bedeutet. Aber Rohwolle dämmt, ist in der Akustik einsetzbar, filtert Schadstoffe, das Fell der Schafe dient als Transporteur für viele seltene Samen und dient schlussendlich der Artenvielfalt, da die Schafe als Transportmittel für Kleinsttiere dienen. Die Rohwolle hat aber noch viel mehr Nutzen; das Lanolin wurde früher in der Kosmetikindustrie als Grundbasis für Kosmetika benutzt. Heute sind es synthetische Stoffe wie Nanopartikel von Plastik, die zum Schluss der Verbraucherkette im Meer landen und dort großen Schaden anrichten, so in einer Mitteilung des Verbandes.

Zur Mitteilung

16.09.2019
Von: Georg Janßen

Foto: Homepage Schafzuchtverband Berlin Brandenburg