Die Sommerausgabe der Unabhängigen Bauernstimme ist da! Wie immer ist es die Doppelausgabe für die Monate Juli und August – weiter geht es im September.
Ein halbes Jahrhundert klingt spektakulärer als 50 Jahre - so lange gibt es sie schon unsere Zeitung von Bauern und Bäuerinnen, die ihre Stimmen in Politik und Gesellschaft trägt. Zeit für einen festlichen Schwerpunkt – passend zum Jubiläumsfest am 4. und 5. Juli auf dem Hof GutSo im baden-württembergischen Reippersberg. Es finden sich verschiedenste Texte und Stimmen zur Entwicklung und den Themen der Unabhängigen Bauernstimme im Laufe der Zeit. Vera Thiel kommt als Geschäftsführerin des AbL-Verlages zu Wort und rückt mit ihrer wichtigen Hintergrundarbeit mal selbst in den Vordergrund. Marktbeobachter Hugo Gödde hat mit Ludger Schulze Pals, dem Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlages, einen Blick auf den Wandel im Agrarmediengeschäft geworfen. Ein allererster Leseeindruck von unserer Lektorin: „Sehr spannend, was ich bei dieser Ausgabe alles über die Geschichte der Bauernstimme und manche ihrer MitarbeiterInnen erfahre.“
Weil das EU-Parlament Ende Juni enttäuschenderweise die Deregulierung der neuen Gentechnik beschlossen hat und damit eine prosperierende Wirtschaftsbranche ohne Not vor enorme Herausforderung und Kosten stellt, dreht sich der Kommentar dieser Ausgabe sowie ein Hintergrundtext um diese aktuelle Entwicklung. Claudia Gerster, Bundesvorsitzende der AbL und Bäuerin in Sachsen-Anhalt, ordnet den Beschluss als Zäsur ein.
Ungute Entwicklungen gibt es auch beim Thema Nachbau – die Saatgut-Treuhandverwaltungs-GmbH (STV) macht nach einem noch nicht rechtskräftigem Landgerichtsurteil Druck für ihre eigene Erntegutbescheinigung. Doch weiterhin gehen noch Landhändlerinnen und Bauern andere Wege mit alternativen Bescheinigungen. Passend dazu schreibt die Autorin der Studie „Wenn Seed-Saving zum Verbrechen wird“ über ihre wissenschaftliche Untersuchung, die die weltweit zunehmende Kriminalisierung des Nachbaus aufzeigt.
Ein weiteres Thema sind Klimabilanzen als eine weitere Anforderung, die Molkereien inzwischen zunehmend an ihre Lieferanten stellen. Doch der Aufwand für die Berechnungen zahlt sich für die Milchbäuerinnen und Milchbauern nicht unbedingt aus. Hinzu kommen kontraproduktive Bewertungspferdefüße für die Weidehaltung und damit für Biodiversität und Tierwohl. Damit sich Milchviehhaltung lohnt und höhere Anforderungen bezahlt werden, dafür kämpft übrigens seit mittlerweile 20 Jahren auf europäischer Ebene das European Milkboard, zu dessen Mitgliedern auch die AbL gehört – am Ende doch auch wieder ein Grund zum Feiern!
Wir wünschen eine gute Sommerzeit mit erfolgreicher Ernte!
Die Redaktion
Christine Etienne und Claudia Schievelbein
